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Schnorrer, Penner, schräge Narren!
Von Stefan Sauerbier
Rezension erschienen: 01.07.2000, Serie: Auditorium, Autor(en): Roland Kempen, Verlag: Musik & Tanz GbR, Seiten: n.b., Erschienen: 2000, Preis: 30 DM  |
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Nach Wein, Weib und Gesang haben Die Streuner nun ein neues Album produziert, welches man leider nicht im regulären Handel, aber dafür uüber die vorliegende eMail-Adresse erhalten kann.
Direkt mit dem ersten Lied wird man von der fröhlichen und beschwingten Melodie in die Vergangenheit entführt. Man kann sich wunderbar vorstellen, wie die Musik im Mittelalter war und damit ist nicht die kirchliche Musik gemeint. Vielmehr findet man hier Lieder des gemeinen Volkes, welche in der Regel von rastlosen Musikern verbreitet wurden um Bauern oder Arbeitern den Alltag ein wenig zu erleichtern. Wenn man sich die Lieder der CD anhört wird einem sehr schnell klar, warum die Gruppe den Namen Die Streuner gewählt hat. :-) Die Lieder handeln von Nöten und Träumen des gemeinen Volkes. Die Themen reichen von leeren Geldbeuteln, sexuellen Phantasien von Bauern, Festgelagen bis hin zu derben Geschichten über die gottfernen Ansichten eines zum Tode verurteilten, Söldnerliedern und der Einstellung zur Kirche. Letzteres wird zum Beispiel sehr deutlich im Lied Pater Gabriel in dem es um einen lüsternen Pater geht, der die erste Beichte der jungen Anna gleich mit einer Entjungferung verbindet.
Mit Schnorrer, Penner, schräge Narren! gelingt es den Streunern wunderbar ein breites Spektrum an unzähligen Nuancen des bäuerlichen Alltags abzudecken. Mit den teils derben, teils klaren Stimmen und den hell und klar gespielten Instrumenten entreißen sie den Hörer in eine längst vergange Welt und machen einfach Lust auf mehr. Mal schelmisch, mal ironisch oder rüpelhaft inspirieren Die Streuner ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen zum Mitsingen und lassen einem das Herz höherschlagen. LIVE-Rollenspielern und Liebhabern von mittelalterlich angehauchter Musik kann ich Schnorrer, Penner, schräge Narren! nur empfehlen! Egal in welcher Stimmung man gerade ist: man wird fröhlich und beschwingt. Um den einen oder anderen Ohrwurm kommt man auch nicht herum. :-)
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