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Die Chroniken der Hüter Band 1: Hotel Elysium
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 26.07.2005, Serie: Belletristik, Autor(en): Tanya Huff, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 431, Erschienen: Juni 2005, Preis: 11,95 €


Claire Hansen ist eine Hüterin - damit ist ihre Aufgabenstellung klar umrissen: Das Schließen oder Überwachen sogenannter "Unfallstellen". Orte, an denen etwas Schlimmes passierte und wo nun die Realität verzerrt und extradimensionale Wesen eindringen können. Obwohl noch unter dreißig, ist sie dabei recht erfolgreich.

Nun ereilt sie ein Ruf, der sie des Nachts in das schäbige Hotel des schmierigen Besitzers Smythe führt. Kaum sind die feuchten Klamotten ausgezogen und ein kurzer Schlaf gefunden, dämmert auch schon der Morgen. Sehr zur Überraschung von Claire und ihrem altklugen, sprechenden und ewig hungrigen Kater Austin ist der Besitzer am nächsten Morgen nicht mehr da, nur noch der junge, muskulöse Angestellte Dean. Verwundert untersuchen beide die Privaträume von Smythe, wo sie eine Notiz finden, dass er Claire das Hotel überschreibt.

Außerdem stellt Claire fest, dass er nicht nur ein Vetter, sondern auch wie ihre Eltern eine schwächere Version eines Hüters war. Anscheinend ist sie genau da gelandet, wohin der Ruf sie locken sollte. Eine erste Untersuchung des Hauses ergibt ein häufig besuchtes Zimmer ohne Fenster, eine schlafende Ex-Hüterin, die vom Bösen verführt wurde, in einem anderen und eine schizophrene Hölle im Heizungskeller... Auch wenn Claire als junge Hüterin alles andere als glücklich ist, hier sesshaft zu werden, fügt sie sich ihrem Schicksal.

Als erstes lässt sie Dean das Hotel renovieren, u.a. auch das unvollständige Namensschild: Hotel Elysium prangt es nun wieder vollständig über dem Eingang..

Von Tanya Huff erschien nun nach der "Chronik des Blutes" mit den "Chroniken der Hüter" die zweite, übersetzte Reihe bei Feder & Schwert. Sie brilliert im Auftakt der neuen Chronik weniger mit Handlung als vielmehr mit Begegnungen und einem ironisch Stil. Langsam wird der Leser in eine Mischung aus einer humorigen Welt der Dunkelheit und den gerne auch mal auf Klischees setzende Serien Buffy und Angel eingeführt.

Nach und nach treffen schräge Besucher im Hotel ein - egal ob Vampir, zwei Werwolfdrillinge oder die griechische Götterriege in Pension: En Gast ist schräger als der andere. Aber auch vor Ort gibt es die Nachbarin, die sich nie Claires Namen merken kann, mit ihrem ewig kläffenden Hund Baby oder den französischen Geist auf dem Dachboden, der nur eins will - Fleisch. Zu guter Letzt darf man die liebe Verwandtschaft nicht vergessen, egal ob es sich dabei um die Mutter oder die junge Schwester Diana, die alles besser weiß, handelt. All dies sorgt für viel Unterhaltung in insgesamt dreizehn Episoden.

Fazit: Im Vergleich kommt Tanya Huff noch nicht an die großen Namen der Branche heran, dazu ist es ab und an mal zu langatmig und die Handlung zu wenig spannungsgeladen und zielgerichtet. Trotzdem zeichnet sie eine gelungene Karikatur eingefahrener Klischees mit feiner Ironie, die sich nicht zu verstecken braucht. Ein gelungener, verheißungsvoller Auftakt!




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