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Von Mira Sauerbier
Rezension erschienen: 16.09.2005, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Michael Rieneck, Verlag: Kosmos Verlag, Seiten: , Erschienen: 2004, Preis: 29,95 €
Das Gesellschaftsspiel "In 80 Tagen um die Welt", basierend auf dem auf dem gleichnamigen Roman von Jules Verne, ist ein spannender Lauf gegen die Zeit. Mit der Wette die Welt in weniger als 80 Tagen zu umrunden, gehen die Spieler mit dem Ausgangs- und Zielpunkt London auf eine abenteuerliche Reise.
Mittels an die 1920er Jahre angelehnter Illustrationen vermittelt dieses Reisespiel vom ersten Blick auf den Karton bis zum letzten Spielzug eine rundum stimmige Atmosphäre. Auch die hölzernen Sielfiguren in Form von Männchen mit Hut tragen positiv zum Gesamtbild bei. Bei der Gestaltung der Spielfiguren ging diese Idee sogar soweit, die Detektivfigur nicht nur anders zu färben, sondern ihr auch noch einen anders geformten Hut aufzusetzen. Ihren Platz finden die Spielmaterialen in der von Kosmos gewohnt stabilen Spielebox.
Um nun in das Spiel einsteigen zu können und auf große Reise zu gehen, sieht man sich einer ebenso ansprechend gestalteten Spielanleitung gegenüber. Die Anleitung für dieses Spiel von Michael Rieneck ist gut verständlich geschrieben und lässt keine Regelfragen offen. Schön wäre es allerdings, wenn die Anleitung mehrsprachig verfügbar wäre.
Nach dem kurzweiligen Lesen der Spielanleitung gilt es die zwei widersprüchlichen Ziele des Spiels miteinander zu vereinbaren: Einerseits möchte jeder auf der Reiseroute am weitesten vorne sein, um als Erster in London anzukommen, andererseits soll das in möglichst wenigen Tagen geschehen. Und dann ist da ja noch die Aufgabe, möglichst weit hinten auf dem Tageszähler stehen. Jeder Spieler bekommt eine Spielfigur, die er auf das Startfeld London stellt, sowie einen Zeitstein, den man auf das Feld 0/80 der Zeittafel setzt. Um die Farbe der eigenen Spielfigur leichter in Erinnerung zu behalten, bekommt jeder Spieler zu Beginn einen Wettschein, der seine Spielerfarbe anzeigt. Dann werden unter den Spielern Reisekarten ausgeteilt. Auf diesen Reisekarten befinden sich die möglichen Fortbewegungsmittel sowie deren Kosten. Darauf folgt das Verteilen der Ereigniskarten, die auf das dafür vorgesehene Feld des Spielplanes gelegt werden. Zu Beginn einer jeden Runde werden Reisekarten offen an der Aktionsleiste ausgelegt, und zwar immer eine Karte mehr, als Spieler teilnehmen. Jede ausgelegte Reisekarte wird einer bestimmten Aktion zugeordnet. Folgende Aktionen sind möglich:
- Der aktive Spieler nimmt sich ein Goldstück.
- Der aktive Spieler darf einen Ballon benutzen, falls er in dieser Runde weiterreist.
- Der aktive Spieler zieht die oberste Ereigneiskarte.
- Der aktive Spieler erhält das Startspielerzeichen und wird in der nächsten Runde Startspieler.
- Der aktive Spieler darf den Detektiv auf ein beliebiges Feld (außer London setzen).
- Als letzte Aktion gibt es den Austausch von bis zu drei Handkarten mit dem verdeckten Stapel.
Der Startspieler beginnt die Runde, indem eine der ausliegenden Reisekarten auswählt und auf Wunsch die dazugehörige Aktion durchführt. Anschließend kann er mit seiner Spielfiguren die nächste Stadt bereisen oder aber in der Stadt stehen bleiben, um Reisekarten zu sparen. Will der Spieler reisen, so zieht er mit seiner Spielfigur auf den nächsten Ort und muss dafür die erforderlichen Reisekarten abgeben. Welche Reisekarten er benötigt, ist an der Art und der Anzahl der Symbole zu erkennen, die jeweils zwischen zwei Orten auf dem Plan abgebildet sind. Anschließend zieht er mit seinem Zeitstein so viele Felder vor, wie die Zahlen auf seinen gespielten Reisekarten angeben. Hierbei handelt es sich um die benötigten Reisetage. Sollten zwei gleiche Transportmittel gefordert sein und man kann zwei gleiche Transportmittel mit der gleichen Zahl ablegen, so muss der Zeitstein nur für eine Karte weiter bewegt werden. Der aktive Spieler darf in seinem Spielzug allerdings nur eine Stadt weiter ziehen. Erreicht ein Spieler als erster eine Stadt, erhält er den roten Bonuschip. Der Spieler, der als letzter in der Stadt eintrifft, bekommt den blauen Bonuschip. Es gibt vier verschiedene Bonuschips:
- ein Goldstück nehmen
- eine Ereigniskarte nehmen
- eine Reisekarte nehmen
- alle anderen Spieler müssen ihren Zeitstein ein Feld weiter setzen
Am Ende seines Zuges darf der aktive Spieler maximal sechs Handkarten (Reise- und Ereigniskarten) auf der Hand halten und muss die überzähligen Karten abwerfen. Sobald der vorletzte Spieler das Ziel London erreicht hat, wird die Runde noch zu Ende gespielt. Den großen Wettlauf gegen die Zeit hat dann der Reisende gewonnen, der am wenigsten Reisetage bis nach London gebraucht hat.
In 80 Tagen und die Welt ist ein spannendes und abenteuerliches Familienspiel, bei dem Glück und Strategie gut ausgewogen sind. Während dieser 60 Minuten andauernden Reise geht bis zum Schluss die Spannung nicht verloren. Die optimale Spielerzahl für dieses Brettspiel sind vier Personen, da sich dieses Spiel mit vier Spielern abwechslungsreicher und interessanter gestaltet. Ein Spiel, das durch sein hohes Maß an Atmosphäre seinen Reiz so schnell nicht verliert.
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