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Confrontation Grundregelwerk
Von Michael Mingers

Rezension erschienen: 22.11.2005, Serie: Tabletop, Autor(en): , Verlag: Universal Cards GmbH, Seiten: 208, Erschienen: Oktober 2005, Preis: 30,00 Euro


Es mag den ein oder anderen erstaunen, doch Games Workshop ist nicht der einzige erfolgreiche Produzent im TableTop-Bereich. In den letzten Jahren machte den roten Mannen aus Nottingham vor allem eine Firma Konkurrenz, die ausgerechnet aus Frankreich kommt.
Rackham, so der Name der französischen Firma, haben mit Confrontation eine echte Alternative für Fans von Fantasy-Modellen geliefert und nicht wenige finden die Figuren dynamischer, detailierter und einfach schöner als alle anderen auf dem Markt. Da schöne Figuren alleine nicht ausreichen um ein Spiel zu verkaufen, musste ein Regelsystem her, das nun mehr in seiner dritten Inkarnation vorliegt.

Wie in den vorherigen Editionen wird man aber die Werte der Armeen vergeblich im Buch suchen. Die Fähigkeiten einer Figur, definiert durch Werte wie Stärke, Widerstandskraft, Treffsicherheit oder Mut, finden sich auf Karten, welche den Figuren beiliegen. Insgesamt ist Confrontation auch kein System, bei dem riesige Armeen aufmarschieren, sondern es geht um die direkte Konfrontation weniger Modelle.

Was beim ersten Durchblättern des vollfarbigen Hardcovers auffällt, ist die exzellente graphische Gestaltung. Sehr viele hochwertige Illustrationen sowie Fotos quasi perfekt bemalter Figuren auf einem beigen Hintergrund lassen bei der optischen Präsentation keine Wünsche offen. Beispiele, Erinnerungen und Ausnahmeregelungen sind durch verschiedene Farben und andere Schriftstile vom restlichen Text abgehoben.

Eine knappe Einleitung informiert den Leser über die Fraktionen des Spiels. Orks, Elfen, Zwerge, Untote, religöse Fanatiker, Barbaren, Monster... alles ist vertreten, aber nicht unbedingt so wie man es kennt. Leider werden die Völker nur auf mageren drei Seiten beschrieben, was bei 13 Fraktionen einfach viel zu wenig ist. Von den kurzen Texten zu Beginn jedes der 13 Kapitel abgesehen, die jeweils eines der Völker ein wenig näher vorstellen, gibt es keine weiteren Informationen. Confrontation ist ein reines Regelbuch, ohne Beschreibung der Hintergrundwelt oder Armeelisten.

Nach einer Einführung in die Grundlagen des Tabletop-Spiels werden die elementaren Prinzipien von Confrontation erklärt: wo man auf der Spielkarte des Modells welche Werte finden kann, wie man Modelle bewegt, sie angreifen und verteidigen lässt. Hier gibt es einige unglückliche Plazierungen, so erfährt der Leser beispielsweise zuerst, wie man verwundet, und dann erst, wie man überhaupt trifft. Jedes Modell hat pro Runde eine bestimmte Anzahl an Würfeln (normalerweise zwei), die man im Nahkampf auf Angriff und Verteidigung verteilt. Wer hierbei die Initiative gewinnt, zwingt seinen Gegner diese Entscheidung zuerst zu treffen, was natürlich einen großen taktischen Vorteil bringt. Figuren werden in der Regel nicht direkt ausgeschaltet, sondern vorher verwundet, wodurch ihre Werte sinken und sie schlechter kämpfen. Dadurch wird es sehr wichtig vor seinem Gegner zuzuschlagen, was das Spiel dynamisch hält.
Natürlich gibt es auch Magier und Priester, welche durch Sprüche die Gegner schwächen oder die eigenen Truppen verstärken können. Magier sammeln dazu Kräfte bestimmter Magierichtungen in sogenannten Gemmen, Priester schöpfen ihre Macht aus der Anzahl der Gläubigen in ihrer Umgebung. Kriegsmaschinen und Artillerie finden sich auch noch im Buch, funktionieren bis auf einige Sonderregeln aber nach den bekannten Mechanismen.

Es gibt nur drei sehr standardisierte Missionen, Marke „Vernichte alles“. Für mehr Material wird auf die Hauszeitschrift verwiesen, also quasi den White Dwarf Rackhams, dem „Cry Havoc“. Mehr Missionen hätten dem Grundregelwerk aber sicher besser getan, als ein Verweis auf eine sehr teure Zeitschrift. Dazu kommt noch eine Aufzählung der Zaubersprüche, Spezialfähigkeiten sowie der fast ein Viertel des Buches einnehmenden Anhang. Dort finden sich Regeländerungen und Klarstellungen für Spieler der zweiten Edition und deren Material. Gerade diesen Platz hätte man besser für Beschreibungen der Völker verwenden sollen, um mehr Atmospäre ins Spiel zu bringen.
Hier und da finden sich einige kleinere Tippfehler und unklare Formulierungen (Schlachtreihe vs. Schlachtlinie), aber diese fallen nicht sonderlich ins Gewicht.

Die dritte Edition von Confrontation ist die schnellste, schönste und am besten erläuterte Version bisher. Von den detailierten und bebilderten Erklärungen der Regeln könnten sich einige andere Hersteller ruhig einige Scheiben abschneiden, ebenso wie von der grandiosen Aufmachung. Confrontation ist ein schnelles und unterhaltsames Skirmishsystem zu einem fairen Preis. Wer die Figuren sieht, wird es vermutlich eh spielen wollen, also: Zuschlagen!




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