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Das Buch des Spielleiters
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 07.02.2004, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Thomas E. Müller, Verlag: The Lore Factory, Seiten: 156, Erschienen: Oktober 2003, Preis: 15,00 €


Thomas Müllers' »Osiris-Rollenspiel« wird mit dem vorliegenden Band ausgebaut. Rund 160 Seiten im farbigem Hochglanzcover umfasst das Spielleiterbuch, optisch in derselben Gestaltung wie das Spielerbuch und ist ein echter Knaller.

Es ist in den vergangenen Jahren Mode geworden, die Regelbücher in Spieler- und Spielleiterbücher zu trennen. Bei vielen Systemen war der Grund dafür ein rein finanzieller. Das, was die Spielleiterbücher boten, waren in der Regel Infos, die mehr ins Detail gingen und für das Spiel eher unwichtig waren (z.B. das Auswürfeln von Schätzen).
Osiris kommt ohne den handelsüblichen Ballast aus. Es bietet ein Spielleiterbuch, das extrem funktional ist und vor allem auch Rollenspielneulingen hervorragenden Stützen bietet. Dazu gehört z.B. das Kapitel "Ein guter Spielleiter - Wie?", das unter anderem eine Spielertypisierung bietet nebst Vorschlägen, wie man mit diesen Spielergruppen im Spiel am besten umgeht. Mit diesem Handwerkszeug hat man als "Light-Psychologe" Werkzeuge an der Hand, wie sie sich sonst erst durch jahrelange Erfahrung einfinden.
Ebenso gute Tipps bietet das Kapitel "Kampagnen & Abenteuer", in dem man nahezu eine Checkliste an die Hand bekommt. Hiermit bekommt man die Möglichkeit sich Abenteuer, Szenarien oder ganze Kampagnen gut strukturiert aufzubauen.

Da das Grundkonzept des Buches auch die Vorenthaltung von Zusatzinformationen gegenüber dem gemeinen Spieler umfasst, bieten die Autoren natürlich auch klassische Spielleiterbuchinhalte. Dazu gehören Zusatzkampfregeln, Welteninformationen und nähere Angaben über das Funktionieren von Körper und Geist der Spielerfiguren im Abenteuer (Verletzungen, Durst, Hunger, Wissensleistungen...).
Bei diesen Kapiteln fällt immer wieder die besondere Struktur von Osiris auf, die beinahe schon philosophisch ist und mit seinen klaren Kategorien echte Weltdurchdringung anbietet.
Dabei bedienen sich die Autoren existenter Gesellschaftstheorien und psychologischer sowie pädagogischer Konzepte. Dabei bleibt der Text aber leicht verständlich und wird mit Beispielen zusätzlich veranschaulicht. Ein, zwei kleine Fehler (z.B. Fehler in einer Tabelle) sind mir beim Lesen aufgefallen, die aber zu keinen Problemen führen.
Verglichen mit dem »Schwarzen Auge« oder »Midgard« ist die Liste der Errata von Osiris in Qualität und Qualität ein winziger Zwerg. Das spricht für die gründliche Konzeption.

Das erste zuletzt: Die Einführung in das Spielleiterbuch hat mich zuerst etwas irritiert, weil sie in sehr kleinen Schritten Begriffe, wie Würfel oder Proben, erläutert. Das macht allerdings Sinn, wenn man sich eine Einsteigerrunde vorstellt, in der ein Spielleiter noch sehr viel Orientierung braucht. Er ist die Ansprechperson für seine Spieler und muss Kompetenz zeigen.

Fazit:
Alles in allem ist das »Spielleiterbuch« zu Osiris noch besser als das ohnehin gute »Spielerbuch« und sicher auch für andere Rollenspielsysteme eine gute Ergänzung - besser oft, als die hauseigenen Spielleiterbücher.




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