Willkommen Gast - LORP.de v2.45.00
LORP.de  
Seite drucken Seite empfehlen Leserbrief schreiben Translate into English with Google
 

Startseite » Rezensionen » Belletristik » Historische Romane » Am Anfang was das Feuer

Am Anfang was das Feuer
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 30.07.2005, Serie: Belletristik, Autor(en): J.H.Rosny, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 203, Erschienen: Juni 2005, Preis: 10,00 €


"J. H. Rosny" ist das Pseudonym des belgischen Schriftstellers Joseph Henri Honoré Boex (1856-1940), der 1909 diesen Roman schrieb. Am Anfang war das Feuer gehört zur neuen Fanpro-Reihe mit prähistorischen Erzählungen, in der bereits Vor Adam erschienen ist. Der Roman selbst hat noch zwei Fortsetzungsbände, auf Deutsch ist aber nur der vorliegende Band erhältlich.

Der Titel ist vielen sicher von der gleichnamigen bekannten Verfilmung von Jean Jaques Annaud bekannt, hat aber mit ihm nur wenig mehr als die Rahmenhandlung gemein.

Wir schreiben die Steinzeit. Der Stamm der Oulhamr gehört noch zu denen, die das einmal gewonnene Feuer nur bewahren, aber nicht selbst erzeugen können. Im Kampf mit einem anderen Stamm verlieren sie das lebensnotwendige Gut. So schickt Faouhm zwei Gruppen aus, das Feuer zurückzubringen: Aghoo und seine zwei Brüder sowie Naoh und seine Gefährten Nam und Gaw. Der zuerst erfolgreiche Anführer soll die begehrte Gammla zur Frau bekommen.

Die Geschichte konzentriert sich danach auf die Gruppe um Naoh, der bei dem Oulhamr auch wesentlich beliebter als Aghoo ist. Aber vor dem Feuer stehen zahlreiche Abenteuer: Tiger, Löwen, Mammuts, Menschenfresser, rote Zwergmenschen, bis sie schließlich das fortschrittliche Volk der "Menschen ohne Schulter" treffen, die mit Steinen selbst Feuer machen können.

Alles möchte ich nicht vorwegnehmen. Der Roman ist flüssig und unterhaltsam geschrieben, an sehr seltenen Stellen mal etwas holpriger (z.B. inhaltliche Doppelungen direkt aufeinander folgend), was aber vermutlich tatsächlich am Autor und nicht am Übersetzter liegt. Die Dramatik und Tiefe des Filmes erreicht das Buch nicht ganz. Es ist in erster Linie ein Abenteuerroman.

Aber damit trifft der Autor genau die Zielgruppe. Der Aufmachung nach - Innenillustrationen und etwas größere Schrift - soll Rosnys Roman vor allem Jugendliche etwa ab zehn Jahren ansprechen. Für dieses Klientel ist er sehr gut geeignet und wird auch noch um einen vertiefenden Artikel über das Feuermachen und das Neandertal-Museum in Mettmann ergänzt. Damit kann der Lesestoff gleich verbildlicht werden.

Fazit: Insgesamt ist das Buch aus dem Hause Fanpro sehr gelungen und man kann nur hoffen, dass der Verlag seine Paläo-Fiction-Reihe in Sachen Rosny noch ausdehnt.




LORP.de Copyright © 1999 - 2017 Stefan Sauerbier, Alle Rechte vorbehalten.