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Der Herr der Ringe
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 04.12.2000, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Reiner Knizia, Verlag: Kosmos Verlag, Seiten: , Erschienen: 2000, Preis: 70 DM


Das Spiel Herr der Ringe besteht aus insgesamt fünf Spielplänen, von denen einer als Hauptspielplan fungiert. Er wird während des gesamten Spiels benötigt und weist den Spielern den Weg von Beutelsend bis nach Mordor. Auf dem Hauptspielplan ist zusätzlich eine Anzeige, auf der Sauron ganz rechts und die Hobbits ganz links starten. Im Laufe des Spiels nähern sich Hobbits und Sauron immer mehr. Und sollte ein Hobbit hinter Sauron gelangen, ist er der dunklen Seite verfallen und scheidet aus dem Spiel aus.
Nachdem die Hobbits in Beutelsend gestartet sind und sich erst einmal in Bruchtal und Lothlorien ein wenig ausgerüstet haben geht es gleich nach Moria und damit zum ersten der vier Spielpläne.

Jeder Spieler verkörpert einen Hobbit, der jeweils eine besondere Eigenschaft besitzt. Die kann ihm sehr nützlich werden auf seiner langen Reise nach Mordor. Frodo und Sam sind als Charaktere im Spiel immer vertreten und Frodo startet im Spiel auch als Ringträger. Es gilt wie im Buch auch, den einen Ring zu zerstören und ihn in die Flammen des Vulkans in dem er in Mordor geschmiedet wurde zu werfen.

Nach und nach werden sämtliche Orte durchgespielt. Beutelsend, Bruchtal und Lothlorien gehen sehr schnell, da für diese keine Spielpläne gibt. Danach stürzen sich die Hobbits in die Gefahr und müssen Moria durchqueren, Helms Klamm überleben, sich der großen Spinne in Kankras Lauer stellen und schließlich Mordor durchqueren. Diese Spielpläne stehen für zahlreiche Kämpfe und Abenteuer.

Im Spiel stehen jedem Spieler Hobbitkarten zur Verfügung, die man auf den ersten drei Stationen im Spiel erhalten kann. Später wird es schwieriger neue Karten zu bekommen. Die Karten zeigen eins von insgesamt fünf verschiedenen Symbolen: ein Paar Füße als Zeichen für Reise; einen Baum für Versteck; einen Händedruck für Freundschaft, zwei sich kreuzende Klingen als Kampf und einen Stern als Joker. Diese Karten werden in den Abenteuern dringend benötigt.
Auf den einzelnen Spielplänen gibt es mit diesen Symbolen markierte verschiedene Leisten auf denen die Hobbitkarten zum Einsatz kommen. Es gilt in jedem Spielplan möglichst viele Spielleisten zu durchqueren. Auf ihnen kann man Felder erreichen um Marker zu sammeln , die am Ende eines Spielplans bei jedem Hobbit in ausreichender Menge vorhanden sein sollten. Oberstes Ziel sollte aber immer sein, die Hauptspielleiste zu durchqueren. Wird ihr Ende erreicht, gilt das Abenteuer als erfolgreich bestanden.
Zusätzlich gibt es auf jeden Spielplan eine Ereignisleiste. Meist wirkt diese sich negativ auf das Abenteuer aus.
Im Spiel gibt es einen ein Schicksalsstapel, der aus 23 Plättchen besteht. Je dreimal sind die vier Symbole vorhanden, die sich auch auf den Hobbitkarten wiederfinden. Drei weitere Plättchen zwingen die Hobbits dazu, sich auf dem Hauptspielplan an Sauron anzunähern. Die restlichen acht Plättchen zeigen eine Sonnenuhr, die jeweils das nächste Ereignis auslöst. Zweimal erlauben zusätzliche Symbole den Spielern, eine Strafe in Form von Karten und anderem Material zu zahlen, damit die Sonnenuhr wirkungslos bleibt und kein Ereignis eintritt.

Ein wichtiges Element ist der Würfel im Spiel. An verschiedenen Stellen kann gewürfelt werden um zum Beispiel neue Karten zu bekomm. Beim würfeln gibt es keine positiven Ergebnisse und so ist es gut, wenn nichts geschieht. Es kann aber auch passieren, dass Sauron sich der Gemeinschaft nähert, der Würfelnde ein bis drei Felder in Richtung Sauron gehen muss oder dass er zwei Karten verliert.

Als weiteres Element im Spiel gibt es die Gefährten- und Ausrüstungskarten. Hierbei ist die Farbe der einzelnen Karten entscheident, da jeder im Regelfall pro Spielrunde nur zwei gleichfarbige Karten ausspielen darf. Im Gegensatz zu Hobbitkarten sind diese Karten mächtiger.

Auf den einzelnen Spielplänen gilt es während seiner Reise nach Moria aufrichtig zu bleiben, indem man ein Herz, eine Sonne und einen Ring sammelt. Jeder Spieler kann auch mehr der Plättchen sammeln. Dies hat aber zur Folge, dass die andere Spieler weniger bekommen oder gar leer ausgehen. Ist der Spielplan erfolgreich bestanden, so gilt es die Plättchen auszuwerten. Fehlt eines, so nähert sich der entsprechende Hobbit pro Teil Sauron einen Schritt auf der Finsternisanzeige auf dem Hauptspielplan. Während ihrer Reise können die Hobbits zusätzlich noch Schilde sammeln, welche spätestens in Kankras Lauer von großem Nutzen sein werden.

Bei der Auswertung nach jedem Abenteuer wird auch überprüft, wer neuer Ringträger wird. Dieser bekommt den Ring und kann ihn auf dem nächsten Spielplan einmal einsetzen. Da der Ring aber ein Artefakt des Bösen ist, muss gewürfelt werden. Danach aber gibt es je nach Würfelglück einen Fortschritt von ein bis vier Felder auf einer beliebigen Leiste auf dem Spielplan.

Der Herr der Ringe ist ein kooperatives Spiel. Reiner Knizia greift eine länger schon verloren gegangene Spielvariante auf, in der es gilt, das Spiel gemeinsam zu gewinnen. So spielt man gegen das Spiel und nicht gegeneinander. Man muss als einzelner Spieler hier und da schon mal Abstriche machen, so dass die Gruppe vorankommt. Fest steht, dass man nicht gewinnen kann, wenn der einzelne nur den Vorteil seines Hobbits sieht. Dann ist das Spiel schnell vorbei und Sauron hält in seinen Fingern den einen Ring. Damit wäre Mittelerde dem Untergang geweiht.
Die Schicksalskarten bringen Spannung ins Spiel und so wird jeder einzelne der vier Pläne zu einer Herausforderung. Mit seinen Karten hat man zwar die Möglichkeit starken Einfluss auf das Spiel zu nehmen und man kann auch versuchen die Pläne schnell zu durchqueren, aber man darf nicht vergessen, dass der Zufall im Spiel auch eine übergeordnete Rolle spielt.
Wenn die Spieler untereinander kooperieren und sich miteinander abstimmen können sie dieses Spiel mit Leichtigkeit meistern. Eine Herausforderung ist es allemal.

Gerade in der heutigen Gesellschaft, bei der das persönlich Wohl bei vielen wichtiger ist als die Gemeinschaft ist dieses Spiel eine erfrischende Erscheinung in der Spieleszene. Sauron als Gegner ist hart genug, damit die Gemeinschaft zusammenhalten muss. Im Herrn der Ringe ist für jeden reichlich Platz für Individualität, aber darf der Spieler nicht vergessen, dass das gemeinsame Ziel wichtiger ist als alles andere.




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