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Chinagold
Von Jan-Hendrik Strenzke

Rezension erschienen: 17.11.2004, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Günter Cornett, Verlag: Bambus Spieleverlag GbR, Seiten: , Erschienen: 2004, Preis: 22 €


»Chinagold« ist ein taktisches Brettspiel für zwei Spieler ab acht Jahren. Diese schlüpfen in die Rolle von Goldschürfern, wobei der eine versucht, in den Bergen reich zu werden, während der andere sein Glück in den Flüssen sucht. Das Knifflige hierbei ist, dass jeder Goldfund sowohl einem Berg als auch einem Fluss zugeordnet werden kann und der Abtransport erst erfolgt, wenn ein Gebiet vollständig ausgebeutet ist.

Die ansprechend gestaltete Verpackung vermittelt den Eindruck eines kurzweiligen Spiels, bietet jedoch nur wenige Informationen zum Inhalt von »Chinagold«. Auch spiegeln die Farben in keiner Weise die Optik des Spiels wieder. Das eigentliche Spielmaterial besteht aus einem Spielplan aus Kunstleder, drei Wurfplättchen und einundneunzig Holzmarkern, die vor dem ersten Spiel auf einer Seite mit einem gelben Klebepunkt versehen werden müssen.
Das Spielfeld ist ein aus einundneunzig Punkten bestehendes Sechseck. Dieses ist unterteilt in siebzehn Berge und siebzehn Flüsse, die jeweils aus drei bis acht Schürfstellen bestehen. Jeder Punkt ist hierbei sowohl einem Berg als auch einem Fluss zugeordnet. Die Gebirge sind hierbei durch ein dezentes dunkles Rot gekennzeichnet, während die Wasserläufe in einem matten Blau gehalten sind. In Verbindung mit dem bräunlichen, kunstledernen Untergrund entsteht so ein etwas trister Eindruck. Dies wird jedoch negiert durch die gelben Seiten der Schürfstellenmarker, die im Verlauf des Spiels aufgedeckt werden. Die Wurfplättchen wirken wie kleine Holzstücke, auf die man mal eben ein paar Striche mit dem Edding gemacht hat. Spielmechanisch stellen sie jedoch eine willkommene Abwechslung zum üblichen Würfeln dar. Insgesamt präsentiert sich »Chinagold« trotz des etwas tristen ersten Eindrucks als ein durchaus gefälliges und in sich stimmiges Ganzes.

Die beiliegende Anleitung erläutert auf zwei DIN A4-Seiten die relativ einfachen Regeln von »Chinagold«. Die Erklärung wird durch eine Reihe anschaulicher Beispiele unterstützt, so dass man sehr leicht ins Spiel findet. Darüber hinaus liegen dem Spiel auch noch eine englische Fassung der Spielregel sowie ein Abdruck des Gedichts "Die Goldgräber" von Emanuel Geibel bei.

Zu Spielbeginn wird auf jede Schürfstelle ein Marker mit der gelben Seite nach unten gelegt. Die Spieler werfen nun abwechselnd die drei Wurfplättchen und drehen entsprechend der resultierenden Summe Marker auf dem Spielplan um ("Gold schürfen"). Hierbei muss stets die exakte Anzahl aufgedeckt werden und die Marker müssen in einer ununterbrochenen geraden Linie nebeneinander liegen. Hierdurch ist es beinahe unvermeidlich, Schürfstellen aus unterschiedlichen Gebieten umzudrehen, weshalb man sehr genau darauf achten muss, dem Gegenüber nicht versehentlich die Möglichkeit zu bieten, ein größeres Gebiet für sich abzuschließen. Alternativ zum Schürfen können die Spieler auch ein beliebiges Goldfeld wieder auf die Ausgangsseite zurückdrehen. Hierdurch wird das Glücksmoment relativ niedrig gehalten und es entwickelt sich ein taktisch durchaus anspruchsvolles Spiel.
Gelingt es einem Spieler, die letzte Schürfstelle eines seiner Gebiete umzudrehen, erhält er direkt die gesamten Goldklumpen dieses Gebiets. Hierdurch sinkt automatisch auch die Anzahl an Goldstücken in den Gebieten des Mitspielers, da beispielsweise ein Fluss mehrere Gebirge durchfließt.
Um sicherzustellen, dass die Wurfergebnisse stets handhabbar sind, wird unter bestimmten Umständen die Anzahl der Wurfplättchen reduziert. Zum Spielende hin dürfen die Spieler sich entscheiden, ob sie ein oder zwei Schürfstellen umdrehen möchten. Gerade diese Endphase ist damit noch stärker taktisch geprägt, auch wenn der Großteil des Goldes in der Regel bereits abgeräumt ist. Es gewinnt, wer am Ende am meisten Gold erbeutet hat.

Eine Partie »Chinagold« nimmt in der Regel zwischen zwanzig und vierzig Minuten in Anspruch, je nachdem wie intensiv man über seine Aktionen nachgrübelt. Die sehr einfachen Spielregeln, die dennoch ein relativ anspruchsvolles taktisches Spiel ermöglichen, sorgen dafür, dass Neulinge schnell ins Spiel finden und man es immer wieder gerne aus dem Schrank holen wird.

Fazit:
»Chinagold« ist ein intelligentes und kurzweiliges Taktikspiel für zwei Personen, das keine wesentlichen Schwächen aufweist. Durch die relativ kurze Spieldauer ist es auch gut für Zwischendurch geeignet. Fraglich ist nur, ob der durch die relativ niedrige Auflage bedingte Preis wirklich gerechtfertigt ist.




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