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The Walking Dead - Der Widerstand
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 25.11.2014, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Matt Hyra, Verlag: Kosmos Verlag, Seiten: , Erschienen: 2014, Preis: 29,99 Eur


In einer Welt, in der Romero nie einen Zombiefilm gedreht hat und es kein Handbuch für das Überleben unter Zombies gibt, ist es für die Überlebenden der ersten Tage und Nächte nicht gerade einfach. Ihnen fehlen einfach wichtige Informationen, die das Überleben zumindest einen Hauch einfacher machen.

Die Welt, um die es hier geht, ist die Welt der Comic- und Fernsehserie "The Walking Dead" von Robert Kirkman. Serie und Comic sind internationale Erfolge, die nicht nur den Macher der Comics sondern auch die Schauspieler der Serie zu Stars gemacht hat. Aber nicht nur Stars wurden erschaffen, auch Bücher und Spiele beschäftigen sich mit dem Phänomen "The Walking Dead". Eine Spielumsetzung ist das Brettspiel The Walking Dead - Der Widerstand" zur TV-Serie von Cryptozoic Entertainment, für den englischen Markt, und dem Kosmos Verlag, für den deutschen Markt, in dem der Kampf ums Überleben düster aber spielerisch umgesetzt wird.

Wie man es von Kosmos gewohnt ist, ist das Spiel in einer stabilen quadratischen Box erhältlich, von deren Cover einer der Stars der Serie die Spieler, ein bis vier können das Spiel spielen, begrüßt. Der Blick in die Box offenbart ein durchschnittlich dickes Regelheft, viele Karten, jede Menge Marker, sechs Spielfiguren und passenden inklusive Charaktertafeln mit vier Standfüßen für die Spielfiguren, Würfel, vier große Ortstafeln, einen Rundenanzeiger und jede Menge kleine Plastiktütchen für die Marker. Letzteres ist ein großes Plus, denn in viel zu vielen Spielen fehlen solche Tüten.
Der Blick in die Anleitung offenbart simple Regeln, die intuitiv beherrscht werden können, die dem Spielspaß nicht im Weg stehen und einen doch vor Herausforderungen stellen.
Zu Beginn des Spiels wählen die ein bis vier Spieler ab 16 Jahren ihre Charaktere aus. Sie können zwischen Andrea, Daryl, Glen, Maggie, Michonne und Rick wählen. Jeder dieser Charaktere hat eine andere Anführerfähigkeit, die in bestimmten Runden zum Tragen kommt. Alle Charaktere beginnen das Spiel mit fünf Lebenspunktemarkern, zwei Verbündetenmarker, zwei Nahrungsmittelmarker und einer Waffe, Nahkampfwaffe oder Fernkampfwaffe mit Munition).
Sind die Charaktere ausgewählt, werden die vier Orte (Farm, Gefängnis, Highway und Stadt) in einem 2x2-Raster sowie die vier Ressourcenstapel (jeweils 25 Karten; Ausrüstung, Munition, Verbündete und Nahrung) auf den Tisch gelegt. An welchem Ort welcher Ressourcenstapel liegt und wo welcher Ort liegt wird zufällig bestimmt - das sorgt für unterschiedliche Spielabläufe.
Ist dies alles bereitgelegt, werden noch die Ereigniskarten gemischt und für alle griffbereit auf den Tisch gelegt. Diese Karten sind das Salz, in der Suppe, denn zuviel davon und sie verschärfen die bereits gewaltigen Probleme der Spieler in den meisten Fällen noch.
Jetzt kann das Spiel beginnen.

Die Spieler müssen eigentlich nichts anderes schaffen als kooperativ 12 Runden lang alle Ressourcenstapel vor den Angriffen der Beißer zu verteidigen. Um das zu erreichen müssen die Spieler ihre Figuren von Ort zu Ort bewegen, Ressourcen einsammeln und mit Mitspielern tauschen und natürlich gegen Beißer kämpfen. Das alles geschieht in Spielzügen.
Durch Zufall wird ein Anführer für die erste Runde erwürfelt. Dessen Anführerfähigkeit gilt diese Runde. Hier gibt es zum Beispiel Nahrung für jeden oder eine kostenlose Heilung. Bevor der Anführer seinen Zu beginnt, erhält jeder Spieler zwei Ereigniskarten. Jetzt kann der Anführer die anderen Figuren positionieren beziehungsweise bewegen (ab der zweiten Runde nur ein Feld und nicht diagonal). Anschließend darf er eine Ressourcenkarte von dem Ort ziehen, an dem er gerade ist und danach mit einem Spieler, dessen Figur auf demselben Ort steht, Ressourcen tauschen. Zu guter Letzt muss er seine zwei Ereigniskarten ausspielen. Richtig bewegt, kann man die schlimmsten Auswirkungen verhindern (zum Beispiel 1-3 Zombies anstelle von 1-6) oder sogar etwas Positives erhalten, aber eben nicht immer.
Ist der Anführer fertig, führen die anderen Spieler ihre Spielzüge durch. Sie dürfen sich nach Abgabe einer Nahrungsressource ein Feld bewegen. Auf ihrem Ortsfeld dürfen sie dann eine Karte ziehen und anschließend ebenfalls mit anderen Spielern vor Ort tauschen. Zum Abschluss ihres Zuges müssen sie eine der beiden Ereigniskarten ausspielen.
Sind alle Spieler mit ihren Zügen fertig, beginnt der Kampf gegen die Beißer. Hier werden Würfel (W6) je nach Waffe geworfen. Nach dem Wurf kann man Verbündete für +1 ablegen. Je 5 Punkte töten einen Zombie. Klingt einfach, ist es aber nicht. Haben die Spieler angegriffen sind die Zombies am Zug. An Orten, an denen keine Charaktere sind, fressen die Zombies die Ressourcenkarten, ansonsten teilt jeder Beißer 1 Schadenspunkt aus. Ist an einem Ort keine Karte mehr, haben die Spieler verloren.
Nach den Angriffen durch die Zombies dürfen die Spieler durch Abgabe einer Nahrungsressource einen Schadenspunkt heilen.
Damit endet die Runde und entweder endet das Spiel nun mit einem Sieg der Spieler - wenn diese 12 Runden durchgehalten haben - oder das Anführer-Abzeichen wandert zum nächsten Spieler und das Spiel geht weiter.
Selbstverständlich kann es auch durchaus passieren, dass einer der Charaktere stirbt. Solange noch ungespielte Charaktere vorhanden sind, kann einfach einer dieser als neue Spielfigur gewählt werden. Sind keine Figuren mehr da, haben die Spieler verloren.
Es gibt noch ein paar optionale Regeln und andere Schwierigkeitsgrade (als ob das Spiel so nicht so sehr schwer zu gewinnen wäre). Zum Beispiel die Zielkarten, die spezielle Aufgaben zeigen, die einem Spieler einen Sieg ermöglichen, auch wenn die Beißer gewinnen, oder ein schnelleres Spielende durch den Tod einer der Figuren. Regeln gibt es auch für das Solospiel. Genug Auswahl für viel Spaß.

Simple Regeln, die alle für Spielspaß sorgen und gleichzeitig die Ereignisse der Serie widerspiegeln und die Spieler quasi miterleben lassen, was ihre Serienhelden durchmachen müssen. Dazu noch gelungene Spielmechanismen und vor allen Dingen sehr ansprechende Fotografien (wenn auch etwas blutig) aus der TV-Serie und eingängiges Spielmaterial. Kurzum, hier wurde, trotz der hohen Schwierigkeit, alles richtig gemacht und wer die Serie mag, kommt um den Erwerb des Spiels nicht herum.

Fazit: The Walking Dead - Der Widerstand ist ein tolles kooperatives Spiel für 1-4 Spieler, die gerne einmal in die Rollen der beliebtesten Figuren aus der gleichnamigen TV-Serie schlüpfen und ein paar Beißer töten wollen. Dazu noch gelungene Regeln und Bilder, was will man mehr... als endlich einmal gewinnen...




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