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Aus der Asche
Von Philipp Kiefner

Rezension erschienen: 06.07.2005, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Lena Falkenhagen, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: , Erschienen: Juni 2006, Preis: 16,00 €


Ein Flammenmeer wird Stein versengen
und Mensch und Tier verbrennen.
Dann nicht mehr als Asche bleibt
und sich ein großes Reich entzweit.
Finstere Prophezeiungen eines Irren
auf dem Marktplatz von Gareth


Furios endete die Schlacht in den Wolken, doch das Jahr des Feuers ist noch lange nicht vorüber.
Zwar können sich die Helden glücklich schätzen, dort überlebt zu haben, wo viele Andere und sicher nicht Geringere ihr Leben lassen mussten. Doch die Ereignisse in Aus der Asche lassen die Taten als Phyrrussieg erscheinen.

Die Ausgangslage könnte düsterer nicht sein.
So schwarz wie der dicke, ölige Qualm über dem immer noch brennenden Gareth.
So schwarz wie die Asche, die früher einmal Mensch und Tier, Haus und Hof, Glück und Hoffnung war.
Und so schwarz wie die Seelen jener, die dieses Unglück für ihre Zwecke nutzen...

In 4 Kapiteln gliedert sich das Abenteuer Aus der Asche. Vier Kapitel die wahre Helden fordern - selbstlos, aber auch bestimmend.
Dies ist keine Zeit für Zauderer, denn das Reich droht auseinander zu fallen. Daher müssen die Helden Stellung beziehen, auch wenn es ihnen nicht gefällt und geraten so immer tiefer in Ränke der Hochedlen.
Doch egal wie sie sich entscheiden, sie werden sich nicht nur Freunde machen. Sie müssen durch ein Land ziehen, das, von Unsicherheit und Verzweiflung gezeichnet, am Rande eines Bürgerkriegs steht und in einem politischen Flächenbrand unterzugehen droht.

Damit nicht genug. Eines der heiligsten Artefakte der Zwölfgötterkirche wurde zerstört und es scheint, als ob damit auch die einzige Hoffnung auf einen Sieg gegen den untoten Drachen Rhazzazor untergegangen wäre.
Der einzige Weg zur Rettung scheint geradewegs in Borons Hallen zu führen.

Und zuletzt bleibt noch die Frage, was es mit dem mysteriösen "Auge des Morgens" auf sich hat und in welchem Zusammenhang es zum verschollenen geheimen Reichssiegel steht. Denn man erzählt sich, dass sein Besitzer Zugang zu Wissen und großer Macht erlaubt. Vielleicht genug um neuer Herrscher des Mittelreichs zu werden.

Wie bereits erwähnt: Es ist eine Zeit der Helden. Ernsthaftigkeit und überlegtes Vorgehen sind daher oberste Pflicht. Aus der Asche ist, anders als Schlacht in den Wolken weniger actiongeladen und befasst sich intensiv mit den politischen Ränken im Reich.
Daher ist sicher nicht jeder Heldencharakter, aber auch längst nicht jeder Spieler für dieses anspruchsvolle Abenteuer geeignet.

Die Komplexität der Handlung, aber auch die düstere Atmosphäre und die zahlreichen Akteure stellen hohe Anforderung an den Meister. Zwar hilft der modulare Aufbau, aber ohne eingehende Vorbereitung ist dieses Abenteuer nicht zu bewältigen.
Damit sich jeder Charakter erfolgreich einbringen kann sollten die Handlungsstränge auf die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Helden und ihrer Spieler angepasst werden.
Auch müssen die weitreichenden Entscheidungen der Gruppe berücksichtigt und Entwicklungen vorausgesehen werden.
Dies gilt in gewisser Hinsicht für jedes Abenteuer, aber hier wird in einer Liga gespielt, in der gravierende Fehler tödlich sind oder ansonsten die Handlung unglaubwürdig wird.

Fazit:
Letztlich besticht Aus der Asche durch die komplexe, spannende und stimmungsvolle Handlung, die nicht nur tumbe Muskelkraft, sondern vielmehr Hesindes Gaben und Phexens Schliche benötigt.
Ein Abenteuer wirklich epischen Ausmaßes für gute Rollenspieler und einen meisterlichen Spielleiter.



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