Willkommen Gast - LORP.de v2.45.00
LORP.de  
Seite drucken Seite empfehlen Leserbrief schreiben Translate into English with Google
 

Startseite » Rezensionen » Gesellschaftsspiele » Brettspiele » Das Ende des Triumvirats

Das Ende des Triumvirats
Von Michael Bauland

Rezension erschienen: 24.11.2005, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Johannes Ackva, Max Gabrian, Verlag: Lookout Games, Seiten: , Erschienen: 2005, Preis: 30,00 Euro


Das Strategiespiel Das Ende des Triumvirats spielt zur Zeit des römischen Triumvirats (= Dreimännerbündnis) im Mittelmeerraum. Jeder Spieler schlüpft in die Rolle eines der drei Charaktere Caeser, Pompeius und Crassus. Da das Bündnis zerfallen ist, strebt jeder Charakter um die Vorherrschaft in Rom. Diese kann auf militärische oder politische Weise erlangt werden.

Das Spiel hat ein schönes Desgin. Bereits der Karton sieht aus wie ein altes Buch mit Holzeinband. In der Schachtel wirkt allerdings alles etwas unaufgeräumt, da außer einer Plastiktüte und einem Stoffbeutel keinerlei Hilfen vorhanden sind, um Steine und Plättchen aufzubewahren. Das Spielmaterial selbst hat aber sehr gute Qualität. Alle Figuren sind aus Holz und alle weiteren Plättchen und Tafeln sind aus dicker, stabiler Pappe. Die Farben des Spiels passen gut zueinander und bleiben dem Verpackungsdesign treu. So sehen zum Beispiel alle Tafeln aus wie ein auf einem Holzbrett ausgebreitetes Stück Papyrus.
Auch die Spielanleitung sieht äußerlich wie die Verpackung aus (ein altes Buch). Sie ist sehr übersichtlich aufgebaut. Nach einer kurzen Einführung, in der der thematische Hintergrund angerissen wird, gibt es eine Kurzübersicht. Diese hilft sehr beim Lesen der Anleitung. Im weiteren Verlauf wird das Spielgeschehen detailiert beschrieben und am Ende gibt es einen historischen Teil, der dem Spiel die tatsächlichen historischen Ereignisse gegenüberstellt. Die Anleitung ist stilvoll illustriert. Sie wirkt nicht zu bunt aber zeigt Bilder, um Regeln zu verdeutlichen oder zum Beispiel für die Startaufstellung. Alle Regeln sind klar dargestellt und man kann direkt nach dem Lesen mit dem Spiel beginnen.
Vor dem Spielbeginn muss die Startaufstellung hergestellt werden, was mit Hilfe des Bildes in den Spielregeln aber sehr einfach und schnell geht. Jeder Spieler übernimmt dabei die Rolle eines der drei Charaktere und besitzt zu Anfang fünf der 15 Provinzen. Es gibt dabei drei verschiedene Provinztypen: politische Provinzen, die zwei Gold bringen, militärische Provinzen, die zwei Legionen bringe und Kompetenzprovinzen, die ein Gold und eine Legion bringen. Gewöhnlich produziert jede Provinz bei jedem zweiten Zug Nachschub. Jeder Spieler besitzt einen Charakterstein, der seine aktuelle Position darstellt. Die Spieler sind reihum am Zug, der jeweils drei Phasen hat.


  • Nachschubphase: Hier werden je nach Provinz Gold, Legionen oder beides produziert. Der Nachschub wird dabei nicht zum Spieler gelegt, sondern verbleibt in der Provinz.

  • Bewegungsphase: Man bekommt vier Bewegungspunkte, mit denen man seinen Charakterstein ziehen kann. Legionen können nur zusammen mit dem Charakterstein bewegt werden. Ebenso kann nur mit Hilfe des Charaktersteins angegriffen werden. Der Charakterstein ist auch dazu notwendig, das in den eigenen Provinzen liegende Gold einzusammeln. Nur dann kann der Spieler es verwenden.

  • Aktionsphase: In dieser Phase kann der Spieler sein Gold nutzen, um seine Kompetenzen zu steigern, Bürger zu überzeugen oder Waffen zu produzieren.


Am Ende seines Zuges setzt man den Kalenderstein ein Feld weiter. Nach acht Zügen ist ein Jahr beendet und es wird ein Konsul gewählt. Dies wird der Spieler, der die meisten Bürger überzeugt hat. Wer zum zweiten Mal zum Konsul gewählt wird, hat gewonnen. Eine zweite Siegbedingung ist die Kompetenz. Es gibt die politische und militärische Kompetenz. Wer bei beiden die höchste Stufe erreicht hat, hat ebenfalls gewonnen. Dahingegen erringt ein Spieler, der neun der 15 Provinzen erobert hat, den militärischen Sieg.
Sehr interessant ist auch das Kampfsystem in diesem Spiel. Es gibt einen Stoffsack, in dem am Anfang des Spiels jeder Spieler zwei Waffen (= Steinchen in seiner Farbe) hat. Bei einem Angriff werden je nach Größe der Armeen ein, zwei oder drei Waffen aus dem Sack gezogen. Für jede Waffe des Angreifers, wird eine Legion des Verteidigers vernichtet, und für jede Waffe des Verteidigers, eine Legion des Angreifers. Neutrale Waffen (die des dritten, unbeteiligten Spielers) richten nichts aus. Danach kommt das Hauptgefecht, in dem einfach gleich viele angreifende und verteidigende Legionen vernichtet werden, so viele wie möglich. Wenn jetzt der Angreifer noch mindestens eine Legion hat, so hat er gewonnen und die Provinz erobert. Alle gezogenen Waffen, außer die des neutralen Spielers, gehen an die Spieler zurück. Die des neutralen Spielers kommen zurück in den Sack. Durch die Anzahl der eigenen Waffen kann man also die Chancen im Kampf beeinflussen. Wer viel Waffen produziert (also eigene Steinchen in den Sack legt) hat bessere Chancen, im Kampf Legionen des Gegners zu vernichten. Als Entschädigung bekommt man immer automatisch eine Waffe, wenn man eine Provinz verloren hat. Dadurch, dass die Waffen nicht zurück in den Sack gelegt werden, ist auf längere Sicht ein Kampf immer fair: Wurden beim ersten Kampf zum Beispiel nur Waffen von Caeser gezogen, so befinden sich beim nächsten Kampf kaum noch Waffen von Caeser im Spiel und die anderen Charaktere haben eine größere Chance, dass eigene Waffen gezogen werden.
Das Spiel ist eigentlich für drei Spieler ausgelegt (schließlich geht es ja auch um das Triumvirat), aber es gibt auch eine Version für nur zwei Spieler, bei der die Startaufstellung anders ist und vier Provinzen nicht genutzt werden. Für die Zwei-Spieler-Version ergibt sich eine andere Strategie, aber es funktioniert auch reibungslos. Bei drei Spielern gibt es den Vorteil (oder Nachteil, je nachdem aus welcher Perspektive man das betrachtet), dass kein Spieler übermächtig wird, da sich sonst die andere zwei Spieler (kurzfristig) verbünden würden. Das Spiel ist dadurch etwas dynamischer als mit zwei Spielern.

Fazit:
Das Ende des Triumvirats ist ein sehr schönes Spiel. Die Regeln sind einfach und bieten doch eine genügende Spieltiefe. Das Kampfsystem ist äußerst innovativ und bietet interessante Möglichkeiten. Aufgrund der hohen Qualiltät des Spielmaterials ist es auf jeden Fall sein Geld wert.



LORP.de Copyright © 1999 - 2018 Stefan Sauerbier, Alle Rechte vorbehalten.