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Windgeflüster Nr. 53
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 28.01.2004, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Oliver P. Bayer (Hrsg.), Verlag: Gilde der FantasyRollenspieler e.V., Seiten: 66, Erschienen: 2003, Preis: 3,50 Eur


Überraschend schnell nach der letzten Ausgabe mit der Thematik Seeabenteuer erschien schon nach zwei Monaten die Windgeflüster #43 pünktlich zur Spiele-Messe in Essen. Auf Cthulhus Spuren möchte man sich in dieser Ausgabe begeben.

"Heimatliebe" bildet dazu die Basis, ein Abenteuer im Schweizer Ferienort Davos, welches sich durch Liebe zum Detail, ein stimmungsvolles, mit alten Bildern unterlegtes Layout und Con-Eignung auszeichnet. Der Hintergrund ist historisch eingebettet und anfangs werden die Charaktere wohl kaum ahnen, was ihnen diese wohlverdienten Ferien einbringen werden...

Über Davos selbst finden sich im Folgeartikel weitere Details, um eine lebendigere Darstellung des Kurorts zu ermöglichen. Unglücklicherweise wiederholen sich jedoch innerhalb des Artikels einige Details.

Zwei Kurzgeschichten, wovon eine cthulhuiden Horror ganz gut trifft, eignen sich als Gute-Nacht-Lektüre, ein Interview mit Frank Heller, dem Cthulhu-Chefredakteur, zeigt aktuelle Trends auf und ein "Do-it-yourself: Kulte" wirft im wesentlichen Fragen auf, die ein Meister bei der Erschaffung "seines" Kultes dringlich beachten sollte.

Streitbarer ist da schon der Artikel "Ein gelungenes Cthulhu-Spiel", dessen Tipps ich zum Teil nicht nachvollziehen kann. Was der Autor als Grund für den Abbruch eines Abenteuers ansieht, würde ich eher als Grund ansehen, den Dingen erst recht nachzuforschen, z. B. Licht in einer Kapelle, die seit 500 Jahren nicht mehr genutzt wird, so eines seiner Beispiele. Auch die These, das Kultisten an bekannten Orten wie Kinos oder Discotheken realer wirken als in verfallenen Schlössern oder einsamen Herrenhäuser, vermag sich mir nicht zu erschließen.

Abgeschlossen wird das Thema durch eine Übersicht zu Horror im Manga sowie eine Vorstellung des Genres Survival Horror a la »Resident Evil«.

Mit "Thyria bei Nacht" wird ein Steampunk-Horror-Rollenspiel vorgestellt sowie dazu ein Kurzabenteuer mit der vielgeliebten Plotidee aus »Täglich grüßt das Murmeltier« gereicht. Aber diese Abwandlung ist durchaus gelungen, auch für andere Horror-RPGs interessant und erneut als Conabenteuer spielbar, wie auch der Autor betont.

Etwas kritisch sehe ich hingegen, dass die Autoren des Rollenspielsystems dieses eben auch vorstellen und dem Leser eine sehr positive Darstellung mit wenig Kritik vermitteln. Der kritische Abstand zwischen System und Systemvorstellung fehlt.

Auch weitere Vorstellungen werden so gehandhabt: Degenesis, das Endzeit-Rollenspiel, LodlanD, das DSA-Kemi-Projekt sowie besonders augenscheinlich beim No-Budget-Film Spell. Natürlich kann der Leser mit kritischem Abstand auch hier einiges interessantes erfahren, wertvoller wären aber sicherlich unabhängige Berichte gewesen!

Abgerundet wird das Heft mit einer Kinopreview auf »Underworld«, welcher angeblich World of Darkness-Elemente beinhalten soll, weswegen es schon Rechtsstreitigkeiten zwischen White Wolf und Sony gibt. Dazu kommen ein Mini-Interview mit Feder und Schwert, bei dem das Ende der WoD thematisiert wird, eine höchst gelungene "Entmyzifizierung" des Greifen, ein lesenswertes Interview mit dem norwegischen Fantasy-Autoren Andreas Bull-Hansen sowie einige wenige Rezis mit Schwerpunkt DSA bzw. Myranor.

Das Layout ist durchgehend sauber und übersichtlich gehalten, viele Fotos, wenige Zeichnungen. Das Titelbild zeigt eine cthuluide Computergrafik: Der Große Alte räkelt sich durch eine Art ägyptischen Kamin. Dabei bleibt verwunderlich, dass Ägypten im Heft gar keine Rolle spielt und kein konkreterer Bezug auf den größten Artikel des Heftes, Heimatliebe, genommen wird.

Fazit: Das Heft ist mit Sicherheit sein Geld wert, wobei Cthulhu-Anhänger die größte Freude an dieser Ausgabe haben werden.




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