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Das Leben unter Wasser - Kompendium
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 14.08.2004, Serie: Rollenspiel, Autor(en): André Wiesler u.a., Verlag: Image 3033 Verlag und Werbeagentur GmbH, Seiten: 93, Erschienen: 2004, Preis: 22,80 Eur


Das zweite Quellenbuch für Lodland ist optisch nicht ganz so prägnant gelungen, aber dennoch erkennbar im Lodland-Stil: Ein vierfarbiges Hochglanz-Softcover setzt auch hier Akzente.
Inhaltlich zeigt sich wieder eine durchdachte Konzeption, die die Elemente Information und Spielen zweckmäßig verknüpft. "Das Leben unter Wasser" verfeinert die Möglichkeiten des Spiels innerhalb von Kuppeln unter Wasser. So erfährt man z.B. etwas über den Lebenstil (Wohnkosten, Kleidung, Nahrung, Freizeitverhalten, Finanzen) oder Näheres über Kuppeln und Städte. Letzteres dient Spielleitern als Denkanstoß für eigene Entwürfe. Dazu kommen Beschreibungen von Gruppierungen und Organisationen, wie z.B. der Hilfsorganisation "Rote Schraube". Shadowrun-like wie ein Katalog aufgemacht und auch so benannt ist der Malcker-Katalog mit allerlei interessanten Gegenständen.
Neben der Beschreibung des Lebensumfelds bietet das Quellenbuch aber auch Material um Charaktere mit mehr eigenem Profil auszustatten. Dazu gibt es beispielsweise ein Kapitel zu speziellen körperlichen, geistigen und übernatürlichen Merkmalen. Dabei wird dem Bereich der PSI-Fähigkeiten besonderer Raum eingeräumt - so wird sogar der Psioniker als Charakter spielbar. Weitere Kapitel widmen sich Drogen, Giften und Krankheiten. Darüber hinaus werden neue Archetypen vorgestellt: z.B. der Hafenvorarbeiter, der Polizist, der Kampfpilot, Sportler oder Wartungsarbeiter - insgesamt neun Stück, die allesamt zu vielfältigeren Spielrunden führen.

Das alles ist nur ein Teil des Quellenbuchs, zeigt aber schon, wie vielfältig "Das Leben unter Wasser" ist. Besonders gefallen haben mir die sogenannten Stimmungstexte, die eine Fülle von Spielperspektiven aufzeigen. So gibt es z.b. einen Text zum Filmen und Bauen (Filmebranche und Werft). Das wirkt im Vergleich zu anderen Rollenspielsystemen trotz der Normalität schon beinahe exotisch. Jeder Stimmungstext behandelt einen anderen Gesellschaftsbestandteil und endet mit einigen kurzen Abenteuervorschlägen. Wie der Name schon sagt, ist ihr Kernanliegen das Erzeugen von Stimmungen - dem Wichtigsten am Rollenspiel überhaupt.
Ebenfalls ein Highlight ist das Szenario "Projekt Sandback", in dem die Spielercharaktere als Agenten und Spione tätig werden. Spielorte sind Lod und Naxon Kuppel 2 und letztere ist natürlich ausführlich im Quellenbuch beschrieben (inkl. zwei Seiten Vierfarbkarten).
Charakterprotokolle und ein Register komplettieren den Band. Sein Spielwert ist so hoch, dass der Preis mehr als gerechtfertigt ist. Kreative Spielleiter finden hier Material für Dutzende Spielrunden.




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