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DSA: Spielsteine der Götter
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 20.07.2004, Serie: Belletristik, Autor(en): Heike Wolf, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 345, Erschienen: Januar 2004, Preis: 9,00 Eur


Als "historischer DSA-Roman" wurde »Spielsteine der Götter« von Heike Wolf angekündigt. Dahinter steckt allerdings weder ein Qualitätsquantensprung noch ein historisches Ereignis auf Aventurien, vielmehr wird der Protagonist Taron über seine gesamte Entwicklung als Rondrageweihter verfolgt, quer durch die rauen Zeiten und die unterschiedlichen Editionen des Rollenspiels »Das schwarze Auge« von Ulrich Kiesow.

Taron wird in Donnerbach als junger Novize in den Rondratempel aufgenommen, allerdings erst nachdem er ein Göttinnenurteil, einen Zweikampf gegen einen der Tempelnovizen, gewonnen hat. Doch sein Jähzorn bleibt sein Problem, wenn er in Rage gerät, verliert er die Kontrolle und schlägt auf sein Gegenüber ein, ohne Rücksicht auf sein Ansehen.

Aber daneben hat er noch ein weiteres, schwerwiegendes Problem. Er ist verliebt in eine Elfe, die als Mittlerin ihres Volkes und den Bewohnern Donnerbachs gilt, und schließlich fängt er gar eine Liaison mit ihr an. Rondra tritt schon bald in den Hintergrund...

Schließlich zerbricht sein Verhältnis zu beiden und er frönt dem Alkohol. Dunkles Vergessen hüllt sich über diese Zeit...

Episodenhaft werden wir durch sein Leben geleitet, immer wieder springt die Autorin Jahre in der Entwicklung nach vorn. Dadurch hat man regelrecht das Gefühl, durch die verschiedenen DSA-Editionen zu gleiten. Ob Donnerbach als Schauplatz des legendären Donnersturmrennens und damit eines der legendären DSA-Abenteuer, die Orkkriege und schließlich Borbarads Dämonenplage, man erlebt den Wandel Aventuriens durch Tarons Augen.

Zwar gelingt es Heike Wolf durchaus einen roten Faden im Buch zu behalten, aber oft wirkt es mehr wie eine Nacherzählung eines erlebten Heldenlebens, was es übrigens laut eigener Aussage keineswegs ist, denn als durchgängiger Roman.

Gut gelingt es ihr das Wirken der Götter aufzuzeigen, wie Taron zu einem Spielstein im ewigen Kampf der Götter wird und vor allem, in welch' dunklem Ecken Götter diese Spielsteine beizeiten aufbewahren...

Sie hat aber große Probleme anderen Charakteren mehr Tiefe zu verleihen. Dazu wird zu schnell das Geschehen gewechselt. Kaum kennengelernt wird wieder drei Jahre weitergesprungen - auch wenn es hier einige überraschende Wendungen gibt. Wie heißt es doch so schön - man begegnet sich immer zweimal im Leben...

Fazit:
Es polarisiert - insbesondere aufgrund der sicherlich ungewöhnlichen Erzählweise, mit der einer viel, der andere aber gar nichts anfangen kann. Ich fand das Erstlingswerk durchaus gelungen, auch wenn mich die Erzählform letztlich zu sehr an ein Heldentagebuch erinnerte. Die Reise durch die aventurischen Zeiten, die Erinnerung an alte Rollenspieltage und letztlich auch der ungewöhnlicher Hintergrund dieses Rondrageweihten machen den Kauf aber letztlich durchaus lohnenswert.




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