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Achtung! Cthulhu - Guide to the Eastern Front
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 20.09.2015, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Dave Blewer, Chad Bowser, Lynne Hardy und Ilya Sadchikov, Verlag: Modiphius Entertainment Ltd., Seiten: 128, Erschienen: 2014, Preis: 25,99€

Ich persönlich empfinde Krieg im Rollenspiel als etwas sehr Abstraktes, denn bis auf ein paar Würfe und einige Daten auf einem Stück Papier passiert eigentlich fast gar nichts. Eigentlich - denn der Spielleiter kann das Grauen des Krieges sehr wohl transportieren und zu einer einschneidenden Erfahrung werden lassen. Kombiniert man dies mit dem Grauen des Cthulhu-Mythos, dann wird es sogar noch intensiver und der eine oder andere Spieler wird zukünftig Dinge mit anderen Augen sehen.

Ob dies ein Grund war, den 2. Weltkrieg mit dem Mythos zu kombinieren, da müsste man die Jungs und Mädels von Modiphius fragen, denn die haben mit Achtung! Cthulhu genau das getan. Mit dem "Guide to the Eastern Front" erhalten wir nun einen Einblick in den Schrecken des Krieges im Osten und natürlich die Mythoswesen und Diener der Großen Alten, die dort ihre düsteren Spuren hinterlassen haben und immer noch hinterlassen.

Der erste Eindruck ist mehr als gelungen, das Cover macht viel her und man kann sich bereits erste Gedanken zu möglichen Gegnern machen. Interessant geht es dann auch im Vorwort von Ilya Sachikov weiter, die voller Herzblut über die Gründe für dieses Buch spricht.
Im ersten Kapitel erfahren wir etwas zum Rollenspiel an sich, zum vorliegenden Quellenband und wir bekommen eine Zeitleiste von 1831 bis 1945 mit viel Mythos aber auch vielen historischen Fakten geliefert.
Mehr über Russland, sein politisches und soziales System und auch über die Landstriche und Städte erfahren wir im zweiten Kapitel. Auch hier finden wir viele historische Fakten und stellen fest, dass sich der Verlag im Hinblick auf die Recherchequalität nicht hinter dem deutschen Herausgeber des Cthulhu-Rollenspiels verstecken muss.
Militärisch geht es dann weiter. Struktur, Kräfte und die Kunst des Krieges in Russland werden uns hier zur Verfügung gestellt.
Im vierten Kapitel gibt es eine Anleitung zum Erstellen russischer oder eben passender Ermittler für diese Gegend. Darunter finden wir auch neue Berufe, jeweils mit Cthulhu- und Savage Worlds-Regeln.
Die nächsten Kapitel beleuchten Waffen und Ausrüstung. Wieder wurde sehr gut recherchiert, so dass die Werte sowohl sehr passend für die Zeit als auch im Vergleich zu Cthulhu im Jetzt und den 1920ern sind. Wenn man sich für Fahrzeuge der damaligen Zeit interessiert, kann man übrigens jetzt getrost auf andere Bücher verzichten.
Rein auf den Mythos bezieht sich das siebte Kapitel, in dem wir etwas über die besonderen Organisationen innerhalb Russlands erfahren. Neben historischen Informationen gibt es auch Namen und Werte für die NSCs. Den Abschluss dieses Kapitels bildet eine Zusammenstellung okkulter Vorkommnisse in Russland und Preußen.
Okkult und mythosbehaftet geht es danach weiter. Vergessenes und verstecktes Wissen und eben solche Gegenstände werden vorgestellt. Hier finden wir Artefakte und einige interessante Bücher - wobei wir ja alle wissen, wozu Lesen führt.
Im neunten Kapitel werden wir mit Monstern und anderen Kreaturen konfrontiert, die leider nicht nur dem Mythos sondern auch der Menschenhand entsprungen sind. Hier finden sich tolle Antagonisten und Gegner für spannende Spielabende, die aber auch den einen oder anderen Ermittler in den Tod reißen könnten.
In Kapitel zehn geht es dann um die VIPs in Russland. Neben Russen sind das auch Deutsche. Wir finden darüber hinaus Werte für NSCs verschiedenster Berufe und Volksgruppen in und um Russland herum.
Mit drei Abenteuerideen endet der wichtige Teil und die drei Ideen haben es in sich und können Ermittler jeglicher Herkunft nach Russland bringen: sehr gelungen.
Übertroffen wird das ganze nur noch vom zwölften Kapitel, in dem die Quellen und sonstige Informationsgeber vorgestellt werden. Mich erinnert das wegen der Quellenvielzahl an eine Arbeit an der Uni.
Ein Index darf natürlich nicht fehlen. Das Buch endet mit einer farbigen Karte der Ostfront aus dem Jahre 1942.

Ein tolles Buch, das nicht nur mit dem schriftlichen Inhalt sondern auch vom Layout her voll überzeugt. Die Bilder, in düsteren Farben gehalten und vielsagend, erzeugen eine tolle Stimmung beim Lesen und sorgen für noch mehr Spaß, als es der Schreibstil sowieso schon tut.
Ich bin richtig froh, dass sich bei Modiphius so viele tolle Leute gefunden haben, denn Cthulhu wird durch dieses Reihe noch besser.

Fazit: "Guide to the Eastern Front" ist ein perfekter Quellenband für die Ostfront und die Gebiete dahinter im Zweiten Weltkrieg mit dem Mythos. Sehr gut recherchiert ist das Buch eine Darstellung der Zeitgeschichte Russlands. Die Erweiterung um den Mythos ist ebenso gelungen. Dazu kommen noch tolle Bilder und ein Schreibstil, der das Lesen zu einem Erlebnis macht. Danke schön!




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