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Arche der Tiere
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 25.11.2014, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Adam Kwapinski, Verlag: Fabryka Gier Historycznych, Seiten: , Erschienen: 2014, Preis: 22€


Das Buch der Bücher ist eines der häufigsten gelesenen und gekauften Bücher der Geschichte. Es ist kein Wunder, dass viele Menschen sich von dem Buch inspirieren lassen. Die meisten davon für ihr Leben, andere nutzen die vielen Geschichten für Serien, Filme, Romane und natürlich auch für Spiele.

Der polnische Spieleverlag Fabrika Gier Historycznych und der Autor Adam Kwapiński haben sich der Geschichte um Noahs Arche angenommen und daraus ein Planungs- und Erinnerungsspiel der besonderen Art geschaffen. Erschienen ist das Spiel mit dem Titel "Arche der Tiere" zur diesjährigen Spielemesse.

Die 2 bis 4 Spieler schlüpfen bei dem Spiel für knappe 30 Minuten in die Rolle von Noahs Helfern und müssen Säugetiere, Amphibien, Vögel und Reptilien auf ihrer Arche unterbringen. Klingt einfach, ist es aber gar nicht, denn es gilt einiges zu beachten.
Was es zu beachten gilt, liest man in dem mit vier Seiten wirklich sehr dünnen, Regelheft.
Im Anfängerspiel, es gibt noch vier weitere Schwierigkeitsstufen, gilt es die Fleischfresser und die Pflanzenfresser so auf den 16 Plätzen der eigenen Arche zu platzieren, dass erstere letztere nicht auffressen. Das gelingt, wenn man Pflanzenfresser neben Pflanzenfresser und Fleischfresser positioniert. Immer ist das aber nicht möglich und so muss man noch darauf achten, dass kleine Fleischfresser neben großen Pflanzenfressern (erkennbar an der Anzahl der Symbole für Fleisch- oder Pflanzenfresser) positioniert sind, diese sind dann nämlich sicher. In dieser Schwierigkeitsstufe sind die Plättchen auf der Arche aufgedeckt und man kann planen. Planen, sofern möglich, denn die Plättchen mit den Tieren liegen umgedreht in der Tischmitte und man muss sich nach dem Umdrehen entscheiden, ob man das Tier in die Arche legen will - die Arche wird von links oben nach links unten und dann Reihe um Reihe weiter nach Rechts aufgefüllt - oder nicht. Entscheidet man sich gegen das Ablegen in der Arche wird das Tier aufgedeckt zurück in die Mitte gelegt. Hat einer der Spieler alle 16 Felder gefüllt, dreht er eine Sanduhr um und die anderen Spieler haben noch 30 Sekunden es ihm gleichzutun. Ist die Zeit abgelaufen beginnt die Wertungsrunde. Zuerst prüfen die Spieler ob Pflanzenfresser gegessen werden. Anschließend werden doppelt vorhandene Tiere entfernt. Jetzt geht es an das Punkte zählen. Der Spieler, der die Sanuhr umgedreht hat, erhält 2 Punkte. Jedes Tier auf der Arche bringt 1 Punkt. Der Spieler mit den meisten Säugetieren erhält 2 Punkte. Anschließend wird geschaut, ob ein kompletter Satz von Amphibien, Reptilien oder Vögel vorhanden ist. Jeder Satz bringt nochmal 2 Punkte. Der Gewinner ist der, der nach drei Spielrunden die meisten Punkte hat.
Wem das zu einfach ist, der kann sich an den anderen Schwierigkeitsstufen versuchen. Bei der Standarstufe werden die Tierplättchen verdeckt auf die Arche gelegt und man muss sich erinnern, welches Tier wo liegt, um ein fressen und gefressen werden zu verhindern.
Die Expertenstufe bringt Getreide mit ins Spiel. Jetzt gilt es ab der zweiten Runde darauf zu achten, dass die Pflanzenfresser das Getreide an einer Stelle und in der dritten Runde sogar an zwei Stellen nicht essen.
Als Meister gilt es auch auf die Beladung zu achten. Schwere Tiere an einer Seite, wenn auf der anderen Seite leichte Tiere sind (erkennbar anhand der erwähnten Symbole zum Fressverhalten), bringen Punktabzug.
Wem das noch nicht genug ist, der darf als Großmeister dann auch noch einen Multiplikator von x2 für die äußeren Bereiche der Arche bei der Gewichtsberechnung mit ins Spiel einbeziehen.

Genug Schwierigkeitsstufen, um jede Gehirnzelle zu fordern und auch durchaus mit Lerneffekt für die Stadtkinder, die vorher vielleicht nicht wussten, welche Tiere tatsächlich Pflanzen und welche andere Tiere als Nahrungsmittel ansehen. Die Grundidee des Spiels überzeugt, allerdings fehlen meinen Mitspielern und mir eine direktere Interaktion mit den Mitspielern. Das Aufsammeln der umgedrehten Tierplättchen ist uns etwas zu wenig.
Die Tierplättchen selbst sind auch ein kleines Manko. Sie sind selbstverständlich als das zu erkennen, was sie sind und auch der Wert für den Nahrungsmittelverbrauch ist realistisch, aber dadurch, dass unterschiedliche Zeichenstile, Comic und Realistisch, gleichzeitig verwendet wurden, wird der optische Eindruck gestört. Das ist aber nur ein kleiner Nachteil, denn dem gesamten Spielspaß tut das kaum einen Abbruch.

Fazit: Arche der Tiere ist ein gelungenes Planungs- und Erinnerungsspiel mit interessanten Regelerweiterungen für die unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Kleinere Abstriche muss man machen, es überwiegen aber die positiven und deshalb ein zu empfehlendes Spiel für jung und alt.




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