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Klüngel
Von Jan-Hendrik Strenzke

Rezension erschienen: 01.05.2005, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Kraig Blackwelder, Jacob Klünder, Matthew McFarland, Will Hindmarch, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 140, Erschienen: April 2005, Preis: 24,95 €


»Klüngel« ist der erste Quellenband zu »Vampire: Requiem« und befasst sich wie der Name schon sagt mit allem, was eine Gruppe von Vampiren verbinden kann. Hierbei reiht sich das 140 Seiten umfassende Buch qualitativ nahtlos bei den bisherigen Publikationen zur neuen Welt der Dunkelheit ein. Die Aufmachung ist exzellent, das Layout klar und eindeutig, lediglich bei den Illustrationen im Buch gibt es den einen oder anderen Ausreißer nach unten. Ganz im Sinne der Erzähltradition der Welt der Dunkelheit liegt der Fokus des Buches eindeutig auf Inhalten, Regeln werden nur vereinzelt als Ergänzungen in Einschüben dargestellt.

Eingeleitet wird das Buch durch eine stimmungsvolle Geschichte, die im Wechsel aus aktuellem Geschehen und Rückblenden erzählt wird. Hierbei wird auf das Miteinander unterschiedlicher Vampire in einem Klüngel eingegangen und man bekommt einen ersten Eindruck von der Bedeutung der Bünde in der Welt der Dunkelheit. Zusammen mit den üblichen Vorbemerkungen stimmt sie hervorragend auf die folgenden Kapitel ein.

Das erste Kapitel befasst sich mit kosmopolitischen Klüngeln, also Gruppierungen deren Mitglieder unterschiedlichen Bünden angehören. Es liest sich flüssig und bietet eine Vielzahl von Anregungen für Erzähler und Spieler. Besonders interessant ist hierbei die Betrachtung der Rolle einzelner Bünde im Rahmen eines kosmopolitischen Klüngels, die gerade für die Entwicklung eines Charakterkonzepts wertvolle Anregungen liefert. Zudem werden in diesem Kapitel Klüngel, die sich aus einem einzigen Clan rekrutieren, näher betrachtet.

Die folgenden Kapitel befassen sich eingehend mit den fünf Bünden, denen Spielercharaktere angehören können: Ordo Dracul, Carthianische Bewegung, Zirkel der Mutter, Invictus und Lancea Sancta. Hierbei wird sowohl auf die Strukturen des Bundes und die Rollen einzelner Vampire als auch auf die verschiedenen Funktionen, die ein bundspezifisches Klüngel erfüllen kann, eingegangen. Die grundlegende Philosophie des jeweiligen Bundes wird genauso dargestellt wie die möglichen Motivationen seiner Mitglieder. Somit bietet das Buch einen gelungenen Überblick über die typischen Verhaltensweisen der Mitglieder einzelner Bünde, die sowohl Spielern als auch Erzählern eine Reihe von Anregungen für die Darstellung von Charakteren bieten.

Insgesamt hinterlässt »Klüngel« ein wenig gemischte Gefühle. Einerseits stellen gerade die Informationen zu den einzelnen Bünden eine echte Bereicherung dar. Andererseits gehen diese Informationen durch die Fokussierung auf das Thema des Buches weniger in die Tiefe als man sich wünschen würde. Die wahren Hintergründe und Geheimnisse zu betrachten wird wohl den bundspezifischen Quellenbänden vorbehalten bleiben, womit das Buch gerade für erfahrene Spielleiter ein wenig an Reiz verlieren dürfte. Nichtsdestotrotz finden sowohl Spieler als auch Erzähler in diesem Band eine Vielzahl von Anregungen und Hilfestellungen für die Gestaltung des eigenen Klüngels und die Entwicklung einer Chronik.

Fazit:
»Klüngel« wird von der Aufmachung her dem hohen Niveau der neuen Welt der Dunkelheit vollauf gerecht und das Thema wurde auch inhaltlich gut umgesetzt. Erfahrene Erzähler sollten sich überlegen, ob sich die nicht unerhebliche Investition für sie lohnt, für alle anderen dürfte »Klüngel« eine echte Bereicherung darstellen.




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