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Achtung! Cthulhu - Guide to the Pacific Front
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 27.09.2015, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Dave Blewer, Bill Bodden, Alex Bund und Lynne Hardy, Verlag: Modiphius Entertainment Ltd., Seiten: 129, Erschienen: 2014, Preis: 24,95€


Ich bin ja ein großer Fan des Cthulhu-Rollenspiels und habe deshalb das eine oder andere Regelwerk dazu bei mir im Schrank stehen. Römisches Reich, Mittelalter, Viktorianisches England, 1920er, 1930er, Neuzeit und auch noch mit spezielleren Hintergründen, alles hat seinen Platz erhalten, auch in meinem Rollenspielerherzen.

Mit Achtung! Cthulhu betrat der 2. Weltkrieg in Kombination mit dem Mythos die Showbühne und Modiphius hatte mich schnell am Haken, denn die Bücher sind nicht nur qualitativ und bildlich sondern vor allen Dingen inhaltlich, sowohl vom Schreibstil her als auch von der historischen Authentizität vollkommen überzeugend. Ein Grund dafür war die Auswahl der Autoren für die Quellenbände, jedes Mal war einer der Autoren entweder ursprünglich aus dem Land, um das es ging, oder persönlich stark involviert. Beim dritten mir vorliegenden Quellenband, "Guide to the Pacific Front", wurden zwei Autoren ausgewählt, die beide weniger mit dem Thema zu tun hatten. Ob dieses Buch dementsprechend mit weniger Herzblut geschrieben und recherchiert wurde, darauf habe ich natürlich besonders geachtet.

Das Cover ist auf jeden Fall nicht das beste der Quellenbände, aber dennoch sehr ansprechend und passend für den Krieg im Pazifik.
Nach den Vorworten der beiden Autoren, die beide ihre Arbeit lieben und ihr bestes versprechen, zeigt das erste Kapitel, das auch ein paar Grundlagen für das Rollenspiel enthält, die Doppelauslegung für Cthulhu- und Savage Worlds-Regeln wird hier genannt, voranging eine detaillierte Zeitleiste von 1854 bis ins Jahr 1945. Hier findet sich auch ein Kästchen, das verdeutlicht, dass die Geschichte im Rollenspiel anders verläuft als in der Realität und genau das wollen wir doch lesen.
Im zweiten Kapitel erhalten wir dann Informationen zum Land der aufgehenden Sonne und dessen Nachbarländern, die allesamt in den Krieg involviert sind. Gut recherchiert und man lernt viel über das Land, seine Leute, die Kultur und wie es zum Krieg kam.
So geht es inhaltlich auch weiter im nächsten Kapitel, denn dieses handelt von den Mächten im pazifischen Raum, worunter auch Russland, die Niederlande, Frankreich und natürlich die USA fallen. Diesmal werden die einzelnen Länder, Inselgruppen und der Pazifik, der alles umgibt, in den Fokus genommen. Für eine Reiseplanung zu wenig, für das Rollenspiel mehr als genug.
Kapitel 4 widmet sich dem Thema Kriegsgefangene. Regeln für die Gefangenen aber auch Spielregeln finden sich hier. Dabei fällt mir auf, dass man dieses Thema auch in den anderen Quellenbänden hätte unterbringen können, aber lieber spät als nie. Zum Glück erinnert das Kapitel mehr an die Realität als an "Ein Käfig voller Helden", gut gemacht also.
Im nächsten Kapitel erhalten wir dann neue Berufe, neue mögliche Herkunftsländer und passende Regeln zu all dem.
Neue Waffen, die man auf Inseln und auf dem Meer auch dringend braucht, finden wir im folgenden Kapitel. Auch hier gilt, wie in den anderen Quellenbänden, man hat gut recherchiert und die Waffen mit passenden Werten ausgestattet. Auch die Fahrzeuge sind gut recherchiert und ich stelle auch hier wieder einmal fest, dass man kein anderes Buch mehr braucht, um Fahrzeuge der damaligen Zeit präsentiert zu bekommen.
Kapitel Sieben liefert uns schließlich die nötigen Informationen wie man Menschen, die Ausrüstung und Fahrzeuge schließlich im pazifischen Raum, mit den unterschiedlichen Gebieten, vernünftig einsetzen und dabei noch einen Krieg gewinnen kann. Ein gelungenes Kapitel, wobei ich Spielern noch irgendein Survivaltraining-Handbuch als zusätzliche Lektüre ans Herz legen würde.
Kulte, Tiere und Monster erhält der Spielleiter mit Werten und Regeln dann im nächsten Kapitel, und den Spieler kann ich nur sagen, bringt genug Chips mit und bezahlt die Pizza eures Spielleiters, denn er hat eine Auswahl, die es in sich hat. Neben dem oben genannten gibt es auch neue interessante Örtlichkeiten.
Nicht weniger gefährlich geht es dann im nächsten Kapitel weiter. Diesmal geht es um Artefakte, Zauber und Bücher. Alles Dinge, um die man einen Bogen machen sollte, will man bei klarem Verstand bleiben.
NSC's, bedeutende und unbedeutende, erhalten wir dann im nächsten Kapitel. Die VIP's sind alle bekannt, aber auch ein einfacher Soldat oder ein Navajo Code Talker können über Leben und Tod entscheiden. Macht euch mehr Freunde als Feinde.
Wie in allen Bänden vorher erhält der Spielleiter drei Abenteuerideen geliefert. Auch hier können alle drei überzeugen, denn sie liefern eine solide Grundlage für einige Abende Spaß.
Vor dem Index folgt noch ein Kapitel mit nützlichen und verwendeten Quellen. Wem das Buch nicht genügt, und das wird es sicherlich für eine Rollenspielrunde, der findet hier Filme, Bücher, Adressen von Museen und Links für mehr Input.
Den Abschluss des Buches bildet eine farbige Karte, die den Ist-Zustand im Oktober 1942 zeigt. Mehr braucht man nicht und deshalb endet das Buch dann auch passenderweise.

Ich habe am Anfang von Herzblut gesprochen und das ist zwar diesmal nicht vorhanden, aber dennoch ist das Buch genau so gelungen wie die anderen Bände. Intensive Recherchearbeit und vor allen Dingen ein toller Schreibstil und wahnsinnig tolle Bilder sorgen dafür, dass man gar nicht merkt, dass diesmal niemand mitgearbeitet hat, der persönlich involviert war. Das ist auch ein Zeichen von Qualität und genau das macht den Verlag und seine Mitarbeiter zu etwas Besonderem.

Fazit: "Guide to the Pacific Front" ist ein weiteres gelungenes Quellenbuch für Achtung! Cthulhu und es macht Lust auf mehr. Tolle Bilder, tolle Inhalte und jede Menge historische Fakten überzeugten mich und werden auch andere überzeugen und die Ermittler werden sich dann schnell im Pazifik wiederfinden. Wobei natürlich auch die anderen Fronten ihre Daseinsberechtigung haben. Ich wünsche mir jetzt ein Quellenbuch zur Antarktis.




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