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Rückkehr der Erzmagier 2: Belagerung
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 30.09.2005, Serie: Belletristik, Autor(en): Troy Denning, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 448, Erschienen: September 2005, Preis: 11,95 Euro


Die Belagerung ist der zweite Teil der Rückkehr der Erzmagier-Trilogie und setzt die faerûnändernden Ereignisse aus dem ersten Band Der Ruf fort.

Die Enklave Umbra, eine fliegende Stadt randvoll mit Schattenmagiern, ist aus der Schattenebene zurückgekehrt, in die sie vor vielen Jahrhunderten floh. Seite an Seite mit den Ländern Faerûns möchte man gegen die Bedrohung der Phaerimm vorgehen, welche immer noch Immerska bedrohen.

Der Elf Galaeron, der sich nicht ganz unschuldig fühlt an der Befreiung der Phaerimm, unterstützt die Umbravar in ihrem Kampf und kehrt in Umbra ein. Die kleine Gruppe um ihn entdeckt eine fremde Stadt und anderer Kultur, die vieles auf sich genommen hat, um auf der Ebene der Schatten überleben zu können.

Die Verhandlungen zwischen den Umbravar und den Naturkatastrophen geplagten Herzlanden ist geprägt von gegenseitigem Misstrauen. Das je nach Definition arrogante beziehungsweise selbstbewusste Auftreten der Neu-Faerûner passt dem Rat von Tiefwasser gar nicht, welcher gerade dabei ist, eine Entsatzarmee aller Völker gen Immerska auszusenden. Cormyr hingegen hat weniger Gewissensbisse, die Hilfe beim Wiederaufbau ihres kriegsgeplagten Landes anzunehmen. Nicht zuletzt beruht das Misstrauen auch auf dem Verschwinden Elminsters, welches einige Fraktionen den Umbravar zurechnen.

In Immerska wird die Lage zunehmend bedrohlicher, die Phaerimm haben einen regelrechten Todesgürtel um Immerskas gezogen und zersetzen das Myrthal, den magischen Schutzring um die Stadt, nach und nach.

War die Haupthandlung um Galaeron im Vorgängerroman noch sehr actionlastig und kampforientiert, geht es diesmal um Intrige und Täuschung. Nicht ganz so gelungen ist der Nebenstrang um die Entsatzarmee, welcher im wesentlichen den Metaplot voranbringen soll. Es kommt keine Spannung auf und die Charaktere dort bleiben eher farblos.

Einige interessante Charakterstudien werden aber von Troy Denning in der Haupthandlung geliefert. Da sind Galaeron, der mit seinem Schatten eine schwere Last trägt, und Vala, die zusammen schon fast ein Liebespaar waren, nun ihre Beziehung zueinander aber in schwere Gefilde gerät. Galaerons Mentor wird der umbravarische Herrscher Telamont, der ihm helfen soll, seinen Schatten zu kontrollieren. Aber auch der zwielichtige Malik, der von seiner Verfolgerin Ruha eingeholt wird, und sein Beschützer X sind ein Genuss.

Die Motivation der Umbravar liegt auch für den Leser oft im Schatten. Helfer, die ohne Skrupel zu allem bereit sind, oder wollte man hier sprichwörtlich den Teufel mit dem Belzebub austreiben?

Troy Denning beweist erneut ein Händchen für interessante Schauplätze: Neben Immerska sind es das legendäre Myth Drannor und natürlich das fremdartige Umbra. Beide werden natürlich nicht bis ins Detail beleuchtet, aber es werden interessante Aspekte aufgezeigt und vor allem eine beklemmende Atmosphäre geschaffen.

Fazit: Romane, die den Metaplot voranbringen, stehen eigentlich unter keinem guten Stern. Aber Troy Denning, der schon mit dem letzten Band den Schnitt der Avatar-Chronik aufpolierte, gelingt es erneut, weltwandelnde Ereignisse dem Leser spannend und unterhaltsam näher zu bringen.




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