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Goldland
Von Jan-Hendrik Strenzke

Rezension erschienen: 11.02.2004, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Wolfgang Kramer, Verlag: Goldsieber Spiele, Seiten: , Erschienen: 2002, Preis: 29,95 Eur


"Goldland" ist ein unterhaltsames Brettspiel, bei dem 2-5 Personen in die Rolle von abenteuerlustigen Entdeckern schlüpfen. Diese befinden sich auf der Jagd nach den Schätzen des noch unerforschten Goldlands.

Die überwiegend in Brauntönen gehaltene Verpackung ist ansprechend gestaltet und gibt einen guten Eindruck von der Optik der eigentlichen Spielmaterialien. Diese sind durchweg gut gearbeitet und bestechen durch ein ansprechendes Design. Spielfiguren und Markierungssteine aus Holz runden das Bild ab und sorgen dafür, dass sich "Goldland" als ein stimmiges Ganzes darstellt.

Die ausschließlich in deutsch beiliegende Anleitung erläutert gut verständlich die Mechanismen des Spiels. Eine Vielzahl von Illustrationen unterstützt diese Erklärungen. Darüber hinaus liegt der Anleitung noch ein vierseitiges Zusatzheft bei, in dem exemplarische Spielzüge dargestellt und die häufigsten Fragen zum Spiel beantwortet werden. Ergänzend fassen fünf Kurzspielregeln die wesentlichen Aktionen im Spiel knapp zusammen.

Der Spielplan besteht aus insgesamt 7x7 Geländetafeln, von denen bei Spielbeginn nur der untere und ein seitlicher Rand sichtbar sind. Diese repräsentieren die Küstenlinie des Goldlands, an der die Spieler ihre Forschungsreise beginnen. Die übrigen Felder, welche unterschiedliche Landschaften darstellen, werden erst im Laufe des Spiels angelegt. In der den Küstenlinien diagonal gegenüber liegenden Ecke des Spielplans wird zudem ein Tempel angelegt, den die Spieler in der Regel zu erreichen versuchen.

Im Spielablauf können die Spieler nacheinander jeweils drei Aktionen durchführen. Im Wesentlichen können sie ihre Spielfigur über die Geländekarten bewegen, wie es ihre Bewegungsweite und ihre Ausrüstung zulassen. Ergänzend können sie zusätzliche Ausrüstungsgegenstände erhalten und neue Geländefelder aufdecken. Wie weit sich eine Figur bewegen kann, wird durch die Anzahl an Gegenständen bestimmt, die sie mit sich herum trägt. Während des Zuges können sie auf Felder treffen, die nur durch das Abgeben von bestimmten Gegenständen betreten werden können. So kann man zum Beispiel eine Schlucht nur durch Abgabe von zwei Seilen überqueren. Diese Ereignisse zählen als Abenteuer und werden durch Marker gekennzeichnet. Wer am Ende die meisten Abenteuer einer bestimmten Art bestanden hat, erhält Zusatzpunkte für die Abschlusswertung. Gegenstände kann man auf fast jedem Feld erhalten, wenn man die jeweilige Voraussetzung erfüllt. So kann man an einem See Nahrungsmittel erhalten, wenn man eine Angel mit sich führt. Einige Felder sind zusätzlich noch mit einem Schatzsymbol gekennzeichnet, den man durch abgeben bestimmter Gegenstände heben kann.

Ziel des Spiels ist es, auf seiner Forschungsreise eine möglichst hohe Punktzahl zu erzielen. Die abschließende Wertung wird ausgelöst, wenn alle Spieler den Tempel besucht haben oder wenn ein Spieler das letzte Goldstück aus dem Tempelschatz raubt. Dann werden sowohl auf den Geländefeldern und im Tempel gesammelte Schätze als auch bestandene Abenteuer gewertet und der Spieler mit der höchsten Punktzahl gewinnt.

Positiv fallen an "Goldland" die einfachen Spielmechanismen auf, dank derer sich das Spiel in wenigen Minuten erklären lässt. Dementsprechend ist es auch für jüngere Spieler gut geeignet. Darüber hinaus ist es möglich, auf verschiedene Arten eine hohe Punktzahl zu erzielen, wodurch sich einige spieltaktische Freiräume ergeben.

Bedauerlich ist es jedoch, dass es keine direkte Interaktion zwischen den Spielern gibt. Auch indirekt kann man andere Spieler lediglich beim Anlegen neuer Spielfelder ein wenig in ihrem Vorankommen behindern. Als Folge gestaltet sich das Spiel zu wenig abwechslungsreich, als dass es für viele Partien begeistern könnte. Hier könnten einige Regelvariationen den Spielspaß sicher erheblich steigern, da das Grundkonzept und die Gestaltung des Spiels durchaus ansprechend sind.

Fazit:
Im Großen und Ganzen ist "Goldland" eine ansprechend gestaltete Variation der klassischen Entdecker-Thematik mit einigen reizvollen neuen Aspekten. Aufgrund der mangelnden Interaktion zwischen den Spielern besteht jedoch die Gefahr, dass es schnell langweilig wird. Daher kann es nur passionierten Forschern ohne Bedenken zum Kauf empfohlen werden.




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