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Struggle of Empires
Von Philipp Kiefner

Rezension erschienen: 09.03.2005, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Martin Wallace, Verlag: Warfrog, Seiten: , Erschienen: 2004, Preis: 35 €


"Wenn Du Deine Stärke und die des Gegners kennst, so musst
um den Ausgang von 1000 Schlachten nicht bangen"
Sun Tzu


Nun, verehrte Damen und Herren, es geht um Krieg. Nicht um weniger, aber auch nicht um mehr.
Nur unter größten Mühen können die Eroberungen vorangetrieben werden und ungleich schwerer ist es, diese zu verteidigen. Doch letztlich wird eine der großen Kolonialmächte die Vorherrschaft in den Kolonien und in Europa erringen.

Flotten bringen Truppen über die raue See in die Kolonien, Soldaten kämpfen fern der Heimat für Ruhm und Macht, starke Festungen zementieren die Herrschaft auf fremden Boden.
Söldner marodieren durch die Lande, Sklavenaufstände lassen die Zuckerplantagen in Flammen aufgehen und zu allem Überfluss machen Piraten die Gewässer unsicher, gefährden den Nachschub.
Natürlich kann eine Aushebung weiterer Truppen und Flotten Abhilfe schaffen, doch die Heimat stöhnt schon unter der Last der Kriegssteuern und die vermehrten Unruhen lassen die Sorge um eine Revolution wachsen.
An allen Ecken und Enden steht das mühsam aufgebaute Imperium in Flammen – gibt es einen Ausweg?

Als Vertreter einer Großmacht des 18. Jahrhunderts stehen in »Struggle of Empires« Britannien, Frankreich, Spanien, Russland, Österreich, Preußen oder die Niederlande zur Erfüllung dieser gewaltigen Aufgabe zur Verfügung.
In drei großen Kriegen mit jeweils sechs Aktionsphasen gilt es Länder zu erobern und dort den eigenen Einfluss zu mehren. Dies muss nicht immer mit militärischen Mitteln erfolgen, auch lassen sich manche Regionen kolonisieren oder durch Versklavung aneignen.
So sehr man sich auch um das eigene Vorankommen sorgen muss, sollte man doch niemals die Ambitionen der anderen Mitspieler außer Acht lassen. Vor jedem Krieg können sich neue Bündnisse bilden, daher ist mit Überraschungen zu rechnen.
Zudem gibt es Dutzende von Spezialkarten, mit denen man Anderen das Leben erschweren kann.
Die Kämpfe selbst erfolgen mittels Würfeln, wobei aber eine Reihe anderer Faktoren den Wert noch beeinflussen. Das bedeutet, dass es zwar bei »Struggle of Empires« auch ein wenig auf Würfelglück ankommt, aber bei weitem nicht so sehr wie beispielsweise bei Risiko. Auch sind die Regeln nach ausreichender Einarbeitung leicht zu verstehen und anwendbar, also auch für jene verständliche, die nicht die ganz großen Taktik-Freaks sind.

»Struggle of Empires« ist ein exzellentes Strategiespiel, das seine ganze Komplexität erst mit mehreren (bis zu sieben) Spielern entfaltet, aber auch schon zu zweit überzeugen kann.
Die Spieldauer hält sich mit 3-4 Stunden im Rahmen, so dass eine Partie auch an einem Abend zu Ende gespielt werden kann.

Die Aufmachung ist zwar wenig spektakulär, aber solide. Auch wenn der Spielplan etwas farb- und lieblos wirkt, ist er doch klar strukturiert und die unzähligen Marker, Münzen und Plättchen haben Dank kleiner Plastiktütchen ihren Platz. Ein lästiges Sortieren vor Spielbeginn entfällt weitgehend.

Fazit:
»Struggle of Empires« ist spannend und abwechslungsreich, mit dem richtigen Maß an Komplexität. Es hat einfach alles, was ein Strategiespiel braucht. Das reicht von der Langzeitmotivation über die Vielseitigkeit bis hin zur "richtigen" Spieldauer.
Daher ist der Kaufpreis durchaus angemessen. Für alle Strategiefans wird »Struggle of Empires« sicherlich ein oft benutztes Prachtstück ihrer Sammlung werden.



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