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Dschamál
Von Philipp Kiefner

Rezension erschienen: 30.11.2005, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Thomas Liesching, Verlag: Zoch Verlags GmbH, Seiten: , Erschienen: Oktober 2005, Preis: 29,95 Euro


Das Spiel "Dschamál" kommt mit orientalisch anmutendem Namen und Design daher. Wer dahinter nun ein Spiel in heißer Wüstensonne, ein Handel oder Strategiespiel erwartet wird enttäuscht.
Bei Dschamál handelt es sich um ein "gefühlsbetontes Geschicklichkeitsspiel im Duellmodus aus dem Krabbelsack". Zu deutsch: Das Spiel besteht aus einem großen schwarzen Stoffbeutel in dem sich unterschiedlich gefärbte und geformte Holzteile befinden, darunter auch ein Dromedar, was auch schon der einzige orientalische Bezug des Spiels ist.
Zwei Spieler ziehen zuerst einen beliebig geformten blauen Spielstein aus dem Sack und legen ihn vor sich auf den Tisch. Nun greifen beide gleichzeitig hinein und holen möglichst schnell einen Spielstein heraus. Nun gibt es acht Möglichkeiten wie dieses Duell ausgehen kann. Bei dreien gewinnt der schnellere Spieler, bei den anderen fünf der langsamere.
Der Schnellere gewinnt dann, wenn er die gezogene Form schon besitzt oder der Gegner sie schon vor sich liegen hat. Die dritte Siegoption ist das Ziehen der Kamelform (in Wirklichkeit ein Dromedar), verbunden mit dem Ausruf: "Ich Kamel".
Soweit so klar, kommen wir zu den anderen fünf Möglichkeiten. Wenn der schnellere Spieler einen schwarzen Stein gezogen hat (der nicht das Kamel ist) hat der langsamere gewonnen. Das gilt ebenso wenn niemand einen ähnlichen Stein, wie den gerade gezogenen, vor sich liegen hat.
Wer das Kamel zieht und nicht "Ich Kamel" ruft verliert genauso wie derjenige der den Ausspruch tätigt ohne die Kamelform gezogen zu haben. Wer nun in der Eile gar zwei Steine gezogen hat, verliert ebenfalls und muss die bunten davon seinem Gegner geben.
Der Gewinner erhält meist einen Stein vom Unterlegenen, wobei jede Variante eigene Konsequenzen hat.
Sobald alle vier Steine einer Form vor den Spielern liegen werden diese zu Gewinnsteinen, die nun aus dem Spiel genommen werden. Wer als erster sieben Gewinnsteine besitzt, hat das Spiel gewonnen. Klingt kompliziert, ist es aber nicht.
Die Anleitung bietet noch eine Reihe von Varianten, Regeln für ein Spiel mit drei bis vier Personen und für eine größere Gruppe, die das Ganze abwechslungsreich halten.

Fazit:
Was sich auf den ersten Blick eigentlich ganz leicht anhört ist in der Praxis gar nicht so einfach, denn es gilt Auge (welche Formen habe ich, welche der Gegner?) und Tastsinn (was fühle ich im Krabbelsack außer den Fingern meines Mitspielers?) zu koordinieren. Und da die ganze Sache auch noch auf Geschwindigkeit geht, haben alle Grobmotoriker, Trantüten, Übereifrige und Angetrunkene schlechte Karten. Dennoch ist "Dschamál" ein ideales Partyspiel in kleinem Kreise, bei dem man sich garantiert näher kommt. Mit einem leichten Alkoholisierungsgrad macht dann das Spiel auch doppelt Spaß. Also durchaus empfehlenswert.




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