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Die Befreiung des Auenlandes
Von Hannes Heppner

Rezension erschienen: 29.06.2005, Serie: Tabletop, Autor(en): Mattew Ward & Adam Troke, Verlag: Games Workshop Deutschland GmbH, Seiten: 64, Erschienen: 2004, Preis: 14,95 €


Wie zuvor schon der Band »Schatten und Flamme« widmet sich auch Die Befreiung des Auenlandes nicht dem Film, sondern dem Roman; genauer gesagt, dem gleichnamigen Kapitel.

Nach seiner Vertreibung aus dem Weißen Rat durch Gandalf den Weißen begann Saruman, sich mithilfe seines Lakaien Schlangenzunge im Auenland eine neue Herrschaft zu errichten. Dazu bediente er sich der Unterstützung von Lotho Sackheim-Beutlin, dem er zunächst für ungewöhnlich große Mengen Gold Tabak-Fässer mit "Altem Tobi", sowie alle verfügbaren Informationen über die Beutlins abkaufte. Schon bald jedoch begann Lotho Befehle zu erteilen, Steuern zu erheben und Gesetze zu erlassen, die wahrscheinlich kein Hobbit jemals befolgt hätte, wäre Lotho nicht ständig von seiner "Schutztruppe" aus ungefähr zwanzig Strolchen begleitet worden. Wenig später begann die Fassade zu bröckeln und Saruman trat unter dem Decknamen Scharrer offen zu Tage. Seine Repressalien gegen die Hobbits wurden zunehmend schlimmer und wurden mit brutaler Gewalt durchgesetzt. Die Tuks waren die einzigen, die sich Scharrer und seinen Schergen widersetzten, doch erst die Rückkehr von Frodo, Sam, Merry und Pippin brachte die Wende. Unter ihrer Führung konnten die Hobbits die Strolche in der Schlacht von Wasserau vernichtend schlagen.

Als die Hobbits schließlich Saruman in Hobbingen stellten und ihm anboten, er möge freiwillig abziehen, verspottete dieser die Hobbits und prahlte damit, wie sein Lakai Schlangenzunge Lotho Sackheim-Beutlin ermordet hatte. Voller Zorn attackierte daraufhin Schlangenzunge seinen Meister und schnitt ihm von hinten die Kehle durch, woraufhin er von den Hobbits mit Pfeilen getötet wurde.


Zum Nachspielen dieser Ereignisse stellt das Buch sechs Szenarien zur Verfügung, die wahlweise einzeln oder als Teil einer Kampagne gespielt werden können. Bei letzterer Variante beeinflusst der Ausgang eines Szenarios die Armeezusammenstellung beim nächsten. Als kleine Besonderheit führt das Buch drei verschiedene Typen von Fallen ein: Fallgruben, Stolperstricke und Schlingen. Diese lassen sich aus Rundbases leicht basteln und können vor allem durch ihre psychologische Wirkung auf den Spieler das Geschehen nachhaltig beeinflussen.

Die letzten zwanzig Seiten schließlich widmen sich der Geschichte und der näheren Umgebung des Auenlandes. Historische Ereignisse wie die Schlacht von Grünfeld (1147 AZ) oder der Einfall der Weißen Warge im Grausamen Winter (1311 AZ) können hier nachgespielt werden. Andere Szenarien des Anhangs handeln von der Nachbarschaft des Auenlandes und ihren Bewohnern wie Tom Bombadil, Goldbeere und den Waldläufern des Nordens. Ihre Regeln hier noch einmal aufgeführt.

Zur Auflockerung des trockenen Regelstoffes dürfen natürlich die üblichen Mal- und Basteltipps nicht fehlen. Die vorgestellten Maltechniken sind einfach, aber effektiv und sicherlich auch für unerfahrene Maler geeignet. Bei den Basteltipps (Hobbithöhlen, Beutelsend) zeigt sich das Buch leider in den Grundsätzen wenig ausführlich. Hier setzt Games Workshop offenbar darauf, dass die Leser entweder mit Polystyrol umgehen können oder sich das Geländebauworkshop-Kompendium zulegen. Dafür werden insbesondere beim Bau von Beutelsend sehr liebevolle, kleine Details vorgestellt, die mit ein wenig Fantasie sicherlich in sehr vielen Armeen für raffinierte Akzente sorgen können.

Alle Szenarien zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit relativ wenig Figuren (bis 28 pro Seite), dafür mit umso mehr Geländeteilen gespielt werden, so dass sich Die Befreiung des Auenlandes sicherlich eher an die Liebhaber kleiner Scharmützelspiele als an die Anhänger großer Schlachten richtet.

Die Unabhängigkeit vom Film gab man den Miniaturendesignern die Möglichkeit, interessante und qualitativ hochwertige Miniaturen zu schaffen. Insbesondere die Perry-Zwillinge müssen hier lobend erwähnt werden.
Ein Buch vor allem, aber nicht nur für die Hobbitfans unter den Herr der Ringe-Tabletoppern.




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