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Totentanz
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 26.10.2005, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Henning Poehl, Verlag: SPHINX Spieleverlag, Seiten: , Erschienen: 2005, Preis: 11,50


Ursprünglich bildete der Totentanz den Stoff zu dramatischer Dichtung und szenischer Aufführung. Einer der frühesten bekannten Totentänze entstand rund 1460 wohl unter dem Eindruck des schwarzen Todes, der Pest, in der Marienkirche von Lübeck. Seit jeher ist der Totentanz nicht nur in der Prosa, sondern auch in der gemeinen Literatur sowie in der Musik zu finden. Zu den Internationalen Spieletagen in Essen 2005 präsentiert Henning Poehl im Verlag Sphinx Spiele in der schwarzen Reihe neben Spielen wie Hexenhammer, Ruhe in Frieden, Die Monstermacher und Die Vampirconnection das Spiel Totentanz.

Wie der Name es bereits vermuten lässt, dreht sich in diesem Spiel alles um den Tod und den ewigen Kampf um die Seelen der Verstorbenen. Im Spiel wird der Tod zwischen einem unnatürlichen Ableben (z.B. durch Unfälle, Mord oder Krankheit) und das Sterben an Altersschwäche unterschieden. In diesem Spiel für zwei Personen übernimmt einer die Rolle des schwarzen, der andere des weißen Todes. Dabei gilt es möglichst viele Personen ins Jenseits zu befördern.

Zu Beginn des Spieles werden die 12 Totenuhr-Karten mit den bald sterbenden Personen wie bei einer Uhr kreisförmig ausgelegt. In die Mitte des Kreises kommt die Uhrenkarte und bildet so zusammen mit den Personenkarten die Totenuhr um die der Tod später tanzen wird.
Jeder Spieler erhält nun noch seine Schicksalskarte, eine Kurzregel, eine Übersichtskarte sowie 13 Marker, von den zwei auf die eigene Punktekarte als Counter gelegt werden.
Eine Spielrunde gliedert sich in drei Phasen: Startspieler bestimmen, Todesmarker setzen und Aktionen durchführen.
Zu Beginn jeder Runde wird der Startspieler durch Würfeln ermittelt. Im ersten Moment kann einem das unfair vorkommen, aber wer sagt, dass der Tod fair spielt? Zudem relativiert sich der Effekt in den folgenden Phasen wieder ein wenig.
Ist der Startspieler bestimmt, setzen die Spieler, geschützt vor den Blicken des Anderen, ihre Todesmarker. Dabei hat man die Wahl, ob man damit den tanzenden Tod bewegen möchte, den Uhrzeiger verstellen oder eine Aktionskarte ausspielen möchte. Der Zeiger der Totenuhr bestimmt dabei die Anzahl der zu legenden Marker.
In der Aktionsphase führen dann die Spieler nacheinander ihre Aktionen abwechselt durch. Die Reihenfolge der gelegten Marker ist dabei nicht relevant. Jetzt kann man entweder die Totenuhr vor und zurückstellen (jeweils immer um einen Schritt) oder den tanzenden Tod um die Personen herum bewegen, wobei die Schrittweite durch die Totenuhr bestimmt wird, die man dann auch gehen muss. Als dritte Möglichkeit kann man mit den Aktionskarten das Spielgeschehen beeinflussen, aber diesen Schritt muss man sich mit Bedacht überlegen, da der gesetzte Marker für den weiteren Spielverlauf verloren ist und sich am Ende sogar negativ auf den eigenen Punktestand auswirkt.
Um an die Seelen der Personen zu gelangen gilt es seine Marker auf der Karte des potentiellen Opfers zu platzieren. Dies darf man, indem man den Zeiger der Totenuhr auf eine Person bewegt oder der Tanz des Todes auf der einer Karte endet. Beim Verstellen der Uhr oder Bewegen des Todes muss man aber darauf achten, dass man nicht auf der Karte einer bereits verstorbenen Person landet. Dann ist der Marker für das Spiel unrettbar verloren und landet wie die Aktionsmarker im Paradies. Damit wirken sie sich ebenso negativ auf den Endpunktestand aus. Hat man nun genügend Marker auf einer Person platziert kann man nun den Todeswurf durchführen. Dabei muss man gegen die gesamte Anzahl aller Marker auf einer Karte würfeln. Dabei haben personenabhängige Sonderpunkte auf den einzelnen Karten auch noch einen gewissen Einfluss. (Beispiel: Beim Scharfschützen erhält der schwarze Tod einen Zusatzpunkt und der weiße bekommt einen Punkt abgezogen. Er wird eher erschossen als dass er an Altersschwäche stirbt.) Ist nun eine Person gestorben, kann man die entsprechende Aktionskarte bis zum Ende des Spiels verloren und kann nicht mehr verwendet werden.
Das Spiel endet, wenn entweder alle Personen gestorben sind, die Totenuhr am Ende einer Runde auf der 12 steht oder ein Spieler keine Marker mehr hat um die Schicksalsuhr am Anfang einer Runde zu bestücken. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.

Sämtliche Spielmaterialien passen in eine kleine, handliche stabile Box. Bei der Gestaltung des Spiels heben sich die Illustrationen von den handelsüblichen Kartenspielen ab. Bei den verwendeten Spielmarkern handelt es sich um einfache Plastikchips, welche leider zusammen mit der rudimentär gestalteten Optik der Spielanleitung eher störend auf den Gesamteindruck wirken, was dem Spiel insgesamt aber keinen allzu großen Abbruch tut.
Wer mehr über das Thema Totentanz im Allgemeinen erfahren möchte, der findet auf der Webseite von Sphinx Spiele weitere Informationen.

Fazit: Das Spiel überrascht mit seinem Thema, was dadurch auch nicht jedermanns Geschmack sein dürfte. Wer jedoch Freude an einem kurzweiligen Spiel mit einem außergewöhnlichen Thema und einem ordentlichen Preis-Leistungsverhältnis hat, dem sei Totentanz ans Herz gelegt.




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