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Industria
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 21.06.2004, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Michael Schacht, Verlag: Queen-Games, Seiten: , Erschienen: 2003, Preis: 19,95 €


Bei »Industria« erleben bis zu vier Spieler rund 600 Jahre industrielle Entwicklung in einer konzentrierten Zusammenfassung auf dem Spielbrett.
In den verschiedenen Epochen der Entwicklung gilt es, Fabriken zu errichten und Technologien zu entwickeln. Die einzelnen Fabriken liefern Rohstoffe, die in anderen wiederum für die Produktion benötigt werden. Auf diese Art versinnbildlicht sich der gesamte Zusammenhang der industriellen Entwicklung in unserem Kulturkreis. Die einzelnen Erfindungen bauen aufeinander auf und es entstehen zahlreiche Abhängigkeiten.

Das Spiel beginnt zur Zeit der industriellen Revolution und startet mit vergleichsweise einfachen Aspekten wie Maschinenbau und Konstruktionen. In diesem Zeitraum sind Ziegel und Holz begehrte Rohstoffe. Vergleicht man dies mit späteren Szenarien im Spiel so finden sich dort Nanotechnologie, Telekommunikation, Kunststoffe und Computer.

Für jeden Spieler wird in jeder Runde ein Plättchen aufgedeckt (also maximal vier), die dann versteigert werden. Hierbei entscheidet der Startspieler, welches der Plättchen zuerst zum Verkauf steht. Reihum darf dann jeder Spieler ein Gebot abgeben, wobei das Folgegebot immer höher sein muss als das Vorherige. Wenn alle Gebote abgegeben worden sind, hat der Auktionator die Wahl, das Plättchen an den Höchstbietenden abzugeben und den Gewinn einzustreichen oder das Plättchen für sich zu behalten. Danach versteigert er das nächste. Nach zwei Versteigerungen wechselt der Auktionator, so dass der nächste Spieler versteigern darf oder das Plättchen einstreichen kann. Sollte keiner ein Gebot auf ein Plättchen abgeben darf der aktuelle Auktionator dieses ebenfalls einstreichen.

Sind alle Plättchen versteigert, darf reihum jeder Spieler maximal je eine Fabrik, eine Technologie und ein Bonusplättchen gegen Bezahlung der zugehörigen Kosten und eventuell erforderlicher Rohstoffe auslegen.

Während des Spiels durchlaufen die Spieler verschiedene Epochen der industriellen Entwicklung. Nach jedem Übergang in ein neues Zeitalter sind sämtliche Rohstoffe der vergangenen Epochen allgemein verfügbar. Sollte ein Spieler keine Fabrik zur Produktion eines Rohstoffes gebaut haben, so kann er diesen jetzt durch Einkauf bei der Bank erwerben.

Siegpunkte erhält man durch den Bau von Fabriken, das Auslegen von Technologien und die Übereinstimmung von Bonussymbolen. Darüber hinaus gibt es bei Spielende noch Sondersiegpunkte für miteinander verbundene Fabriken und Technologien. Diese werden durch Verbindungen bzw. Straßen zwischen einzelnen Technologien oder Fabriken auf dem Spielplan dargestellt.
Wer am Ende die meisten Siegpunkte besitzt gewinnt das Spiel.

Fazit: Die Spielregeln sind sehr einfach gestaltet und dadurch leicht verständlich. Man braucht aber durchaus länger, um die Vielzahl der Abhängigkeiten von Technologien und Fabriken untereinander zu durchschauen und abschätzen zu können. Negativ aufgestoßen ist der hohe Glücksfaktor beim Ziehen der einzelnen Plättchen für die Versteigerungen. Bei der ersten Kennenlernpartie kann hierdurch ein wenig Unmut unter den Spielern aufkommen.
Aber wer bereit ist, sich auch darüber hinaus mit »Industria« zu beschäftigen, und Versteigerungsspielen nicht abgeneigt ist, wird mit einem anspruchsvollen, spannenden und herausfordernden Spiel belohnt.




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