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Die Höhle des Drachen
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 25.05.2004, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: MB-Spiele, Seiten: , Erschienen: Oktober 2003, Preis: 22,50 €


Auf der Spiel 2003 war dieses Spiel ganz besonders von jüngeren Spielern heftigst umlagert, weil es eine Besonderheit hatte: eine leuchtend grüne Drachenfigur mit einem auf absonderlichste Weise beweglichen Hals und Kopf, die wild wirbelnd über das Spielfeld fegen.
Auch meine beiden Kinder von sieben und neuen Jahren waren von der einzigartigen Figur begeistert, und als das Angebot kam, dieses Spiel zu besprechen, habe ich zur Freude der beiden sofort zugegriffen.

Das Auspacken des Kartons förderte neben einem Spielbrett, einigen Pöppeln, Edelsteinen in Rot und Blau, einem Satz Dracheneiern und einem beklebbaren Würfel denn auch recht bald das Objekt der kindlichen Begierde zu Tage. Der Drache besteht aus einem Körper mit eingebautem Elektromotor und Batteriefach sowie einem mit vielen Gelenken versehenen Hals. Baut man das Untier zusammen und drückt auf eine bestimmte Rückenschuppe des Drachen, so läuft der Elektromotor an, mal vorwärts, mal zurück, und der Kopf beginnt an seinem langen Hals einen wilden Tanz über das Spielfeld zu veranstalten. Dabei ist wirklich nicht vorauszuberechnen, wohin der Drachenrachen ausschlägt. Mal wickelt der Kopf sich um den Rumpf, mal schlägt der lange Hals bis an die Grenze des Spielfeldes aus. Ein echtes Meisterwerk der Designkunst!

Wenn das Spiel drumherum nur halb so gut wäre, hätten wir einen echten Gewinner zu verzeichnen. Leider verendet dieses jedoch als halbgare Mensch-ärgere-dich-nicht-Variante ohne größere Faszination. Die Spieler ziehen nach Maßgabe des Würfels auf der Jagd nach jeweils einem roten und blauen Edelstein durch die Drachenhöhle. Verschiedene Ereignisfelder der klassischen Art (zum Beispiel "Noch einmal würfeln" oder "Nimm einen Edelstein von einem Mitspieler") sorgen dabei für ein wenig Abwechslung. Ein Geheimgang sorgt zusätzlich für eine Möglichkeit schnell von einer Seite des Spielfeldes auf die andere zu gelangen. Wer einen Edelstein ergattert, muss diesen wieder aus der Drachenhöhle hinaus schaffen.
Doch Vorsicht! Wer einen Edelstein gefunden hat, muss diesen auf die Platte des eigenen Pöppels legen, und dort ist er in Reichweite des herumwirbelnden Drachenkopfes! Bei jeder 3 oder 5 auf dem Würfelwurf wird nämlich der Drache nach der Bewegung aktiviert. Wenn der Wächter der Höhle beim Herumwirbeln einen Edelstein herunter schlägt, so wird dieser auf das Feld gelegt, auf dem der Pöppel stand, und kann wieder neu aufgenommen werden, sobald ein Pöppel das Feld wieder betritt.

Dies ist auch das eigentliche Highlight des Spiels. Mit allgemeinem "HUUH!" und "HAAH!" werden die Bewegungen des Drachen begleitet, und jeder hofft, dass es nicht ihn, sondern jemand anders erwischt.
Ansonsten geht es nur darum, zunächst die beiden Edelsteine und dann die Dracheneier (die auf einem besonderen Feld des Spielbretts liegen) aus der Höhle zu schaffen; wem dies gelingt, der gewinnt das Spiel.

Wie man also sehen kann, ist der spielerische Reiz dieser Schatzjagd als recht gering einzustufen, und ich finde es beklagenswert, dass ein so geniales Requisit wie der Drache in einem so schwachen Spiel "verheizt" wird.
Trotz alledem haben zumindest meine Kinder einen Narren an dem Spiel (oder wohl eher an dem Drachen) gefressen, und so landet »Die Höhle des Drachen« nun doch des öfteren auf dem Spieltisch.
Für Kinder ist das Spiel also offenbar durchaus geeignet, ein erwachsener Spieler dürfte sich jedoch heftig unterfordert fühlen.




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