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Tremere-Trilogie 3: Spinnenmacht
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 23.05.2004, Serie: Belletristik, Autor(en): Griffin, E., Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 272, Erschienen: Januar 2004, Preis: 9,95 Eur


»Spinnenmacht« ist der letzte Roman der Tremere-Trilogie.
Der Roman konzentriert sich nun auf die verstoßende Protagonistin, die ehemalige Tremere-Novizin und Sicherheitsassistentin Antigone Baines. Endlich ist sie dabei die Geheimnisse des Konvikels aufzudecken, jenes geheimnisvollen Zusammenschlusses weniger, grundverschiedener Kainiten, um erst Sabbat und dann die Camarilla in ihrer Stadt zu bekämpfen und zu vernichten. Aber auch ihre ganz persönliche Queste, diejenigen zu finden, die versuchten sie in den Anschlag auf den Prinzen zu verstricken, ist der Lösung nah.

Aber hinter dem fortgerissenen Deckmantels des Konvikels finden sich nur neue, kompliziertere Geheimnisse, die sie letztendlich wieder in ihren eigenen Clan zurückführen. Aber dem muss sie sich früher oder später stellen, denn kein Tremere kann lange ohne den Schutz der Pyramide überleben...

Griffin gelingt leider kein guter Abschluss, was man gleich an mehreren Punkten festmachen kann:

Die Charaktere, die Antigone unterstützen, Felton und Charly, bleiben absolut blass, vom letzterem lässt sich ohne weiteres nicht einmal der Clan bestimmen, geschweige denn auch nur einen markanten Charakterzug. Insofern bleibt auch die Motivation dieser Charaktere dem Leser verschlossen.
Mit der ehemaligen Regentin von New York, Sturbridge, die sich in Wien ihrer Verantwortung stellen muss, hätte er eigentlich eine weitere Handlungsebene gehabt, nur, wird sie nicht zum Abschluss gebracht und es bleibt statt dem Ereignis dieses Buches (wer wollte nicht immer schon wissen, was die Tremere in Wien so treiben) eine x-beliebige Nebenhandlung.
Den dritten Aspekt bilden die Drahtzieher hinter den Geschehnissen im Buch. Während der eine schon die ganze Zeit der Hauptverdächtige des Lesers war (und sich höchstens dadurch selbst ausschloss), tauchte der andere vorher nicht im Buch auf. Mehr als unbefriedigend und bei einer Krimi-ähnlichen Handlung (Wer war der Täter?) auch stilistisch schlecht.
Zu guter letzt kann man noch die Motive aller Personen im Roman nennen, die größtenteils an den Haaren herbeigezogen wirken.

Fazit: Der Stoff der drei Bände wäre mit Sicherheit guter Stoff für einen Roman gewesen, für eine Trilogie bietet er aber viel zu wenig Handlung, Überraschungen und Wendungen, so dass er unnötig breit getreten wird.
Auch die Charaktere werden durch die Bank recht eindimensional gezeichnet, einzig Antigone bleibt mehrdimensional, aber widersprüchlich. Zwar merkt man dem Autoren durchaus seine Erfahrungen im Umgang mit Tremere an, leider blitzt das aber nur selten auf und vermag nicht, die flache Handlung auszugleichen.




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