Jetzt gibt's die neuesten News und Infos der LORP auch als RSS Feeds! Mehr Infos hier.
|
|
|
 |
Von Philipp Kiefner
Rezension erschienen: 22.11.2005, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Paolo Vallerga, Valerio Porporato, Verlag: Mad Man's Magic, Seiten: , Erschienen: Oktober 2005, Preis: 29,90 Euro
Die wilden Lande sind in Gefahr! In der einst verlassenen Festung Millenarocca hat sich ein furchtbares Monster eingenistet, welches nun das Land heimsucht. Wackere Recken wurden bereits vom König gesandt, doch sie kehrten nie zurück. Zeit also für neue Helden, die dem Schrecken ein für alle Mal ein Ende setzen sollen…
Genau in dieser Rolle finden sich die Spieler des Brettspiels Tempus Draconis wieder. Obwohl eine Mischung aus Glück- und Strategiespiel, sind doch Rollenspielaspekte deutlich erkennbar. Zuerst gilt es eine von acht Heldenfiguren zu wählen. Die Spanne reicht von der Amazone, über den Magier bis hin zur Mumie, alle mit ganz individuellen Spezialfähigkeiten. Das Spielfeld besteht aus Achtecken, die beliebig angeordnet werden können, so dass es sich bei jedem Spiel anders aufbauen lässt. Ziel ist es nun, die verschollenen Recken wiederzufinden, ein magisches Amulett zusammen zu schmieden und letztlich das Monster zu töten. Dazu müssen die verschiedenen achteckigen Räume erkundet werden, von denen einige Spezialfähigkeiten besitzen, wie Teleport oder ein Alchimistenlabor um Heiltränke zu brauen. Wohin die Helden auf ihre Suche müssen, geben die Symbole auf dem Saalkartenstapel an, von dem immer nur die oberste Karte sichtbar ist. Wenn nun die Spielfigur in der Mitte des Raumes mit dem dazugehörigen Symbol angekommen ist, bekommt der Spieler die Karte. Die Rückseite gibt an, was in diesem Raum gefunden wurde. Das kann ein verschollener Held, ein Amulettteil oder ein nützlicher Gegenstand sein. Allgemein erfolgt die Bewegung durch Würfeln. Da dieser Wurf aber auch das Monster bewegt, ist für Spannung gesorgt. Denn das Monster wandert vor Rundenbeginn von einem Raum in einen anderen, immer auf der Suche nach einem unvorsichtigen Abenteurer. Da sich die Helden ohne Amulett nicht gegen das Monster wehren können, müssen sie ihr Heil in der Flucht suchen, was aber der Gesundheit abträglich ist und auch zum Tod führen kann. Glücklicherweise können Zaubersprüche und Heiltränke hier helfen.
Sobald alle Karten mit den Gefangenen und Amulettteilen gefunden wurden, müssen sich die Helden mit dem Monster messen. Hierbei spielen gefundene Waffen und Zaubersprüche eine wichtige Rolle, denn es wird nicht im Team gekämpft, sondern der Reihe nach. Wer dann beim Würfelwurf gegen das Monster das glücklichere Händchen oder die mächtigere Waffe hatte, ist der Bezwinger des Monsters, welcher in die Sicherheit nach draußen teleportiert wird. Der Rest muss zusehen, dass er nicht von den nun einstürzenden Räumen erschlagen wird. Sie werden nämlich nun in zufälliger Reihenfolge aus dem Spiel genommen. Alle Überlebenden bekommen am Schluss Erfahrungspunkt und können das Spiel mit immer stärker werdenden Monstern in einer Art Kampagne wiederholen.
Aufmachung und Idee lassen keine Wünsche übrig. Durch das variable Spielfeld, den verschiedenen Charakteren und dem Erfahrungspunktesystem ist Motivation zu mehrmaligem Spielen gegeben. Schwachpunkt ist aber das "Gameplay" an sich. Man würfelt sich von Raum zu Raum, immer dem jeweils geforderten Saalkartensymbol hinterher. Sobald der erste dies erreicht hat, geht das Gerenne nun in die neue Richtung weiter. Das ist für die anderen Spieler sehr frustrierend, besonders da es hauptsächlich vom Würfelglück abhängt, wann man ankommt. Auch dass das Monster trotz gefundener Waffen und Zauber bis zum Schluss nicht angreifbar ist, wirkt für (Rollen)Spieler eher störend.
Fazit: Insgesamt gesehen ist das Spiel etwas langatmig und sehr viel ist vom Zufall abhängig. Trotz der netten Hintergrundsgeschichte und des Belohnungssystems gilt es den Kauf abzuwägen. Tempus Draconis ist zwar ein etwas anderes Spiel mit interessantem Konzept, aber wohl doch eher etwas für Liebhaber von Hero Quest und Co. als für ein breites Publikum.
|
 |
|