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Werwolf: Die letzte Schlacht
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 15.11.2004, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Bridges, Bill, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 352, Erschienen: 2004, Preis: 10,95


»Die letzte Schlacht« ist der mittlere Akt der "Zeit der Abrechnung"-Triologie, welche die "Welt der Dunkelheit" zu ihrem Ende führt. Während es im ersten Akt "Die letzte Nacht" die Spielwelt "Vampire: Die Maskerade" trifft, beschert der Autor Bill Bridges auf knapp 350 Seiten mit diesem Teil den Werwölfen die Apokalypse.

Während der englischsprachige Leser eine ganze Reihe alter Bekannter aus den Stammesromanen wiedertrifft, wird der deutschsprachige Leser ins kalte Wasser geworfen. Ihn erwartet eine Vielzahl von Charakteren, die durch häufigen Szenenwechsel blass bleiben und deren Eigenarten einem nicht so recht einleuchten wollen.

Die Garou sind quer in aller Welt zersplittert, auch wenn einige Anführer den Versuch unternehmen, sich zu einigen. So ist König Albrecht, der die amerikanischen Garou hinter sich hat, gerade bei der russischen Anführerin Twariwitsch zu Besuch, als beide schlimme Nachrichten erreicht. Überall auf der Welt regt sich der Wyrm, vor langer Zeit gebundene und gefangene Kreaturen befreien sich von ihrer Bande. Mordgeister, Fomorer und andere Plagen halten überall auf der Welt die verschiedenen Rudel in Atem.

Während sich Twariwitsch dem Marktgrafen Konietzko, Herrscher der europäischen Stämme, anschließen will, beschließt Albrecht nach Amerika zurückzukehren um ebenfalls eine Armee um sich zu scharen. Den der Marktgraf will mit einer großen Streitmacht in die Narbe, die Heimatebene des Wyrm im Umbra, vordringen und eine letzte Schlacht ausfechten.

Zahlreiche individuelle Handlungsstränge werden mit diesem Roman beendet. Der Leser der deutschen Fassung ist dem allerdings ohne Vorkenntnisse ausgesetzt, aber auch den Kenner der Stammesromane wird das Ende nicht recht zufrieden stellen. Es wirkt zu plump, zu gedrängt, wie Bill Bridges auf wenigen Seiten versucht, eine in zahlreichen Romanen aufgebaute Rahmenhandlung zu einem Ende zu bringen.

Überhaupt nimmt der Roman in der ersten Hälfte nicht viel an Fahrt auf, danach wird er zwar action- und temporeicher, ist aber absolut vorhersehbar.

Entgegen einer klassischen Trilogie laufen die Ereignisse der drei "Zeit der Abrechnung"-Romane parallel und bauen nicht aufeinander auf. Während der erste Teil sich um "Vampire: Die Maskerade" dreht, folgt im letzten Akt "Magus: Die Erleuchtung".

Normalerweise würde man es als durchschnittlichen Roman mit gequetschter Handlung und vielen Vorgaben abhaken, aber er ist der letzte Roman zu einem Rollenspielsystem und die deswegen hochgesteckten Erwartungen werden vollends enttäuscht.

Fazit:
Leser der WdD-Romane werden sicherlich nicht um den vorletzten Roman herumkommen, für Leser von allgemeiner Werwolf-Literatur ist dies sicher kein Einstiegsroman: fortgeschrittene Handlung, viele WdD-Spezifika und zudem eher eine actionorientierte Atmosphäre.




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