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Feenbalz
Von Jan-Hendrik Strenzke

Rezension erschienen: 11.04.2005, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Gerd Deininger, Andreas Michaelis, Verlag: Drachenland-Verlag, Seiten: , Erschienen: 2004, Preis: 8,50


Feenbalz« ist ein Sammel- und Stichspiel bei dem 3-6 Spieler in die Rolle von männlichen Feen schlüpfen und um die Gunst der holden Weiblichkeit balzen. Hierbei sammeln sie allerlei Dinge, mit denen sich die Feendamen beeindrucken lassen, und versuchen, sich dabei gegenseitig zu übertrumpfen.

Das Spiel wird in einer einfachen Pappschachtel vertrieben, deren optische Gestaltung einen ersten Eindruck von den Spielkarten vermittelt. Die Box selbst ist nicht viel größer als die eines handelsüblichen Kartenspiels, weshalb man sie problemlos in die Tasche stecken kann. Zu bemängeln ist hierbei jedoch, dass die Schachtel nicht sonderlich stabil ist und an den Ecken und Kanten leicht einreißen kann.
Im Inneren findet man dann 110 Spielkarten und eine beidseitig bedruckte Anleitung im DIN A4 Format. Sämtliche Karten sind mit Illustrationen versehen, deren Qualität jedoch eher heterogen ist. Einige Zeichnungen sind sehr ansprechend, andere wie zum Beispiel die Käfer und Asseln wissen weniger zu gefallen. Insbesondere die Feendamen sehen leider so aus als hätten sie die Blüte ihrer Jugend schon lange hinter sich. Fairerweise muss man aber anmerken, dass »Feenbalz« vom Spieltyp her eher mit einfachen Spielen wie "Uno" als mit komplexen, graphisch aufwendigen Spielen zu vergleichen ist, wodurch der Gesamteindruck dann doch recht positiv ausfällt.

Die Spielanleitung erläutert in gut verständlicher Weise, unterstützt durch mehrere illustrierte Beispiele, die relativ einfachen Mechanismen von »Feenbalz«. Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler fünf Gegenstandskarten und fünf weitere werden offen aufgedeckt. Nun haben die Spieler reihum jeweils die Auswahl zwischen drei Handlungsmöglichkeiten:
1. Sammeln
2. Tauschen
3. Balzen

Entscheidet der Spieler sich für "Sammeln", zieht er verdeckt zwei weitere Gegenstände. Möchte er "Tauschen", so wählt er eine Karte von seiner Hand aus und legt sie offen ab. Jede Karte ist einer bestimmten Gattung, z.B. Blumen oder Käfer, sowie einer Farbe zugeordnet und sie verfügt über einen Wert zwischen null und vier. Nun kann der Spieler eines dieser Attribute wählen und erhält im Austausch für seine abgelegte Karte sämtliche offen ausliegenden Karten, die über das gleiche Merkmal verfügen.

Wählt ein Spieler die dritte Option "Balzen", so beginnt eine Bietrunde um die Gunst einer Feendame. Zunächst entscheidet jeder Spieler, ob er mitbieten will, und legt verdeckt mindestens drei Karten vor sich ab, die entweder der gleichen Gattung oder der gleichen Farbe angehören. Nun wird eine Feendame vom entsprechenden Stapel aufgedeckt.
Jedes dieser holden Geschöpfe hat bestimmte Vorlieben und Abneigungen. So haben die meisten eine bevorzugte Farbe und Gegenstandsart, jedoch neigen sie auch dazu, ein bestimmtes Merkmal geringer zu schätzen. Reihum offenbaren die Spieler nun ihre Sammlungen und summieren die Werte ihrer Karten unter Berücksichtigung der Neigungen der jeweiligen Feendame. Anschließend kann jeder Mitbieter noch einmal sein Angebot durch zur Sammlung passende Karten aufstocken. Wer letztlich das höchste Gebot abgegeben hat, gewinnt die Gunst der aktuellen Dame. Anschließend werden die zum Balzen eingesetzten Karten sämtlicher Bieter abgelegt.

Besonders nützlich beim Balzen sind die Hufeisenkarten, die man zu jeder beliebigen Sammlung hinzufügen darf. Eine Reihe von besonderen Sammlungen erlaubt es zudem, scheinbar wertlose Karten zu siegbringenden Kombinationen zusammenzustellen. Darüber hinaus gibt es als optionale Ergänzung noch die Beerenkarten, mittels derer man das Spielgeschehen zu seinen eigenen Gunsten beeinflussen kann. Am Ende gewinnt der Spieler, der je nach Spielerzahl zuerst 5 oder 6 Feendamen für sich gewinnen konnte.

Im Spielverlauf zeigt sich schnell, dass »Feenbalz« zwar auf einfachen Spielmechanismen basiert, aber dennoch durchaus einige taktische Möglichkeiten bietet. Die Zufallselemente in Form der Vorlieben der einzelnen Feen und der optionalen Zusatzkarten sorgen zudem für einige Überraschungsmomente. Sein volles Potenzial entfaltet »Feenbalz« jedoch erst bei größeren Spielerzahlen, da dann das taktische Element und geschicktes Bluffen eine größere Bedeutung bekommen.

Fazit:
»Feenbalz« besticht weder durch eine außergewöhnliche Optik noch durch eine große Spieltiefe, jedoch ist es ein abwechslungsreiches Spiel für Zwischendurch, das seinen Reiz auch nach mehreren Partien nicht verliert. Wer eine Alternative zu "Uno" & Co. fürs Schwimmbad, längere Zugfahrten und ähnliche Anlässe sucht, der kann hier bedenkenlos zugreifen!




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