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Im Auftrag des Königs
Von Jan-Hendrik Strenzke

Rezension erschienen: 12.12.2004, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Lorenz Kutschke, Verlag: Adlung-Spiele, Seiten: , Erschienen: 2004, Preis: 6,90


Das Kartenspiel »Im Auftrag des Königs« ist in der Zeit von König Artus und seiner Tafelrunde angesiedelt. Zwei bis vier Spieler schlüpfen hierbei in die Rolle von Rittern, die durch das Land reiten, Recht sprechen, Turniere bestreiten und Heldentaten vollbringen.

Die kompakte Schachtel stimmt durch die Darstellung zweier Ritter gut auf das eigentliche Spiel ein und spiegelt auch den Zeichenstil des gesamten Materials von »Im Auftrag des Königs« wieder. Dank seiner Größe passt die Verpackung bequem in die Hosentasche, so dass man das Spiel problemlos überall mit hin nehmen kann. Praktisch ist zudem, dass beim Öffnen ein Teil der Rückseite der Schachtel zurückgebogen werden kann, so dass sich die Karten leicht aus der Hülle ziehen lassen.
Neben den üblichen Informationen finden sich auf der Verpackung noch mehrere stark verkleinerte Darstellungen einzelner Spielkarten, die zumindest einen ersten Eindruck von der Optik des eigentlichen Spiels vermitteln.
Die Illustration des Spielmaterials ist durchaus als gelungen zu bezeichnen, auch wenn bei manchen Karten die Detailschärfe etwas höher hätte sein können. Insgesamt geben sie jedoch gut das mystisch angehauchte Setting wieder und tragen somit zu einer stimmungsvollen Spielatmosphäre bei.

Die kleinformatige Anleitung erläutert ausführlich und in gut verständlicher Weise die Spielregeln. Neben der deutschen Fassung enthält sie auch eine englische Übersetzung. Ergänzt wird das Regelwerk durch eine Übersicht des aufgebauten Spiels sowie durch Skizzen der einzelnen Kartentypen, anhand derer die Bedeutung der verschiedenen Symbole zusammenfassend dargestellt wird. Zudem sind ein Teil der Karten durch Buchstaben in der oberen linken Ecke gekennzeichnet, die sie eindeutig der jeweiligen Gattung zuordnen. Insgesamt präsentieren sich die Regeln als vielfältig, in sich schlüssig und gut ausbalanciert.

Bei »Im Auftrag des Königs« geht es darum, durch verschiedenste ritterliche Taten möglichst viele Punkte zu erringen, wobei die erforderliche Siegpunktzahl von der Anzahl der Spieler abhängig ist. Neben dem eigentlichen Kartenspiel benötigt man demzufolge noch Zettel und Stift, um die errungenen Punkte festzuhalten.
Grundsätzlich wird zwischen vier Kartentypen unterschieden:
Ortskarten, die Camelot und andere mystische Plätze darstellen,
Aufgabenkarten, welche Questen für die verschiedenen Plätze beinhalten,
Tugendkarten, die zur Erfüllung der Aufgaben benötigt werden, sowie
Aktionskarten, mittels derer man unter anderem Questen annimmt, Tugendkarten erwirbt und durch das Land reist.

Der Spielverlauf von »Im Auftrag des Königs« ist in drei Phasen gegliedert. Zunächst wählen die Spieler in einer zufällig ermittelten Reihenfolge je nach Spieleranzahl abwechselnd drei oder vier der vollständig offen ausliegenden Aktionskarten. Diese werden dann in der zweiten Phase genutzt, wobei die Spieler jeweils direkt sämtliche Aktionen ausführen. Hierbei offenbart sich auch der einzige nennenswerte Wermutstropfen bei »Im Auftrag des Königs«: die geringe Interaktion zwischen den Spielern. Die einzige Möglichkeit, das Vorankommen der Mitstreiter zu beeinflussen, besteht darin, ihnen in der Auswahlphase die reizvollsten Karten wegzuschnappen. Darüber hinaus kommt es lediglich noch bei der Aktion "Turnier" zu einer direkten Konkurrenz zwischen den Teilnehmern.
Werden in Phase II Questen erfüllt oder andere punkteträchtige Aktionen durchgeführt, so erhalten die jeweiligen Spieler direkt ihre Punkte gutgeschrieben. In der letzten Phase werden dann die Aufgabenkarten aufgefüllt und die Reihenfolge für die nächste Runde wird anhand des aktuellen Punktestands ermittelt.
Insgesamt ergibt sich hierbei ein abwechslungsreicher und relativ zügiger Spielverlauf, der trotzdem viele taktische Varianten bereit hält. Da es verschiedene Wege gibt, die benötigten Punkte zu sammeln, bleibt das Spiel in der Regel bis zum Ende spannend und kein Spieler ist frühzeitig hoffnungslos im Hintertreffen. Dies sorgt dafür, dass man »Im Auftrag des Königs« immer mal wieder gerne spielen wird. Die relativ kurze Spieldauer macht es zudem zu einer interessanten Alternative, wenn man etwas für Zwischendurch sucht oder einen längeren Spieleabend locker ausklingen lassen möchte.

Fazit:
»Im Auftrag des Königs« ist ein abwechslungsreiches und relativ preiswertes Kartenspiel, das dank seiner vielfältigen Handlungsoptionen anhaltenden Spielspaß verspricht. Der einzige nennenswerte Schwachpunkt ist die geringe Interaktion zwischen den Spielern. Wem dies jedoch nicht stört, der wird mit diesem Spiel viel Freude haben.




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