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Arche Opti Mix
Von Michael Bauland

Rezension erschienen: 07.11.2005, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Frank Nestel, Doris Matthäus, Verlag: Spiele von Doris & Frank, Seiten: , Erschienen: Oktober 2005, Preis: 15,95 Euro


Bei Arche Opti Mix handelt es sich um ein Kartenlegespiel mit Strategie- und Glückselementen. Ziel ist es, Noah beim Bau und Beladen seiner Arche zu helfen, indem man reihum nach und nach Tierkarten in die Arche legt und diese dabei vergrößert.

Die Schachtel ist sehr schön gestaltet und das Cover zeigt die liebevoll und lustig gezeichnete Szene, wie die Tiere Noahs Arche betreten. Das Format der Packung hätte jedoch etwas kleiner gewählt werden können. Auch die Aufteilung in zwei Fächer (eins für die Karten, das andere für die Figuren) ist nicht die beste Lösung, aber dennoch ausreichend.

Das Material hat die gewohnte hohe Qualität von Doris und Frank Spielen. Die Spielsteine (runde Mehrzweckmarker und Tierfiguren in den 5 Spielerfarben) sind aus Holz und mit kräftigen Farben lackiert. Die Karten zeigen hauptsächlich die Tiere, die sehr schön und phantasievoll gezeichnet sind. Zusätzlich ist jedes Tier mit deutschem und englischem Namen auf der Karte angegeben. Sämtliches Material liegt bereits spielbereit vor.

Die Spielanleitung ist ein 12-seitiges Heft in Schwarzweißdruck mit vielen Bildern und Skizzen, die das Spielverständnis deutlich erleichtern. Die Regeln sind logisch aufgebaut und gut lesbar. Einmaliges Lesen der Regeln erlaubt schon ein erstes Spiel, bei dem dann eventuell auftretende Fragen durch Nachschlagen geklärt werden können. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Sonderfälle mit Hilfe der Spielanleitung zu klären, für den Rest bietet die Seite http://www.doris-frank.de eine FAQ Liste. Sämtliche Exemplare, die ins Ausland geliefert werden, beinhalten auch englischsprachige Regeln.

Jeder Spieler erhält zu Anfang zwei Karten und drei Aktionschips. Das Spiel läuft in Runden ab. Der Spieler, der am Zug ist, hat immer zwei Möglichkeiten. Entweder zieht er zwei Karten (eine von den drei offen liegenden und eine verdeckte vom Stapel) und nimmt sie auf die Hand auf (wonach die offenen Karten mit einer Karte vom verdeckten Stapel wieder zu drei ergänzt werden) oder er spielt ein bis zwei Karten aus und legt sie in die Arche. Die Karten zeigen entweder ein Tier oder Proviant. Beim Auslegen sind einige Einschränkungen zu beachten, die zwar beim ersten Lesen der Regeln sehr einleuchtend klingen, in der Summe aber doch einigermaßen komplex sind. Die Arche ist in Räume aufgeteilt (anfangs gibt es vier, ein Spieler kann aber auch neue Räume eröffnen, indem er einen Aktionschip pro neuem Raum an seinen rechten Nachbarn zahlt), die jeweils auf der rechten oder linken Seite der Arche liegen. In jedem Raum dürfen maximal drei Karten liegen. Jede Tier- oder Proviantkarte zeigt ein Gewicht. Da die Arche nicht kentern darf, muss die Differenz der Summe der Gewichte auf der rechten und auf der linken Seite maximal zwei sein. Weiterhin besitzt jede Karte ein bevorzugtes Klima (heiß, kalt, egal) und dieses muss in jedem einzelnen Raum immer übereinstimmen (man darf also nicht ein Tier, das ein kaltes Klima bevorzugt zu einem Tier, das im heißen Klima lebt, in eine gemeinsame Kabine stecken). Ein anderes Problem stellt das Essverhalten der Tiere da. Es gibt Pflanzenfresser (die natürlich nicht mit Proviant in eine Kabine dürfen), Fleischfresser (die kleinere oder gleich große Tiere in ihrer Kabine fressen würden) und Mischfresser (für die beide Einschränkungen zutreffen). Acht Tiere haben spezielle Eigenschaften, die auf der Rückseite der Anleitung genauer erläutert sind und noch mehr Abwechslung ins Spiel bringen, da z.B. bereits gelegte Tiere wieder aus Kabinen vertrieben werden können (z.B. durch eine Mücke).
Die Karten sind in fünf Gattungen unterteilt: scheue, schwere, und langsame Tiere, Nutztiere und Proviant. Für jede Karte, die man in der Arche untergebracht hat, legt man eine Tierfigur seiner Farbe zur jeweiligen Gattung. Am Ende des Spiels wird dann gewertet: Der Spieler, der von einer Gattung die meisten Karten in die Arche gebracht hat, erhält zehn Punkte, der zweite sechs und der dritte zwei Punkte. Bei Gleichstand wird geteilt (zwei erste Plätze ergibt (10+6) : 2 = 8 für beide).
Das Spiel endet, kurz bevor die Sintflut einbricht. Dies wird simuliert indem fünf Regenkarten in die untere Hälfte des verdeckten Nachziehstapels gemischt werden. Sobald die fünfte Regenkarte gezogen wurde, beginnt das Endspiel. Hier dürfen keine langsamen Tiere und kein Proviant mehr gespielt werden. Außerdem muss man für jede gespielte Karte einen Aktionschip an die Bank zahlen. Wer nicht mehr spielen will oder kann, muss passen. Sobald alle Spieler gepasst haben, ist das Spiel zu Ende und es wird gewertet.
Das Spiel lässt sich, wenn man sich erst einmal an die Einschränkungen beim Legen der Karten gewöhnt hat, in einer dreiviertel Stunde spielen. Die ersten Partien dauern länger, da man genauer darauf achten muss, welche Tiere mit welchen in eine Kabine dürfen. Optimal ist es für 3-4 Spieler, aber auch zu fünft hat man ein interessantes Spiel, das man spielen kann, wenn man mal nicht einen ganzen Abend zur Verfügung hat.

Fazit:
Mit Arche Opti Mix erwirbt man ein sehr schönes Spiel, das im Verhältnis zum Preis eine sehr gute Ausstattung hat. Das Spielprinzip als Mehrheiten-Spiel funktioniert gut, wenn man auch einige Zeit braucht, bis man alle Legeregeln auswendig kann. Insgesamt ein kurzweiliges Spiel für Zwischendurch.




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