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Quellenbuch Myrkgard
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 05.02.2004, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Hans-Joachim Maier u.a., Verlag: Verlag für F&SF Spiele, Seiten: 205, Erschienen: Oktober 2003, Preis: 27,95 €


"Myrkgard - die düstere Schwesterwelt" ist ein Midgard-Quellenbuch in aufwändiger Ausstattung. Ca. 210 Seiten im Hardcover in prima Layout werden allen mindestens 16-jährigen Spielern geboten.
Myrkgard ist außerdem die ungewöhnlichste Publikation eines professionellen Verlags seit langem, weil es einem Fanprojekt entstammt und erklärtermaßen von der vollen Vermarktung, wie sonst üblich, ausgeschlossen ist. Die offzielle Redaktion hat sich weitestgehend aus der Erstellung des Buches herausgehalten und so ist ein Produkt von Fans für Fans entstanden.
Die Geschichte des Quellenbuchs beginnt 2001 auf dem Midgard Con auf Burg Bacharach. Dort stellten Elsa und Jürgen Franke das Konzept der Welt Myrkgard vor, einen neue Welt für das Midgard-Rollenspielsystem, die als Projekt völlig in Spielerhand liegen sollte. Die Veröffentlichungsform war da noch ungeklärt.
Myrkgard ist kein neuer Kontinent, sondern einen dunkle Parallelwelt, in der teilweise andere Gesetzmäßigkeiten gelten. Im Buch finden sich nun Beschreibungen der betroffenen Regionen, z.B. zu Alba, Eschar, Clanngadarn, usw. Dabei sind die einzelnen Kapitel in der Regel von verschiedenen Autoren verfasst worden und zeigen wohl auch deshalb oft deutliche strukturelle Unterschiede. Verantwortlich für die Zusammenstellung ist Hans-Joachim Maier.
Allen Kapiteln gemein ist, dass sie einen unerschöpflicher Pool an Ideen für das Spiel bieten, auch wenn das Ziel nicht die absolute Passgenauigkeit im Midgard-Gefüge war. Über mangelnde Übersichtlichkeit kann man auch nicht meckern, was bei Midgard nicht immer so war. Ein gutes Inhaltsverzeichnis, eine Weltenkarte und ein Schlagwortindex helfen hier.
Als Spieler kann man sich ein solches Werk nur wünschen. Es lässt viel mehr Interpretationspielraum und jede Menge Freiheit zum Entwerfen eigenen Materials. Der Mut zum Risiko bei Pegasus-Press ist bewundernswert. Dies ist auf jeden Fall kein kommender Megaseller auf dem Markt, aber ein echte inhaltliche Bereicherung. Sie zeigt auch, wie nah die Midgard-Macher noch den Fans sind. Und das ist heute bei weitem nicht mehr selbstverständlich.




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