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Das rote Zeichen
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 15.06.2004, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Campbell, B., Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 120, Erschienen: Januar 2004, Preis: 20,95 Eur


»Das Rote Zeichen« ist ein Band für Magus und Vampire, der zur »Zeit der Abrechnung« gehört, die das offizielle Ende der »Welt der Dunkelheit« markiert. Sein Thema: Eine Verschwörung von Magi und Vampiren hat eine Möglichkeit gefunden, den Kainsfluch zu brechen. Hierbei handelt es sich um ein mächtiges magisches Ritual – »Das Rote Zeichen«. Vampire können so wieder in Menschen verwandelt werden.

Das Buch beinhaltet fünf Kapitel, die logisch aufeinander aufbauen. Das erste widmet sich der vampirischen Seite der Verschwörung, das zweite der Seite der Magi. Im dritten Kapitel dann werden für »Das Rote Zeichen« benötigte Ritualbücher beschrieben sowie die Umsetzung des Rituals im Spiel näher erklärt. In der Folge geht es darum, was nach dem erfolgreichen Ritual passieren könnte. Das vierte Kapitel beschreibt die in der Verschwörung aktiven Vampire und Magi genauer, insgesamt 18 Personen, während das letzte Kapitel Tipps zum Bau einer Chronik aus diesen Infos bietet.

Das klingt zunächst nach einer in sich runden Sache. Irritierend ist jedoch, dass die Autoren im ersten Kapitel auf die Möglichkeit des Spiel des Horrors in lovecraftscher Tradition deutlich hinweisen. Dies verwirrt, da die »Welt der Dunkelheit« eigentlich ein eigenständiges, unabhängiges Konstrukt ist. Aber vielleicht war es der derzeitige Erfolg von »Cthulhu«, der diesem Gedanken Pate stand.

Unglücklich ist dagegen ein Widerspruch im Aufbau und Inhalt des Buchs im Hinblick auf die Adressaten. Die Zeit der Abrechnung ist eine Phase der »Welt der Dunkelheit«, die in erster Linie für erfahrene Vampire-Spieler interessant ist, die die Welt schon lange begleitet haben. Welcher Neuling würde sich schon in eine Welt einarbeiten, die bald nicht mehr existiert? Doch werden merkwürdigerweise gerade Neulinge durch dieses Buch besonders gut informiert. Es werden essentielle Teile von Magus und Vampire wiederholt, so dass man problemlos die Zusammenhänge verstehen kann. Aber welchen erfahrenen Spieler interessieren schon Aufgewärmtes und Zusammenfassungen von Bekanntem? Er kann allenfalls Motivation für die Arbeit des Chronikbaus aus den großen, teilweise vielleicht sogar schon zu großen, Gestaltungsräumen ziehen.

Fazit: »Das Rote Zeichen« ist eine wenig erfolgversprechende Gratwanderung ohne Grat und dementsprechend unbefriedigend. Es ist weder für Vampire-/Magus-Neulinge besonders geeignet noch erscheint es für erfahrene Spieler wirklich reizvoll. Zudem spricht der teilweise etwas zähe Schreibstil auch nicht unbedingt jeden an – das hervorragende Layout dagegen schon eher. Aber bei fast 21 EUR für ein 120-seitiges Softcoverbuch muss man sich schon fragen, ob es einem das wert ist.




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