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Die Gärten der Alhambra
Von Jan-Hendrik Strenzke

Rezension erschienen: 04.11.2004, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Dirk Henn, Verlag: Queen-Games, Seiten: , Erschienen: 2004, Preis: 19,95 €


Im neusten Spiel aus dem Hause Queen Games geht es darum, »Die Gärten der Alhambra« zu gestalten. Hieran versuchen sich zwei bis vier Gartenarchitekten, in der Hoffnung, am Ende zum Groß-Gärtner des Kalifen ernannt zu werden. Ganz neu ist das Spielprinzip nicht, handelt es sich hierbei doch um eine überarbeitete Neuauflage des Spiels "Carat" vom gleichem Autor.

Die stimmungsvoll gestaltete Verpackung weiß optisch zu gefallen und vermittelt dank einer knappen, bebilderten Erläuterung auf der Rückseite einen guten Eindruck vom eigentlichen Spiel. Der Spielplan und die Geländeelemente sind aus stabilem Karton gearbeitet und geben sehr schön Stimmung des Spiels wieder. Spielfiguren aus Holz in zum Gesamtbild passenden Farben runden das Ganze ab. Die Box selbst hält zudem passende Mulden bereit, in die die Spielmaterialien nach Gebrauch einsortiert werden können. Insgesamt präsentiert sich »Die Gärten der Alhambra« als gut durchdachtes und in sich stimmiges Ganzes.

Die beiliegende Anleitung erläutert auf vier Seiten die Mechanismen des Spiels. Eine Vielzahl von Beispielen und Bildern unterstützt hierbei das Verständnis. Die Regeln an sich sind sehr einfach und auch einem Neuling binnen weniger Minuten vollständig zu erklären.

Zu Spielbeginn werden insgesamt 49 Gebäudeplättchen mit unterschiedlichen Werten willkürlich auf die dafür vorgesehenen Felder des Spielplans verteilt. Zwischen diesen Bauwerken werden dann im Spielverlauf die Geländekarten, mit denen der Garten gestaltet wird, angelegt. Ein Gartenfeld grenzt hierbei stets an vier Gebäude. Auf den Geländekarten finden sich Baumgruppen in den Farben der Spieler. Mittels dieser gilt es nun, die größte Anzahl an Bäumen der eigenen Sorte an den Gebäuden anliegen zu haben. Wenn ein Bauwerk vollständig umschlossen ist, wird es direkt ausgewertet. Hierbei wird der Wert des Gebäudes mit der Anzahl an Baumarten multipliziert und der Spieler erhält die entsprechenden Punkte. Auf diese Weise wird gespielt, bis der gesamte Spielplan bedeckt ist.

Bezüglich der Spielmechanismen finden sich einige Parallelen zum erfolgreichen Klassiker »Metro« (ebenfalls von Queen Games). In der Standardvariante ziehen die Spieler zu Beginn ihres Zuges jeweils ein Plättchen, das sie dann an ein bestehendes Gartenfeld angrenzend anlegen müssen. Hierbei ergibt sich ein relativ zügiges, aber ein wenig willkürliches Spiel, das trotzdem einige knifflige Entscheidungen mit sich bringt. Diese resultieren zum einen daraus, dass auf jeder Geländekarte Bäume aller vier Farben zu finden sind. Zum anderen erhalten die Spieler bei gleicher Anzahl Bäume an einem Gebäude keine Punkte, sondern derjenige mit der nächstgeringeren Anzahl. Hierdurch kann man beim Anlegen entweder versuchen, für sich einen Vorteil zu gewinnen oder jemand anderem zu schaden. Diese Feinheiten und die Tatsache, dass der Spielplan sehr variabel ist, sorgen dafür, dass »Die Gärten der Alhambra« auch über mehrere Partien ihren Reiz behalten.
Denjenigen, die das Ganze lieber etwas planbarer und taktisch anspruchsvoller mögen, wird analog zu »Metro« empfohlen, mit drei Handkarten zu spielen anstatt nur eine zu ziehen. Hierdurch verlängert sich jedoch in der Regel die Spieldauer erheblich.

Auch für zwei Spieler sind »Die Gärten der Alhambra« durchaus geeignet. Der besondere Reiz hierbei liegt darin, dass die Bäume der nicht gewählten Farben weiterhin für die Auswertung der Gebäude berücksichtigt werden. Allerdings ist das Glücksmoment bei zwei Spielern sehr stark ausgeprägt, sofern nicht jeder Spieler zwei Farben übernimmt. In letzterem Fall reicht die Komplexität jedoch beinahe an eine Partie Schach heran.

Fazit:
»Die Gärten der Alhambra« sind vielleicht kein abendfüllendes Erlebnis, aber sie bieten solide Spielunterhaltung für Zwischendurch. Die ansprechend gestalteten Spielmaterialien und die sehr einfachen Regeln sorgen dafür, dass Neulinge problemlos ins Spiel finden und man es immer mal wieder gerne aus dem Regal holen wird.




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