Willkommen Gast - LORP.de v2.45.00
LORP.de  
Seite drucken Seite empfehlen Leserbrief schreiben Translate into English with Google
 

Startseite » Rezensionen » Gesellschaftsspiele » Kartenspiele » Meine Zwerge fliegen hoch!

Meine Zwerge fliegen hoch!
Von Lars-Hendrik Schilling

Rezension erschienen: 04.07.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2004, Preis: 14,95 €


Eine Situation, die (fast) jeder Rollenspieler kennt, ist in einem Höhlenkomplex (Dungeon) zu stehen und ordentlich Gold rauszuholen. Seltsamerweise ist man dabei meistens konkurrenzlos. Das Gold scheint geradezu darauf zu warten, dass man es einsteckt. Doch was wäre, wenn man sich plötzlich mit anderen darum streiten muss?

Das könnte so ungefähr der Ansatz sein, warum "Meine Zwerge fliegen hoch!" erfunden wurde. Die zwei bis vier Spieler kommandieren eine mehr oder weniger kleine Streitmacht phantastischer Kreaturen. Von schwächlichen Goblins bis zu mächtigen Zyklopen kann ein Spieler alle Standardviecher der Fantasywelten unter sich vereinen. Das geht aber nicht immer. Viele Rassen hassen sich so abgrundtief, dass sie nicht in einer Streitmacht zusammen kämpfen können. Weiterhin können die verschiedene Kreaturen spezielle Fähigkeiten erhalten, die ihnen besondere Vorteile geben. So muss man immer abwägen, ob es sich lohnt, eine neue Kreatur auszuspielen, wenn dadurch andere Kreaturen abhauen, die vielleicht schwächer, aber dafür zahlreicher sind.

Nun geht's um das Gold. In jedem Kampf würfeln alle beteiligten Spieler W6, für jede Kreatur ist die Anzahl festgelegt. Je mächtiger die Kreatur, umso mehr Würfel sind es. Hier zeigt sich eine geschickte Idee von "Meine Zwerge fliegen hoch!" Um einen hohen Kampfwert zu erreichen, muss man hoch würfeln, um eine große Menge Gold zu finden, muss man möglichst oft niedrig würfeln. So reguliert sich das Würfelglück geschickt selber.
Natürlich kann niemand mal eben die Ergebnisse von 30W6 zusammen rechnen. Vor allem, weil das Spiel nur fünf Würfel mitlifert und man sie somit hintereinander würfeln muss. Dafür gibt es ein Spielbrett, auf dem jeder Spieler seinen Kampf- und seinen Schatzwert mit Makern anzeigen kann. So kann am Ende des Kampfes verglichen werden.

Das Spiel macht großen Spaß und kann super zwischendurch an einem Spielabend oder auf einer Con gespielt werden. Eine langfristige Motivation kann und will das humorvolle Spiel nicht liefern. Das muss es aber auch nicht. Es ist eben kein neues Schach, sondern ein nettes Spiel für nebenbei.

Abgesehen von dem leider etwas schlechten Spielbrett (es ist bloß ein doppeltgefaltes Din A4-Blatt) ist das Spielmaterial gut hergestellt und stabil. Die Karten sind von John Kovalic illustriert. Und das obwohl es ein deutsches Spiel ist. Gibt es noch irgendetwas, was John Kovalic nicht illustriert? Die Illustrationen von ihm sind natürlich in gewohnt guter und humorvoller Qualität. Leider wechseln sie nicht. Die vielen Karten mit der gleichen Kreatur darauf haben alle die gleiche Illustration, anstatt diese abzuwechseln, wie es bei gleichen Munchkinkarten der Fall ist.

Fazit: Ein tolles Spiel mit einem super Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Anschaffung lohnt sich für fast jeden, der humorvolle Spiele mag. Ich empfehle jedoch, das Spiel mit mindestens drei Leuten zu spielen. Zu zweit ist das Spiel eher etwas langweilig.




LORP.de Copyright © 1999 - 2017 Stefan Sauerbier, Alle Rechte vorbehalten.