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Arne
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 07.03.2003, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): k.a., Verlag: Lauwers Games, Seiten: , Erschienen: 2002, Preis: 6 Euro


2002 habe ich mich ausgiebig auf die Spiel-Messe in Essen vorbereitet, Kataloge und Vorschauen gewälzt und eine lange Liste mit interessanten Spielen und besuchenswerten Ständen erstellt (dass ein Verschusseln der Liste letztendlich doch wieder zum üblichen Messechaos führte, ist eine andere Geschichte).
Dabei stieß ich auf ein Spiel namens Arne, über das vollmundig verkündet wurde, es sei eine Revolution im Kartenspiel-Bereich. Zwei Sorten von Karten, mit gänzlich verschiedenen Regeln sollen dennoch in einem Spiel vereinigt werden.
Der erste Eindruck ist zunächst nicht aufsehenerregend: das Spiel besteht aus 92 Spielkarten, aufgeteilt in 60 weiße und 32 schwarze Karten; dazu kommen noch vier Karten, mit denen die Spieler ihre jeweilige Farbe bekannt geben, sowie viermal vier Regelkarten (jeweils in den Sprachen Deutsch, Französisch, Niederländisch und Englisch).
Die Regeln sind knapp und relativ einfach zu merken. Schade ist lediglich, dass das layout auf sämtliche Grafiken verzichtet. So muss man sich auch zu den verschiedenen Sonderkarten durch Ausschluss-Verfahren selbst zusammensuchen, welche Karten unter welchem Namen in der Regel zu finden sind.
Ärgerlich ist außerdem, dass die verschiedensprachigen Regeln teilweise mit erheblichen Übersetzungsschwächen daher kommen, sich an manchen Stellen widersprechen oder in manchen Sprachen gar keinen Sinn ergeben. Ich würde daher jedem raten, sich ruhig mehrere Regelversionen durchzulesen, um zu verstehen, welches Ziel zu erreichen ist.
Der komplette Stapel (also weiße UND schwarze Karten) wird gemischt, und man bekommt acht Karten auf die Hand. Jeder Spieler muss in seinem Zug zuerst eine Karte vom Stapel ziehen und danach eine weiße Karte entweder vor sich oder auf den Ablagestapel ablegen. Schwarze Karten hingegen kann man zu jedem Zeitpunkt während des Spiels ausspielen, auch außerhalb des eigenen Zuges.
Die weißen Karten stellen dabei die Punkte dar, die ein Spieler erzielen kann. Ihre Werte reichen von 50 bis 1.000 Punkten, und nur die Karten der eigenen Farbe zählen als Punkte. Zusätzlich kann man mit bestimmten weißen Karten noch verschiedene Sonderaktionen ausführen (Gesamt-Punkte verdoppeln, einzelne Karten verdreifachen, den Mitspielern Karten klauen usw.)
Mit den schwarzen Karten kann man zusätzlich weitere Aktionen durchführen. So kann man beispielsweise dafür sorgen, dass man selbst wieder am Zug ist und dabei sogar die Spielrichtung ändern, oder auch Karten vom Ablagestapel klauen. Mit einer Chamäleon-Karte kann man Punkte-Karten anderer Farben bei sich ablegen. Und schließlich gibt es noch die Crash-Karten, mit denen man einzelne Karten des Gegners wertlos machen kann, wenn er sie nicht mit einer Lock-Karte wieder befreit.
Eine große Schwäche der schwarzen Karten ist dabei übrigens, dass man sie zwar am Bild in der Mitte unterscheiden kann, jedoch kein Symbol in der Kartenecke findet, was ein normales halten auf der Hand ermöglicht.
Auch einige der weißen Karten sind in dieser Hinsicht verwirrend, da sie in verschiedenen Ecken entweder Symbole oder Zahlen tragen, die jedoch das gleiche aussagen sollen. Hier hätte ein einheitliches Karten-Layout doch sehr dem Verständnis geholfen.
Im Endeffekt stellt sich Arne im Spiel also quasi als Uno-Variante dar, deren Haupt-Unterscheidungsmerkmal aber auch gleich seine größte Schwäche darstellt: man kann nur Karten einer bestimmten Farbe wirklich gebrauchen und hat deshalb allzu häufig ein Blatt auf der Hand, dass man kaum sinnvoll einsetzen, sondern höchstens abwerfen kann.
Auch erschienen den Testspielern die verschiedenen Sonder-Karten teilweise recht willkürlich, und so etwas wie ein Spielfluss kam nur zeitweise auf; allzu häufig hingegen hatte man das Gefühl, erst mal auf andere Karten warten zu müssen, bevor man wirklich etwas unternehmen konnte.
Von daher bleibt bei Arne nicht das Gefühl zurück, eine revolutionäre Neuheit erlebt zu haben, sondern eher so etwas wie ein schaler Nachgeschmack. Ausgiebigere Spieletests und etwas mehr Sorgfalt beim Layout und der Übersetzung der Regeln hätten dem Spiel sicherlich gut getan.




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