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Spartacus - A Game of Blood and Treachery: The Serpents and the Wolf
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 17.11.2014, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): John Kovaleski, Sean Sweigart, Aaron Hill, Verlag: Gale Force Nine, Seiten: , Erschienen: 2013, Preis: 23,25 €


Als Brettspieler, der auch mal gerne die eine oder andere Fernsehserie schaut, freut man sich immer, wenn man beides miteinander kombinieren kann. Damit meine ich natürlich nicht gleichzeitig spielen und fernsehen, ich meine natürlich die Brettspielumsetzung einer Serie, die man gerne sieht. So etwas kommt in der letzten Zeit immer häufiger vor, es gibt Brettspiele zu fast allen erfolgreichen und natürlich auch zu weniger erfolgreichen Serien. Immer werden aber große Fangemeinden angesprochen.

Bei der Umsetzung der Serie "Spartacus" mit dem Titel Spartacus - A Game of Blood and Treachery" wurde meiner Meinung nach, bis auf eine Sache, von Gale Force Nine und Starz Entertainment alles richtig gemacht. Das Spiel macht durch die unterschiedlichen Phasen, die tolle Ausstattung und die Regeln, die nicht nur absolut passend sind, sondern auch sehr intuitiv, wirklich sehr viel Spaß. Außerdem gelingt es dadurch auch, die Stimmung der Serie einzufangen. Die Schwäche des Spiels war einzig, dass große Spielgruppen mit mehr als vier Spielern, was sehr häufig vorkommt, quasi ausgeschlossen waren oder ein oder zwei Spieler aussetzen mussten. Zum Glück haben sich die Autoren und die Produzenten die Kritik zu Herzen genommen und für größere Gruppen die Erweiterung "The Serpents and the Wolf" mit zwei neuen Häusern erschienen, die das Spielen zu sechst ermöglichen.

Werfen wir doch mal einen Blick auf die etwas ungewohnte Box, sie ist so breit und so lang wie eine Hauskarte aus dem Grundspiel und hat doch einiges an Gewicht. Der Blick hinein zeigt ein dünnes Regelbuch, zwei Hauskarten, Haus Seppius und Haus Varinius. Darunter finden wir einige Intrigen- und Markt-Karten, jede Menge Tokens und Würfel - schließlich braucht jeder Spieler eigenes Spielmaterial und mehr Münzen werden auch benötigt - und zwei neue wirklich gelungene Gladiatorenfiguren.
Bleiben wir erst einmal bei den Figuren: Wie beim Grundspiel können die Figuren absolut überzeugen und das Set ist quasi komplett, denn die eine Figur stellt einen Axtkämpfer, die andere einen Hammerkämpfer dar.
Die Tokens für die Häuser tragen ein lilafarbenes Schlangensymbol (Haus Seppius) und einen roten Wolf (Haus Varinius), die anderen Tokens sind bekannt. Die Symbole der Häuser finden wir natürlich auch auf den Hauskarten, zusammen mit tollen Bildern der Fernsehserie. Neben den Startvorgaben finden wir auch die Spezialregeln der beiden Häuser. Während auf Haus Seppius' Karte deren Macht in Capua dargestellt wird, sie bekommen Gold, wenn andere Spieler Gold bekommen und können mehr Einfluss einfordern, wenn Intrigenkarten gespielt werden, kann Varinius auf die geballte Macht Roms zurückgreifen, zum einen durch das Anwerben von Wachen, zum anderen durch Druck auf die anderen Dominus.
Neben den beiden Häusern sind natürlich die Karten das Wichtigste. 55 neue Intrigenkarten und 31 neue Marktkarten warten darauf gespielt zu werden. Auf allen Karten findet sich eine kleine weiße Schlange, so dass man nach dem Spiel die Karten schnell wieder aussortieren kann. Bei den Intrigenkarten finden sich so tolle Karten wie "Erpressung", bei dem man einen anderen Spieler zwingen kann einen Gladiator oder einen Sklaven zu verkaufen, oder die Karte "Die Hand von Licinia", die andere Dominus dazu zwingt eine Intrige zu unterstützen. Tolle Karten, die dem Spiel einige neue Wendungen geben. Gleichzeitig gibt es aber auch eines Regelsymbol auf den Karten, den Pfeil, zeigt er nach oben, muss man, um eine Intrige spielen zu können, einen höheren Einfluss haben als sein Gegner, zeigt er nach unten, muss man einen niedrigeren Einflusswert haben.
Auf dem Marktplatz finden wir einen altbekannten Gladiator mit neuen Werten für die Erweiterung, aber auch neue Gladiatoren und Sklaven aus späteren Staffeln.
Warum es den alten Gladiator mit neuen Werten gibt, erklärt sich zum einen anhand der Entwicklung der Figur in der Serie, zum anderen, weil es Neues im Bereich der Arena gibt, den Primus, den Hauptkampf, mit zwei Gladiatoren auf jeder Seite. Die Einladung zum Primus kann nur von einem Spieler erfolgen, der mindesten 10 Einfluss besitzt. Dieser spricht dann vier Einladungen aus, jeder Spieler muss mindestens einmal eingeladen werden, bis ein Spieler ein weiteres Mal eingeladen wird. Die vier Gladiatoren werden dann vom Gastgeber zwei Teams gebildet. Der Kampf verläuft dann wie bekannt, nur, dass man eben einen weiteren Kämpfer auf seiner Seite hat. Die Spieler des Gewinnerteams erhalten schließlich jeweils einen Einfluss und der Gastgeber entscheidet, wie es mit den unterlegenen Gladiatoren weitergeht.
Mehr muss man dazu nicht sagen und wir sind auch schon fast am Ende des Inhalts und der neuen Regeln angekommen. Auf den letzten Seiten gibt es noch Klarstellungen zu Grundregeln, nichts, was man sich nicht schon denken konnte, wobei es schön ist, dass man jede Anfrage ernst nimmt.

Ernst genommen hat man hier wirklich den Wunsch eines der besten Spiele der letzten Jahre für bis zu sechs Spielern spielbar zu machen. Die Häuser sind passend gewählt, die Gladiatorenminiaturen absolut gelungen, die Regeln und Neuerungen absolut spielbar und die neuen Karten wirklich toll, nicht nur optisch und thematisch, sondern auch spieltechnisch. Man hat hier viel richtig gemacht und den perfekten Spielspaß mit vielen Variablen und Elementen beibehalten und das Spiel mit dem Hauptkampfelement noch mal um ein tolles Element erweitert. Danke dafür!

Fazit: Die Erweiterung "The Serpents and the Wolf" für das Brettspiel "Spartacus - A Game of Blood and Treachery" ermöglicht nicht nur das Spielen zu sechst, sondern liefert darüber hinaus auch jede Menge zusätzliche Spielspaß. Zum einen durch die neuen Haus-, Intrigen- und Markt-Karten, zum anderen aber auch durch die neuen Regeln, insbesondere die wirklich gelungenen Primus/Hauptkampf-Regeln, die den Kampf nochmal besser machen. Jetzt ist das Spiel wirklich perfekt.




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