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Piranha Pedro
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 10.12.2004, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Team-Annaberg, Verlag: Goldsieber Spiele, Seiten: , Erschienen: 2004, Preis: 19,95 €


Die Spielbox zeigt schon vor dem Auspacken eine Besonderheit: schwere Schlagseite. Der Verlag hat nur die Hälfte des Kartons benutzt und in dieser Hälfte finden sich neben 77 Spielkarten (72 Laufkarten, vier Landschaftskarten und eine Sombrerokarte), sieben Piranhas aus Holz, eine Pedrofigur aus Holz, über hundert Carrara-Marmorsteine sowie die Spielanleitung. Nur das Spielbrett benötigt die gesamte Kartonbreite.

Originell ist die Spielanleitung, die als Comic aufgemacht ist und so auch Kinder motiviert sie zu lesen. Natürlich gibt es auch eine Checkliste als Kurzregelsammlung.

Worum geht es? Pedro wohnt auf einer einsamen kleinen Insel und will sie verlassen. Aber er wird zum Spielball der zwei bis sechs Spieler (ab acht Jahren), die die Richtung vorgeben. Der Spielplan besteht aus 12x15 Feldern, an dessen Seiten jeweils eine Landschaftskarte (Dorf, Wasserfall, Sonne, Urwald) abgelegt wird. Sie dienen zur Bestimmung der Richtung, in die Pedro gezogen wird. Jeder Spieler besitzt zwölf Laufkarten, die jeweils die Bewegung von einem, zwei oder drei Felder auf eine der vier Landschaften zu vorgeben.

Die Sombrerokarte wird an den Start-Spieler ausgegeben und sieben Piranhas werden auf festgelegte Felder des Spielbrettes gesetzt. Die Spieler wählen nun eine ihrer Laufkarten aus und legen sie verdeckt vor sich ab. Der Start-Spieler legt seine Karte zuerst aus und bewegt Pedro entsprechend. Betritt Pedro dabei Wasserfelder, muss der Spieler dort vorher einen Stein auslegen, von denen man zu Beginn vier besitzt. Dann legt der nächste Spieler seine Laufkarte aus und so weiter. Am Ende der Runde wechselt die Sombrerokarte zum nächsten Spieler im Uhrzeigersinn.

Hat ein Spieler nicht mehr genug Steine, um Pedros Weg zu sichern, oder übertritt Pedro die Spielfeldgrenzen oder trifft er auf einen Piranha, fällt er ins Wasser. Der zuletzt setzende Spieler muss sich einen Piranha vom Spielbrett nehmen. Danach werden die noch auf der Hand der Spieler befindlichen Laufkarten ausgewertet. Sie bestimmen die Zahl der Steine, die man für die nächste Runde erhält.

Bekommt ein Spieler seinen zweiten Piranha, hat er verloren. Das Spiel ist für ihn beendet.

Der Autor Jens-Peter Schliemann bietet auch noch eine Variante für zwei Spieler, die diesen Ablauf geringfügig modifiziert und das Spiel spannend hält.

»Piranha Pedro« wird um so spannender, je länger das Spiel läuft, weil sich die Zahl der Spielsteine auf dem Brett ständig erhöht, so dass man nicht mehr so schnell ins Wasser fällt.

Kritik gibt es an der Spielausstattung: Die Verwendung von echten Steinen ist natürlich stilvoller, aber leider auch unpraktisch. Die Steine sind schwer und von unterschiedlicher Größe, so dass das Ziehen der Pedro-Figur unnötig erschwert wird (Pedro lässt sich längst nicht über alle Steine stellen). Außerdem reibt der Marmor aneinander und erzeugt feinen Staub, der sich auf den Händen der Spieler sammelt und gerne mal im Auge landet. Die Aufbewahrung in dem mitgelieferten Plastikbeutel ist auf jeden Fall Pflicht, will man das Spiel transportieren.

Fazit:
»Piranha Pedro« ist ein leicht zu erlernendes Spiel für Kinder und Erwachsene, das viel Spielspaß und hohen Wiederspielwert bietet. Die Mängel in der Ausstattung sind dagegen eher zweitrangig und lassen sich bei Bedarf lösen, indem man die Steine gegen andere Materialien (Pappplättchen, M&Ms, Pflanzgranulat, etc.) austauscht.




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