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Die Baumeister des Krimsutep
Von Stefan Moriße

Rezension erschienen: 15.11.2005, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Mark, Verlag: Krimsus Krimskramskiste, Seiten: , Erschienen: Oktober 2005, Preis: 6,50 Euro


Klein und handlich präsentiert sich der neue Titel aus Krimsus Krimskramskiste, denn Die Baumeister des Krimsutep entfaltet seine Spielmechanismen auf lediglich 66 Karten. Die angegebene Spieldauer von 60 Minuten verwundert da zunächst. Doch tatsächlich bieten die Baumeister mehr als ein kurzweiliges Spielvergnügen, da aufgrund überaus großer Möglichkeiten taktisches Vorgehen zeitintensiv geplant sein will.

Der Pharao Krimsutep möchte sich rund um ein noch unerforschtes Nilgebiet eine Residenz bauen lassen. Dazu ruft er die besten Baumeister des Landes (in diesem Fall die Spieler) zusammen, die für ihn um die besten Materialen und besten Baustrategien buhlen sollen. Denn Paläste, Obelisken und Oasen, welche durch 27 Baukarten dargestellt werden, müssen planvoll angelegt werden. Nur wer die besten Materialen benutzt und die sinnvollsten Bauvorhaben umsetzen kann, wird die Gunst des Pharaos für sich beanspruchen und damit auch das Spiel durch die ermittelten Siegpunkte gewinnen.

Vor Spielbeginn werden sechs Karten ausgelegt, die den Nil darstellen. Nun gilt es, an diesen die übrigen Baukarten anzulegen, die entweder Palastteile, Obelisken oder Oasen symbolisieren. Die Bauphase bildet damit den Kern des Spiels und letztendlich auch die Verknüpfung zum ägyptischen Hintergrund. Die Spieler entscheiden sich vor jeder Runde für eine der Baukarten, die in dieser Runde angelegt werden sollen. Jeder hat zu Beginn acht bei drei Spielern beziehungsweise sechs Karten bei vier Spielern auf der Hand. Die Anzahl der Karten bedeuten gleichermaßen die Anzahl der Runden im Spiel. Hat jeder eine Karte ausgewählt, wird diese verdeckt auf den Tisch gelegt. Die Reihenfolge, in der die Karten an den Nil angelegt werden, wird durch eine zweite Phase, die sogenannte Stichphase, ermittelt.

In dieser Stichphase gewinnen die übrigen Karten, die keine Baukarten darstellen, an Bedeutung. Auf ihnen sind in drei verschiedenen Grundfarben, die denen der Baukarten Palast, Obelisk und Oase farblich entsprechen, Werte von null bis sieben verzeichnet, je nach Qualität der Karte. Ein Vorarbeiter ist hierbei wesentlich höher bewertet als ein Sklave. Daneben gibt es noch blaue Sonderkarten wie den Priester oder gar den Pharao selbst, die deutlich höhere Werte von 3 bis 12 aufweisen. Einer der Spieler beginnt nun und legt eine Karte von seiner Hand ab. Die ausgespielte Farbe muss jetzt bedient werden. Die nach ihm folgenden Spieler müssen also eine höhere Karte in der selben Farbe abwerfen, um den Stich zu machen. Karten anderer Farben, auch höheren Wertes, zählen nicht. Wirft man allerdings eine blaue Sonderkarte ab, gilt diese als Trumpf und zählt in jedem Fall höher. Wobei im Falle mehrer blauer Karten natürlich die höheren Wertes zählt.

Haben alle eine Karte abgeworfen, bekommt derjenige mit dem höchsten Wert der bedienten Farbe, oder eben derjenige mit der Trumpffarbe, den Stich. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis alle Karten von der Hand gespielt sind. Für die auf diese Weise in den drei Farben gesammelten Punkte, die gleich der Höhe des Kartenwerts sind, bekommt der Gewinner einer Farbe einen Siegpunkt. Der Spieler mit den höchsten Trumpfkarten gewinnt zwei Siegpunkte und darf außerdem bestimmen, in welcher Reihenfolge die Spieler nun die am Anfang abgelegte Baukarte am Nil auslegen müssen. Das ist von entscheidender Bedeutung: Denn für das Bauen gibt es weitere Punkte. Ein Palastteil, das an bereits bestehenden Palästen angelegt wird bringt deutlich mehr Punkte, als es in eine Obeliskenallee zu setzen. Hier gilt es also, den richtigen Zeitpunkt zu ermitteln und gewinnbringend anzulegen. Gewonnen hat derjenige, der am Ende die meisten Punkte sammeln konnte, gleich auf welche Weise.

Die Aufmachung des Spiels weiß zu gefallen. Auch wenn die Baukarten ein wenig schlicht ausgefallen sind, wurden die Stichkarten mit den entsprechenden ägyptischen Bewohnern liebevoll umgesetzt. Die Karten sind von der für ein Kartenspiel üblichen Qualität, nutzen sich bei häufiger Benutzung an den Rändern jedoch leicht ab. Alles in allem gibt es, vor allem wenn man auf den günstigen Preis schaut, nichts auszusetzen.

Fazit: Die Baumeister des Krimsutep bietet grundsolide Spielunterhaltung. Für einen Spielabend in kleiner Runde sind die Baumeister genau richtig, da die Regeln schnell erlernt sind, aber dennoch genügend taktische Optionen ermöglichen. Das Spiel nutzt sich aber durch die immer gleiche Stichphase schnell ab.
Negativ ins Gewicht fällt, dass die Verknüpfung von Stich- und Legespiel nicht jedem gefallen wird. Die Verbindung wirkt aufgesetzt und künstlich und schafft es nicht, zu einer Einheit zu verschmelzen und das Spiel damit zu einem abgerundeten Ganzen zu gestalten. Wer Legespiele mag, sich aber nicht mit dem Stichspiel anfreunden kann, wird sich schnell langweilen, da es doch den Hauptteil des Spiels ausmacht.
Die Baumeister von Krimsutep sind ihr Geld wert, leiden jedoch noch an einigen kleinen Schönheitsfehlern, die nicht gravierend sind, aber eine topp Bewertung verhindern.




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