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Wilde Bestien und wundersame Magie
Von Stefan Moriße

Rezension erschienen: 01.04.2004, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Scott Benie, Mike Mearls, Steve Miller u.a., Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 96, Erschienen: Januar 2004, Preis: 24,95 Euro


Mittelerde ist eine farbenfrohe Welt, die einen Großteil der Faszination seinen Lebewesen verdankt, die in den Gestaden der Menschen, Elben und Zwerge wandeln. Für das »Herr der Ringe Rollenspiel« von Decipher bzw. Pegasus war es daher nur eine Frage der Zeit, bis das Kompendium für die Kreaturen Mittelerdes erscheinen sollte, war die Zahl der bereits im Regelwerk vorgestellten Wesen doch eher unvollständig.

»Wilde Bestien und wundersame Magie« nennt sich der knapp 100seitige Band, der - wie von den bisherigen Produkten bekannten, optisch wunderschönen Aufmachung - als Hardcover mit durchgängig farbigem Layout daherkommt. Wie der Titel bereits vermuten lässt, deckt das Quellenbuch mehr ab, als nur die zahlreichen Bewohner Mittelerdes vorzustellen. Neben den wilden Bestien, die etwa die Hälfte des Umfangs des Werkes in Anspruch nehmen, wird auch auf die natürlichen Kreaturen eingegangen. In einem weiterem Kapitel darf sich die Erzählerin auf detailliert ausgearbeitete Hinweise zur Erschaffung eigener Kreaturen freuen. Abschließend folgt dann noch eine Abhandlung über einige magische Gegenstände.

Obwohl auch »Wilde Bestien und wundersame Magie« in der Tradition des Regelwerkes des »Herr der Ringe Rollenspieles« durch etliche Bilder aus den (ersten beiden) Verfilmungen aufgelockert ist und die entsprechenden Kapitel zu den Kreaturen atmosphärisch aufwertet, so schlägt das Buch eine neue Richtung ein. Denn ein guter Teil der Bilder sind Zeichnungen, die entweder eindeutig die Filme als Vorlage genommen haben oder vollkommen eigenständig stehen. Wo noch der Balrog und der Troll an die digitalen WETA-Geschöpfe erinnern, so lassen die Drachen oder Grabunholde keine Vergleiche mehr zu, wobei sie keineswegs fehlplatziert wirken, sondern sich wunderbar in das Gesamtbild einfügen. Eine weitere Qualitätssteigerung also, die vermutlich in den kommenden Bänden fortgesetzt wird.

Nun zum Inhalt des Buches, der - so viel sei vorab verraten - die hohe Stufe des Layouts ohne Probleme halten kann. Durch ein passendes Textzitat aus den Büchern eingeleitet, beginnt jeder Eintrag zu den einzelnen Kreaturen mit den kompletten Spielwerten, wobei die ein oder andere nützliche Regelerweiterung hinzugekommen ist. Nach den Beschreibungen über Aussehen, Lebensweise und geschichtlichen Hintergrundinformationen schließen »Tipps für die Erzählerin«, wie die Geschöpfe in die eigene Chronik oder Kampagne eingebaut werden können, die Abschnitte ab. Auch die in dem Band genannten magischen Gegenstände werden ausführlich beschrieben und bieten ein guten Überblick über besondere Waffen, Rüstungen und Artefakte. Erzählerinnen, denen für die eigenen Abenteuer bisher die Ideen fehlten, sollten mit diesem Buch somit reichhaltig Anregungen finden können.

Ganz besonders hervorzuheben ist das Kapitel über die Kreaturenerschaffung. Nicht nur, dass die Erzählerin anhand hilfreicher Tabellen und gut beschriebener Hinweise die Möglichkeit geboten wird, auf einfachem Wege ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und selbst Mittelerde taugliche Geschöpfe zu generieren. Auch die Tipps, wie die Begegnungen mit wilden Bestien zu spannungsvollen Szenen führen können, sind selbst für fortgeschrittene Rollenspieler noch einem Blick wert.

Alles in allem kann das Fazit daher nur lauten: opulent aufgemacht, informativ geschrieben und mit Regelergänzungen versehen, die die Eigenheiten der Kreaturen spieltechnisch gesehen gut umsetzen. »Wilde Bestien und wundersame Magie« ist ein Quellenbuch, welches in keiner gut sortierten Rollenspielsammlung fehlen sollte und auf alle Fälle eine Bereicherung für den geneigten Herr der Ringe Fan - ob Rollenspieler oder nicht - ist.




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