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Der Krieg der Spinnenkönigin 4: Zerstörung
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 04.11.2004, Serie: Belletristik, Autor(en): Smedman, L., Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 415, Erschienen: 2004, Preis: 10,95


Im vierten Teil des Krieges der Spinnenkönigin, Zerstörung, wird die Handlung endlich wieder weit aufgefächert. Lisa Smedman wechselt oft und geschickt die Perspektive, und hängt nicht, wie ihre Vorgänger, am Hauptcharakter Pharaun fest. Zwar scheint die Entwicklung der Charaktere von Band drei, Verdammung, zu Zerstörung unvermittelt einen Sprung gemacht zu haben, aber in der Handlung geht es kontinuierlich weiter:

In Menzoberranzan schweigt Lolth, die Göttin der Dunkelelfen, weiterhin. Die von Triel Baenre, Herrin der Stadt, ausgeschickte Gruppe um ihre Schwester Quenthel konnte immer noch nichts Handfestes liefern, weder Beweise, dass Lolth endgültig verstummt ist, noch dass sie existiert.
Deshalb beschließt die Gruppe, erneut in die Dämonennetze, Lolths Reich im Abyss, zurückzukehren.
Zwei der Gefährten, die aus Ched Nassad stammende Halisstra sowie der Krieger Ryld, haben sich allerdings abgesetzt, um in Menzoberranzan Bericht zu erstatten.
Der Rest der Gruppe um Quenthel und den Magier Pharaun sucht hingegen nach einer neuen Zugangsmöglichkeit in den Abyss. Fündig werden wollen sie am Grund des im Unterreich gelegenen Thorootsees. Denn dort liegt Zanhoriloch, eine alte Abolethenstadt mit noch älteren Geheimnissen.
Menzoberranzan selbst ist heiß umkämpft: Die dunkelelfische Sekte der Jaezred Chaulssin, die sich die Vernichtung der matriarchalischen Ordnung auf ihre Fahnen geschrieben hat, hat sich tief in das Herz Menzoberranzans geschlichen. Die Verschwörung mit den Grauzwergen von Gracklstugh, der halbdämonischen Geknechteten Legion und Agrach Dyrr, dem 5. Haus der Stadt, entwickelt sich zu einer echten Bedrohung für Lolth Perle.

Lisa Smedman, die schon einige Erfahrungen als Shadowrun-Autorin hat, schafft es nicht nur, würdig den Krieg der Spinnenkönigin fortzusetzen. Nein, sie hebt ihn auf ein hohes Niveau, das vielleicht nicht einmal der ähnlich starke erste Teil hatte. Vor allem, da es ihr gelingt, den anderen Gefährten und sonstigen Nebenfiguren Leben einzuhauchen. Selbst K'Sothra, Yngoth, Hsiv, Zinda und Qorra finden genug Raum - die Fünf sind Geister, die in Quenthels Schlangenpeitsche gebannt wurden und nun als ihre Berater dienen.
Hinzu kommen zahlreiche Handlungsstränge, Perspektiven und Ansichten verschiedenster Unterweltbewohner sowie eine Vielzahl Orte, so dass Zerstörung nicht nur ein Roman ist, sondern auch ein Referenzwerk für jeden im Unterreich spielenden Meister.
Ein gelungenes Layout samt Halisstra auf dem Cover runden das Werk ab. Zwar ist es mit nur knapp über 400 Seiten der bisher dünnste Roman der Reihe, aber man erhält zum gleichen Preis deutlich mehr Seiten und vor allem Inhalt als bei manchem Welt der Dunkelheit-Roman.

Das Sextett hat längst die Qualität ihres Schöpfers R.A. Salvatore ausgestochen, und so muss man diesem Werk ein alles andere als zerstörerisches Zeugnis ausstellen: Im Gegenteil, aus einer starken Serie sticht es noch heraus!




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