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Midgard: Die Geburt der Dunklen Götzen
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 12.06.2005, Serie: Belletristik, Autor(en): Alexander Huiskes, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 413, Erschienen: April 2005, Preis: 12,95 €


Die Geburt der dunklen Götzen ist ein historischer Midgard-Roman, der in die Zeit der Seemeister und das Ende des Valianischen Imperiums entführt.

Tebal Girzdam hat nur unterentwickelte magische Fähigkeiten, ist aber dank seines strategischen Geschicks ein anerkannter Seemeister und der Strategos des Imperiums. Doch auch dieses kann das Reich nicht vor seinem Untergang bewahren, so mehren sich die Kräfte unter den Seemeistern, die Wesen aus den höheren Ebenen (Dämonen) beschwören wollen, da diese ihnen viel selbstloser zur Seite stehen als die Elementarwesen der ersten Ebene.

Tebal bekommt von der Aufspaltung der Grauen und Schwarzen Seemeistern aber nur wenig mit. Bei einer Strafexpedition gegen den aranischen Erzfeind verschlägt es ihn in eine Weltensphäre, in der er zwar nur wenige Wochen verbringt, aber auf Midgard viele Jahre vergehen.

Als er wiederkehrt, wurde das Imperium fast zerschlagen, nur noch brüchige Überreste konnten gehalten werden. Er erkennt, dass das Reich verloren ist und plant ein neues gründen. Ihm zur Seite stehen der Bibliothekar Elekander und dessen Gehilfin Sathardu, mit denen er in die tegarische Steppe flieht. Allerdings müssen sich alle drei der Unterstützung dunkler Mächte sichern, die mit verheißungsvollen Pakten locken.

Autor Alexander Huiskes ist Autor zahlreicher Midgard-Publikationen und ein wahrer Midgard-Kenner ... leider. Das scheint ihn nämlich dazu zu verleiten, oftmals faktenartig Dinge zu erzählen, ohne dass der Leser die Entscheidung nachvollziehen kann. Die drei diskutieren beispielsweise nicht groß, warum es in die tegarische Steppe gehen soll, welche Vor- und Nachteile ihr ausgewähltes Ziel hat, nein, sie wählen es einfach. Auch im späteren Verlauf bleiben Figuren und ihre Handlungen flach, ein Spannungsbogen kann so gar nicht erst entstehen.

Dabei integriert er durchaus auch interessante Personen und Geschehnisse wie Tegals Jugendfreund Alchessamiore, der den Bruch der Seemeister miterlebt. Später erfährt man nur, dass er verschwunden ist und wartet eigentlich die ganze Zeit, dass dieser Nebenplot aufgelöst wird; leider vergeblich.

Auch dass es Tebal in die Weltensphäre verschlägt, wird rekordhaft auf einer halben Seite abgehandelt. Insbesondere bleibt dem Leser unverständlich, welchen Nutzen der Urheber dieses Vorfalls daraus zieht, wenn er sein bestes Werkzeug selbst aus dem Verkehr zieht.

Wirklich gelungen ist hingegen die Kurzvorstellung von Midgard auf wenigen Seiten mit Karte, wo der Leser einen guten Überblick über die Welt erhält. Ebenso gelungen sind Layout und Design des Buches.

Fazit:
Für Fantasy-Leser wahrlich kein Lesetipp, Midgard-Spieler und Spielleiter hingegen, die sich für Seemeister, die tegarische Steppe oder die drei dunklen Götzen interessieren, werden sich wohl durchkämpfen müssen.




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