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Hinter den Schleiern (Cthuloide Welten - Sonderband 2)
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 05.10.2003, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Frank Heller, Steffen Köhn, Ingo Ahrens, Peer Kröger, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 120, Erschienen: Juli 2003, Preis: 14,80 Eur


Es ist nicht einfach, eine hoch gelegte Latte wieder und wieder zu überspringen. Die Redaktion um Frank Heller hat es mit dem neuen Sonderband 2 trotzdem wieder einmal souverän geschafft; so viel schon einmal vorweg.
Das Layout und die Illustrationen sind gewohnt stimmungsvoll auf hohem Niveau und entsprechen dem Design der bisherigen deutsche Chtulhu-Ausgabe. Als ich den Band zur Hand genommen habe, fühlte ich mich gleich in Chtulhu-Stimmung.
Inhaltlich werden dem Leser für den angemessenen Preis von 14,80 EUR fünf Artikel geboten. Vier davon sind Abenteuer für die verschiedenen Settings der Cthulhu-Redaktion. Den Anfang macht "Der Zirkel des Baphomet" von Steffen Köhn, zu dem auch die einleitende Erweiterung zu Cthulhu 1000AD gehört, die das Spiel im Jahr 1200 ermöglicht. Im Kern des Moduls geht es um die Suche nach dem Necronomicon in Konstantinopel. Das Mythos-Artefakt befindet sich in der verborgenen Bibliothek des Klosters der Akoimeten. Leider sind die Spielercharaktere nicht die einzigen, die nach dem Buch suchen. Und zu allem Unglück wird Konstantinopel auch noch belagert. Das sollte reichen, um sich ein grobes Bild eines Politthrillers im Chtulhu-Milieu zu machen. Mir hat das Abenteuer sehr gut gefallen, weil es in gekonnter Manier Action mit detektivischer Arbeit und dem klassischen Cthulhu-Schaudern verbindet.
Das zweite Modul, "Der Goldene Skorpion", stammt von Frank Heller und ist für Chtulhu Wild West oder allgemeiner das Spiel in den 1890ern oder 1920ern geeignet. Nach der Lektüre, bzw. schon währenddessen, musste ich doch einige Male schlucken. Konsequent gespielt eliminiert das Abenteuer nämlich die komplette Spielergruppe. Einen echten Ausweg gibt es nicht. Das passiert: Die Spieler kommen in den Besitz von Kartenteilen, die den Weg zum Tempel des Goldenen Skorpions weisen. Der aztekische Tempel soll neben seinem Namensgeber noch andere Schätze enthalten, eine lohnenswerte Expedition bietet sich an. Das Ziel scheint simpel und schnell erreichbar, allerdings nur bis sich Nyarlathotep einmischt. Er spielt die Spielercharaktere gegeneinander aus, bis er sie am Ende alle tötet. Was wie ein Spaß für sadistische Spielleiter klingt, kommt tatsächlich der cthuloiden Welt Lovecrafts, z.B. in "Der Fall Charles Dexter Ward" sehr nah. Und wem die Konsequenz des gut verpackten Grauens zu drastisch erscheint, für den bietet der Autor noch entschärfte Light-Lösungen an.
Mit "Die Spur der schwarzen Katzen" von Ingo Ahrens, dem dritten Abenteuer, kann ich persönlich weniger anfangen. Das Modul ist für Katzulhu gedacht und bringt mich eher zum Lachen. Das liegt aber nicht an der Qualität des Abenteuers, das einfach aber solide gestrickt ist, sondern an meinem Problem, mit dem Spielen von Katzen als Charakteren keine Spur Gruselatmosphäre verbinden zu können. Der Inhalt: Katzen verschwinden auf mysteriöse Weise, bzw. kommen zu Tode. Schuld daran sind die Experimente des irren Okkultisten Fester Montague, der zufällig durch die Einnahme einer Droge in die Traumlande eingedrungen ist. Dabei hat er die Saturn-Katze Unbeabsichtigteerweise mitgenommen. Das abgrundtief böse Tier hofft nun darauf, dass Fester zufällig wieder einmal das Rezept der Droge bei seinen Experimenten trifft und ihr so die Rückkehr in die Traumlande und ihre Rache ermöglicht.
Den Abschluss des Bandes macht Peer Krögers "Projekt à". In diesem Szenario sind die Spielercharaktere Navy Seals, eine schwer bewaffnete amerikanische Elitetruppe. Ihr Auftrag: Die Klärung des Schicksals des Forschungsschiffs "Roger Revelle". Für so hart gesottene Kerle wie die Spielercharaktere sollte das eigentlich kein Problem sein - sollte man meinen. Dummerweise werden sie nach Strich und Faden hinters Licht geführt. Das wahre Ziel ist die Rettung eines Virus (z.B. durch ungewollte Eigeninfektion), das Menschen eigentlich zu tiefseetauglichen Wasserwesen mutieren lässt. So richtig funktioniert das aber noch nicht. Die Auftraggeber sind allerdings nicht die einzigen Gegenspieler der SC. Die Russen und Chtulhu persönlich stehen auch noch auf der Liste. Kein Wunder also, dass es Instantcharaktere auf gleich mitgelieferten Protokollen gibt.
Fazit: Ich hoffe auf weitere Sonderbände. Wo sonst kommt man relativ günstig zu so hochwertigem exzellent gestalteten Material für Chtulhu? Der Sonderband 2 ist auf jeden Fall empfehlenswert.




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