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Skaal
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 08.08.2005, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Dr. Mops, Verlag: Tilsit Éditions, Seiten: , Erschienen: 2004, Preis: 34,90 €


Skaal

Bald beginnt im Reich der Zwerge, im Skaaland, das große königliche Fest. Als Patriarch eines Klans bietet sich einem hier die lang ersehnte Möglichkeit der Skaal (Skool ausgesprochen) zu werden, der Königsklan, der von allen geachtet wird.
Aber wie wird man Skaal? Natürlich mit Gold, Bier und vor allem anderen mit Respekt!
Und genau darum geht es hier im Spiel. Ziel des Spieles ist es, den meisten Respekt zu verdienen.

Was beim ersten Blick wie ein buntes, und lustig anzusehendes Kinderspiel daherkommt hat weitaus mehr zu bieten, als man ahnt. Es geht nicht nur um Bier: Man muss schon ein wenig planen können, den Strategie ist ein wesentlicher Faktor um ans Ziel seiner Träume zu gelangen.

Das Spiel besteht aus einem stabilen, farbenfrohen Spielplan, zahlreichen Zwergenfiguren in sechs Farben, sowie den dazugehörigen Bierfässern, Goldklumpen und einem Pendant in rot und zu guter letzt ein seltsam anmutender Würfel und eine graue, langweilig wirkende Goldsucherfigur, die an eine Grubenlampe erinnert.
Vor dem ersten Spiel gilt es aber zuerst die 90 kleinen Plastikzwerge in schwarz, weiß, rot, grün, gelb und hellblau sowie ihre rollenden Bierfässer, also die späteren Schenken aus ihren Gussrahmen zu befreien. Eine Kneifzange ist hier vor Vorteil, da die Spielfiguren sich sonst nur schwerlich herauslösen lassen. Damit sich beim Spiel keiner an den Figuren verletzt, sollten sie zunächst noch entgratet werden, was aber sehr schnell zu einer Fisselsarbeit werden kann.
Überraschend ist die Größe der gesamten Spielmatetrials. So sind die Zwerge beispielsweise nicht größer als ein Cent-Stück und die Goldklumpen und das Ooops! wirken eher wie Kiesel denn wie Klumpen. Das Spielmaterial ist zwar größenmäßig aufeinander abgestimmt hinterlässt aber keinen überragenden Eindruck.
Das Spielbrett besteht aus zwölf Gebieten in unterschiedlichen Farben, die untereinander mit Straßen verbunden sind. Begrenzt ist das Ganze von einer Zählleiste für die bereits erwähnten Respektpunkte. Nachdem jeder Spieler die Farbe seines Clans gewählt hat, werden je nach Spieleranzahl zwei bis vier Zwerge in die verschiedenen Regionen verteilt. Ein Zwerg jeder Farbe kommt auf die Zählleiste als Punktemarker, ebenso die Goldsucherfigur.

Die Spieler sind im Uhrzeigersinn an der Reihe. Der aktive Spieler darf genau eine von insgesamt sechs möglichen Aktionen durchführen. Schnell wird klar, wie schwierig diese Entscheidung wird, wenn man derart eingeschränkt ist und sich zwischen folgenden Aktionen entscheiden muss: Man darf einen seiner Zwerge ins Spiel bringen, oder einen versetzen, nach Gold schürfen oder es aufsammeln, eine Schenke eröffnen oder eine versetzen.

Ein Zwerg ins Spiel zu bringen oder ihn zu versetzen erklärt sich ja schon fast selbst. Beim Versetzen ist aber zu beachten, dass man einen Zwerg immer nur um ein Feld versetzen darf und er immer eine Strasse, die als Verbindung zwischen den Feldern dient, benutzen muss. Beim näheren Blick zeigt sich, dass nicht alle Felder mit einer Strasse zu einem angrenzenden Feld versehen wurden. So bilden sich zwei Felder, die fast schon als Angelpunkte dienen und anderen, die weit ab vom Schuss liegen.

Gold wird mit Hilfe des beiliegenden Würfels gesucht. Dieser zeigt die Werte von eins bis fünf. Die sechs zeigt "Ooops!". Bei den Werten werden entsprechend viele Goldstücke gefunden. Diese dürfen entweder in eine noch leere Region gelegt oder zum Vorrat einer offenen Goldader gelegt werden. Hierbei gilt es geschickt abzuwägen, denn eine Region, bei der das letzte ausliegende Gold aufgesammelt wurde gilt als ausgebeutet und wird mit Ooops! versehen. Dasselbe kann einem aber auch passieren, wenn man mit dem Würfel dieses schnell unbeliebte Wort erwürfelt. Dann hat der Spieler diese grässliche Zwergenplage entdeckt, die in eine leere Region gelegt wird. Damit gilt diese Region ebenso wie eine ausgebeutete Miene als verseucht und dort kann auch kein Gold mehr gefunden werden.
Vor jedem Würfeln wird zudem noch die Goldsucherfigur (Grubenlampe) um ein Feld auf der Zählleiste vorgerückt. Man kann solange im Spiel nach Gold suchen, bis die Figur das Feld "geschlossene Miene" erreicht hat. Wer würfelt darf seinen Zwerg auf der Leiste um ein Feld vorrücken. Wer es vergisst geht ein Feld zurück.
Im Zwergenreich funktioniert die Gerüchteküche bestens. Die Meldung eines Gold- oder Ooops!-Fundes verbreitet sich rasend schnell. Aus jeder benachbarten Region wird ein Feld in diese Region versetzt. Dabei darf man nicht nur seine eigenen, sondern auch die Zwerge der Mitspieler versetzen. Diese Regel birgt interessante, taktische Möglichkeiten, die starken Einfluss auf das Spiel nehmen können.

Wer kein Gold suchen mag, kann auch bereits gefundenes Gold aufsammeln, sofern vorhanden. Dabei darf man immer so viele Goldklumpen in einer Region aufsammeln, wie man dort Zwerge hat. Für jeden gesammelten Klumpen wandert der "Zählzwerg" auf der Leiste um ein Feld weiter. Ist die Ader erschöpft, so wird sie mit Ooops! markiert.

Als letzte Möglichkeit Ruhm zu erlangen kann man sich noch als Wirt versuchen. Jeder Spieler darf genau eine Schänke eröffnen, was aber nicht bedeutet, dass man weitere Schenken übernehmen kann. Um eine Schenke zu eröffnen oder übernehmen zu können, muss man die Mehrheit in einer Region innehaben. Dabei muss man immer die angrenzenden Regionen im Blickfeld behalten, denn schnell kann man seine Mehrheit durch einen geschickten Goldsuchen-Wurf zerstört haben, weil ein Zwerg in eine andere Region abwandert.
Wer eine Schenke in einem Feld führt, bekommt zu Beginn seines Zuges für jeden fremden, anwesenden Zwerg zusätzliche Respektpunkte.

Das Spiel endet, wenn überall nur noch Ooops! liegt und das Zwergenreich restlos ausgebeutet wurde. Gewonnen hat der Spieler, der am Ende des Spiels am meisten Respekt geerntet hat.

Der erste Eindruck beim Öffnen des Kartons ist: "bunt". Das Spielbrett ist farbenfroh gestaltet und vermittelt einen Eindruck, der leicht an Comics erinnert. Die Figuren präsentieren sich ebenfalls in quietschbunten Farben; so hat man die Möglichkeit, mal einen hellblauen Zwerg zu sehen. ;-)
Die Qualität der Materialien ist gut, mal abgesehen von den bereits erwähnten, kleineren Nachteil beim heraustrennen der Figuren und ihrer Größe.

Fazit: Insgesamt ist Skaal auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Was beim ersten Betrachten als Kinderspiel erscheint, entpuppt sich schnell als rech anspruchsvolles Taktikspiel mit nur einem geringen Glücksfaktor. Die bunte und lustige Gestaltung der Materialien trägt zum Spielspass noch zusätzlich bei. Ein Spiel was garantiert nicht als Staubfänger im Regal enden wird.




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