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Bleicher Mond
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 22.06.2005, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Marcus L. Rowland, Steffen Schütte, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 108, Erschienen: Mai 2005, Preis: 14,95 €


Der Cthulhu-Abenteuerband Bleicher Mond enthält auf seinen rund 110 Seiten zwei Abenteuer, den Namensgeber Bleicher Mond von Marcus Rowland und König!...Reich...!...unten! vom dienstältesten deutschen Cthulhuautor Steffen Schütte.

Und der Abenteuerband blickt auf eine passende Geschichte zurück: "Das ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass die Zeit den Tod besiegt." Als der damalige deutsche Cthulhu-Herausgeber, der Laurin-Verlag, vor über zehn Jahren in den Konkurs ging, war Bleicher Mond bereits angekündigt, wurde aber erst auf Wunsch von Fans 2004 wieder aus der Versenkung geborgen. Der Text lag bereits übersetzt vor und wurde um ein weiteres neues Abenteuer ergänzt.

Bleicher Mond hat alle Zutaten, die man von einem echten Cthulhu-Abenteuer erwarten darf: Bodenständiges und Übernatürliches im skurrilen Mix. Der Auftrag an sich ist schon sehr ungewöhnlich. Die Charaktere nehmen an einer Mondexpedition 1927 teil. Man hat ein magisches Tor entdeckt, das den Zugang zum Mond ermöglicht – in einem tiefen Stollen. Durch Pannen bei der Erstbenutzung ist der Stollen aber leider geflutet. Die Charaktere müssen daher in Taucher-/Mondanzügen ihre Reise antreten. Auf dem Mond schließlich erforschen sie bei Expeditionen vom britischen Basislager HMS Selene aus den Kraterkomplex Aristarchus, der aus 30 Pyramiden unterschiedlicher Größe besteht.

Bis dahin ist das Modul eigentlich schon mit ausreichenden Abenteuerlichkeiten garniert. Doch die Pyramiden sind leider nicht, was sie zu sein scheinen. In der Folge haben die Charaktere eine Begegnung mit der großen Rasse und geraten danach in einen für sie kaum durchschaubaren Wirrwarr von Zeit und Raum. Der Ausgang des Abenteuers ist offen gestaltbar und bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Start einer Kampagne in verschiedenen Zeiten und Dimensionen, ist aber prinzipiell extrem gefährlich bis tödlich. Immerhin sind die Charaktere sehr sicher Zeugen des Urknalls.

Das zweite Abenteuer startet mit einer Zugfahrt der Charaktere durch das nächtliche Deutschland, während der plötzlich ein verzweifelt wirkender Mann auf den Waggon springt und sich vor der Scheibe festklammert. "König!...Reich...!...unten!" sind die einzigen verständlichen Worte, die den Zuglärm durchdringen, bevor der Mann den Sprung mit seinem Leben bezahlt.

Gegner der Charaktere sind in diesem Abenteuer Ratten, die gemeinsam ein kollektives Bewusstsein, den Rattenkönig, gebildet haben. Angelockt durch ein mächtiges Artefakt sammeln sich die Ratten in Plauen, um von dort die Menschheit zu vernichten. Die Charaktere werden schnell in die Geschehnisse hineingezogen und ständig in Trab gehalten, sei es durch Zugsabotagen der Ratten, Katastrophenverhinderung, Aufklärung seltsamer "Unglücksfälle" und Entlarvung der wahren Täter und Hintergründe. Dabei wird ihnen erst im Laufe des Abenteuers klar, wer eigentlich ihre Gegenspieler sind, die sich so "menschlich" verhalten.

Fazit:
Alles in allem ist der Abenteuerband Bleicher Mond sehr gelungen. Das Layout ist gewohnt stimmungsvoll, Handouts und Illustrationen sind prima und die Abenteuer wissen inhaltlich zu überzeugen, wobei mir König!...Reich...!...unten! noch besser gefällt als der Namensgeber des Bandes. Auf jeden Fall ist der Band die Anschaffung wert.




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