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Rückkehr der Helden
Von Jan-Hendrik Strenzke

Rezension erschienen: 28.10.2004, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Lutz Stepponat, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: Oktober 2003, Preis: 29,95 €


»Rückkehr der Helden« ist ein Fantasy-Brettspiel bei dem ein bis vier Spieler in die Rolle von jungen Nachwuchshelden schlüpfen. Diese bereisen eine Phantasiewelt, in der sie zahlreiche Abenteuer bestehen und sich dabei weiterentwickeln. Ziel des Spiels ist es, den namenlosen Bösen, der das Land unterjocht, zu besiegen.

Die farbenfroh gestaltete Verpackung gibt einen guten Eindruck von der Optik des Spiels. Die Spielmaterialien aus Holz und stabilem Karton sind durchweg gut gearbeitet und ansprechend gestaltet. Darüber hinaus werden Marker aus Glas und kleine Halbedelsteine verwendet, die das Erscheinungsbild weiter aufwerten. Die Schachtel des Spiels bietet viele kleine Fächer, in denen man die unterschiedlichen Spielelemente sortiert unterbringen kann. Die Mulden, in denen man die Teile des Spielplans ablegen werden, sind direkt darüber eingelassen, so dass die einzelnen Fächer von oben abgeschlossen sind und auch beim Transport nur wenig Unordnung entsteht. Insgesamt präsentiert sich »Rückkehr der Helden« als ein stimmiges Ganzes.

Die ausschließlich in Deutsch beiliegende Anleitung erläutert auf 24 nicht ganz DIN A5 großen Seiten die grundlegenden Mechanismen des Spiels sowie einige Variationen. Sie ist als fortlaufender Dialog zwischen verschiedenen fiktiven Charakteren verfasst, in deren Rolle die Spieler schlüpfen können. Zahlreiche Bilder und Beispiele unterstützen das Verständnis. Die Dialogform ist eine originelle Variante, die sicher gerade junge Spieler ansprechen wird. Jedoch trägt sie nicht unbedingt zur Übersichtlichkeit des Regelwerks bei und bläht es unnötig durch Kommentare der Charaktere zueinander und übereinander auf. Besonders lästig ist dies, wenn man während des Spiels noch einmal schnell eine Regel nachlesen will.

Der Spielplan besteht aus sechzehn Gebietskarten mit jeweils neun Wegpunkten. Letztere sind durch Pfade teilweise miteinander verbunden. An jeder der vier Seiten eines Gebiets gibt einen Übergang zum nebenliegenden Teil. Darüber hinaus gibt es noch Begegnungsplättchen, von denen jeweils zwei verdeckt auf Gebietskarten verteilt werden. Hierdurch entsteht ein sehr variabler Spielplan, der viele abwechslungsreiche Partien sicherstellt.

Zu Spielbeginn wählt jeder Spieler eine Heldenpersönlichkeit und erhält eine zugehörige Charakterkarte, auf der die Lebenspunkte, die Erfahrung, die Ausrüstung, das Vermögen und die aktuellen Missionen festgehalten werden. Jeder Held hat drei Kampfwerte: Magie, Nahkampf und Fernkampf, welche im Spielverlauf gesteigert werden können. Dies ist einerseits durch spezielle Gegenstände und andererseits durch Lehrmeister möglich. In einem Kampf wird stets versucht, mit zwei Würfeln den jeweiligen Wert nicht zu überschreiten. Mit steigender Erfahrung erhalten die Charaktere zusätzliche Würfel in den einzelnen Fertigkeiten, von denen jeweils die beiden niedrigsten für das Ergebnis zählen. Doch nicht alle Gegner lassen sich beliebig bekämpfen und häufig gibt es Erschwernisse für den Einsatz einer bestimmten Angriffsform.

Im Rahmen eines Spielzugs kann ein Charakter sich zunächst bewegen. Die mögliche Anzahl an Feldern hängt hierbei von der gewählten Persönlichkeit und eventuellen Gegenständen ab. Trifft er hierbei auf ein Begegnungsplättchen, wird dieses aufgedeckt. Handelt es sich um ein Monster, kommt es automatisch zum Kampf. Alternativ können so auch Gegenstände, Lehrmeister und Missionen gefunden werden. Bei diesen kann der Spieler entscheiden, ob er sie an sich nimmt oder seine Bewegung fortsetzt. Für jedes Begegnungsplättchen, das vom Spielplan entfernt wird, wird ein neues aus einem Nachschubbeutel gezogen und vom Spieler verdeckt an einer beliegen Stelle platziert. Besiegte Monster werden dann erneut in den Beutel getan. Hierdurch ergibt sich ein variabler Spielverlauf und man kann den Weg der Mitstreiter beeinflussen. Dies ist jedoch leider die einzige Interaktion zwischen den Spielern, ansonsten versucht jeder für sich, seine Missionen zu erfüllen und sich auf den Endkampf vorzubereiten.

Der Endgegner wird zufällig bestimmt, wobei es sechs verschiedene Widersacher gibt, die über sehr unterschiedliche Fähigkeiten verfügen. Es ist den Helden jedoch während des Spiels durchaus möglich, seine Identität in Erfahrung zu bringen, um sich gezielter auf ihn vorbereiten zu können. Der Reiz des Spiels liegt insbesondere darin, den richtigen Zeitpunkt zu finden, wann der eigene Recke bereit ist, um sich dem finsteren Fürsten zu stellen. Da nur ein Charakter am Ende diesen Kampf gewinnen kann muss man die richtige Balance aus Risikofreude und Vorbereitung finden, damit einem nicht ein anderer Spieler zuvor kommt und selber zum wahren Helden und Gewinner des Spiels wird.

Im Gegensatz zum Wettlauf mit den Mitstreitern gilt es bei der Einspielervariante, den finsteren Fürsten in einer festgelegten Anzahl von Runden zu bezwingen. Hierbei erhält man zudem für bestimmte Missionen Punkte, so dass man die Verbesserung des eigenen Spielgeschicks im Verlauf mehrerer Runden beobachten kann. Diese Variante mag sicherlich für ein paar Partien reizvoll sein, ob sie jedoch anhaltenden Spielspaß bringt erscheint zweifelhaft.

Fazit:
Insgesamt besehen ist »Rückkehr der Helden« ein kurzweiliges Abenteuerspiel, das gerade jüngere Spieler durchaus anspricht. Doch auch Fantasy-Fans und Rollenspielrunden, deren Spielleiter gerade im Urlaub ist, könnten hieran Gefallen finden. Dank seiner Variabilität bleibt der Spielspaß auch über mehrere Partien erhalten, wobei man die Spannung und Dynamik sicher durch einige Hausregeln noch steigern kann.




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