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Der Herr der Ringe™ TMG Starter Set
Von André Domke

Rezension erschienen: 11.02.2004, Serie: Tabletop, Autor(en): , Verlag: Sabertooth Games Deutschland, Seiten: , Erschienen: Oktober 2003, Preis: 24,99 Euro


Es gibt ja schon eine Reihe an Vertretern im Genre der Miniaturen-Schlachten-Brettspiele. Herauszuheben natürlich Warhammer, das seit Jahren eine große Anhängerschaft besitzt.
Hinzu gesellt sich nun auch die unvermeidliche, aber sicher auch vielerwartete Herr der Ringe-Version von Sabertooth Games. Nun kann also jeder seine Helden in den Kampf gegen den Dunklen Herrscher führen oder anstelle Saurons die Herrschaft über Mittelerde (oder zumindest das Hexfeld) erringen.

Damit der Einstieg nicht allzu schwer fällt, gibt es die hier vorgestellte Starterbox. Diese beinhaltet alles, was man für ein Probespiel benötigt: acht Figuren, vier Würfel, eine Faltkarte sowie eine mehrsprachige Anleitung. Das Verkaufskonzept des Spieles unterscheidet sich aber von den meisten Konkurrenten. Während bei Warhammer und all seinen Abkömmlingen und Klonen die Packs nach eigenem Geschmack und gegebenenfalls Geldbeutel in Themen bzw. speziellen Einheitenstrukturen verkauft werden, verfolgt Sabertooth Games das Konzept der Tradeables.
Ähnlich wie bei Magic und anderen Sammelkartenspielen werden hier Starter und Booster verkauft, die eine bestimmte Zusammenstellung an raren, ungewöhnlichen und gewöhnlichen Figuren besitzen. Der Packungsinhalt ist beim Starter bekannt, bei den Boostern allerdings nicht. Somit tritt hier der gleiche Effekt wie bei allen anderen Tradeable Games auch: man ist immer neugierig, was man im Booster findet und muss unter Umständen recht viel Geld investieren, um die gewünschten Figuren in den Händen zu halten. Oder aber man findet viele Mitspieler und kann mit denen kräftig tauschen.

Somit kommen wir zu den Figuren und dem Spiel an sich. Die Charaktere der Bücher und Filme in Plastik gegossen haben ihren Charme. Sie sind recht schmal gehalten und verglichen mit den Ü-Eier-Figuren etwas kleiner. Die eher dunkle und gedeckte Bemalung ist bereits vorhanden, was der Athmosphäre nicht abträglich ist. Schwerter, Speere und andere freistehende Teile sind biegsam und daher recht bruchbeständig. Alle Figuren sind auf einem grünfarbenen Podest angebracht, welches im Vergleich ziemlich groß erscheint und etwas billig wirkt. Auf diesem Podest sind alle relevanten Daten des Charakters sowie zwei Schieberegler für Lebens- und Aktionspunkte untergebracht.

Gespielt wird nach einem Hexbattle-System, die benötigte Karte ist bereits enthalten und bietet durch Vor- und Rückseitenbedruckung zwei unterschiedliche Szenarien an. Das System ist im Allgemeinen sehr leicht verständlich und schon im ersten Probespiel erlernt. Einige knifflige Situationen erfordern allerdings eine weitergehende Einigung der Spieler über die Regeln, da die Anleitung an einigen wenigen Punkten nicht ganz unmissverständlich ist. Vermissen wird der Spieler eine Aktions- und Ablaufkarte oder zumindest eine Kopiervorlage, in der die Spielaktionen und die Beschreibung der Icons noch einmal zusammengefasst sind. So muss das Anleitungsheftchen immer hin und hergehen, da gerade die Beschreibung der Fähigkeiten der Figuren nicht sofort im Gedächtnis haften bleibt.
Unverständlich ist auch die Regel für einen Sieg. Danach ist derjenige Schlachtenlenker der Verlierer, der als erster mehr als 50% seiner Einheiten verloren hat. Das schränkt einige strategische und taktische Variationen doch stark ein, ist aber natürlich durch eine Regelanpassung unter den Spielern schnell geändert.
Der Anteil von taktischen Elementen im Spiel ist erwartungsgemäß größer als der strategische Part, welcher sich hauptsächlich auf die Zusammenstellung der Armee und die Anfangsaufstellung beschränkt. Doch gibt es durch die Fähigkeiten der Charaktere, hier ist vor allem der Ringträger zu nennen, eine Vielzahl an taktischen Möglichkeiten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Spiel sehr gut gelungen ist. Das Verkaufsprinzip macht es den Sammelkartenspielen ähnlich, mit allen Vor- und Nachteilen. Das Spielprinzip ist bis auf sehr wenige Ausnahmen gut umgesetzt. Ob einem die Figuren gefallen und der Preis dafür angemessen ist, das muss jeder für sich selbst bestimmen. Für alle die das Ganze einmal ausprobieren wollen, ist dieses Starter-Pack bestens geeignet.




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