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Arlorns Bibliothek - Szenario-Set
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 29.06.2005, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Thomas E. Müller, Verlag: The Lore Factory, Seiten: 350, Erschienen: Mai 2005, Preis: 38,00 Eur


Ein eigenes Rollenspiel zu entwickeln ist schon eine Leistung. Es dann noch zu etablieren umso mehr. Die Entwickler des OSIRIS-Rollenspiels sind sogar noch einen Schritt weiter gegangen. Es gibt ihr Spiel neben dem kostenlosen Download auch als gedrucktes Werk, das sich hinter aktuellen Publikationen größerer Firmen nicht zu verstecken braucht.

Jetzt gibt es auch das erste von zahlreichen Szenario-Sets für OSIRIS zu kaufen: Arlorns Bibliothek. 38,00 Euro sind ein insgesamt nicht günstiger aber angemessener Preis für vollprofessionelle Verhältnisse. Die sind aber bei OSIRIS nicht gegeben, so dass man den Preis für 350 Seiten im Hardcover (Format 22,5 cm X 17,3 cm) als günstig einstufen kann.

Das Layout und die Illustrationen im Band sind sauber und greifen den Stil der OSIRIS-Regelbücher auf. Insgesamt wirkt das Styling wie manche Rollenspielsysteme in den 90er Jahren: engagiert, aber etwas kantig. Störend wirkt es nicht, eher sympathisch.

Die Stärken des Szenario-Sets liegen in der Rahmengeschichte und dem Aufbau des Inhalts. Alorn deEibenee hat vor über 1000 Jahren eine Bibliothek gegründet und alles folgende Wissen ist ihr entnommen. Der Inhalt selbst ist sehr systematisch nach Regionen der Welt Eá sortiert. Da gibt es zum Beispiel die Baronien, sozusagen der "normalste" Teil des Landes. Der geneigte Leser erfährt bei der Lektüre des Kapitels etwas über die sieben Baronien. Für jede gibt es eine Beschreibung und sowie Einblicke in ihre Kultur, Sitten und Gebräuche, ihre Religionen, Kulte, Währung, Handel, Handwerk und Geschichte. Danach folgt der für das Spiel wichtigste Teil: Die Professionen. 28 Berufe (z.B. Söldner, Hexer, Erfinder, Minnesänger,...) aus acht Klassen (Abenteurer, Krieger, Theologe, Magier, Schamane, Künstler, Handwerker und Gauner) stehen zur Wahl. Die Texte sind insgesamt gut geschrieben und informativ. Das Stöbern in den Kapiteln macht Spaß.

Neben den Baronien birgt Arlorns Bibliothek ähnlich aufgebaute Weltenteilbeschreibungen; das Reich Xiang (Asiaten), die Südländer (Araber), die Khymurin (Zwerge), Hynländer (Wikinger) und Elfen. Insgesamt handelt es sich also um in vielen anderen Fantasy-Welten auch übliche Völker.

Die letzten rund 100 Seiten umfassen zahlreiche Listen und Tabellen, darunter unter anderem Ereignistabellen, Tabellen über Waffen, Fallen und Schlösser, Panzerungen und Schilde, Kreaturen, Fertigkeiten und zum Handwerk.

Insgesamt ist das Szenario-Set ein sehr mächtiges Werk, das nur eine echte Schwäche hat. Einige Teile gleiten allzu sehr ins Plakative oder Altbekannte ab. Dass z.B. Druiden Metallwaffen nicht mögen und allgemein eher naturverbunden sind..., klingt wie aus dem alten AD&D entnommen. Aber diese Mängel sind zu verschmerzen, weil sie in der Masse nicht tragend sind.

Fazit:
Arlorns Bibliothek ist solide Arbeit für Fantasy-Freunde und übrigens auch gut für Spieler geeignet, die irgendein anderes Fantasy-System spielen ohne sich an eine bestimmte Welt binden zu wollen.




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