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Nautilus Nr. 18
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 06.12.2003, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Juergen Pirner (Hrsg.), Verlag: Abenteuer Medien Verlag, Seiten: 100, Erschienen: März/Mai 2003, Preis: 5,50€


Die 18. Ausgabe des Magazins »Nautilius« setzt den Schwerpunkt "Fluch der Mumie" und zeigt uns daher den Stoffetzen von allen Seiten – von wirklich allen Seiten!
Den Einstieg schafft ein wissenschaftlicher Überblick über die Bestattungsriten der Ägypter, darauf folgen Streifzüge durch Film, Literatur sowie ägyptisch angehauchte Brettspiele. »Mumien: Die Wiedergeburt« wird als neue Facette der WoD vorgestellt,und die Thematik »Mumie« wird in den verschiedenen Rollenspielwelten von Ravenloft bis Aventurien beleuchtet. Für »Mage Knight« und »Warhammer« werden Ägypten-Kampagnen und ihre Gestaltung offeriert. Wer sich für den Schwerpunkt interessiert, findet hier einiges an Material, auch wenn komplett auf Spielbares verzichtet wurde.

Daneben durchziehen unzählige "offizielle Kolumnen" (D&D, Feder&Schwert, DSA, Maddrax, Festa, Klett-Cotta, Herr der Ringe/Pegasus) das Heft, was in diesem Ausmaß eher eine Zumutung für den Leser denn irgendwie interessant ist. Dazu noch ein »Herr der Ringe«-Wie mache ich einen Zwerg?-Einhefter, der uns das Rollenspiel schmackhaft machen soll, das war es dann aber an Werbung...

Fündig wird man auch in punkto Filme und Computerspiele. Wenn man sie noch nicht kennt, findet man hier äußerst interessante Berichte über »Indy«, »Lara Croft«, »Solaris«,
»X-Men 2«, »Anatomie 2« und »Dreamcatcher«, um nur einige zu nennen. Der Nachteil solcher Artikel ist, wie bei den Kolumnen, dass sie recht schnell inaktuell werden und keinen Zeitwert haben. Das ist schade, denn die Besprechungen sind gut geschrieben.

Der Kriegfried und Lávendell-Comic ist eine versuchte Hommage an den »Herrn der Ringe«. Mir war er mit über 28 Seiten zu dick, wobei ich vermutlich auch nicht das ideale Zielpublikum abgebe und mich daher eher durchquälte.

Endlich am Ende angelangt, drehe ich das Heft um und werde positiv überrascht. Statt einer Backcoveranzeige erwartet mich ein alternatives Herr der Ringe-Cover mit einem Herr der Ringe-Special: rund 30 Seiten, beginnend mit drei überraschend interessanten Interviews (Grima Schlangenzunge, Haldir und Rosie Hüttinger).
Wer sich noch daran erinnert, wie Bilbo den EINEN Ring bekam, dem wird hier eine Kurzauflistung von 36 Rätseln geboten, die jeder Meister sicher gut gebrauchen kann; und das Selberknobeln macht zuguterletzt ja auch nicht unerheblich Spaß!
»Wer ist Gollum?« listet seine Geschichte systematisch auf, da sie ja in den Büchern doch recht verstreut ist. Anschließend wird die Herkunft der Hobbits (äußerst kompentent) beleuchtet und aufgezeigt, wie Gollum im Film entstanden ist. Der beste Artikel des Heftes ist jedoch eindeutig »Ich bin der Ringträger«, der einem Rollenspielmeister auf 4 Seiten aufzeigt, wie er den »Herrn der Ringe« nachspielen kann, ohne auf Spannung verzichten zu müssen. Dazu wird sofort in Bree ein alternativer und sehr überraschender Handlungsstrang gewoben, der stimmig ist, einiges zu bieten hat und spannend beschrieben ist; mir klappte beim Lesen einige Male die Kinnlade nach unten. Abgeschlossen wird das Special dann von der einzigen »Hardware«, dem HdR-Abenteuer »Nacht über den Hügelgräbern«, einem kleinen, aber feinen Szenario.

Mein Fazit würde so aussehen:
Für meinen Geschmack zu viele Berichte mit geringem Zeitwert, zu wenig Rollenspielmaterial und ein (zu?) dicker Comic. Nur HdR- und Mumien-Fans können hier bedenkenlos zugreifen.




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